Veronika Welser

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Bildnis der Priorin Veronika Welser von Hans Holben dem Älteren, um 1504

Veronika Welser († 18. Juni 1531 in Augsburg) war Stiftsdame und von 1504 bis 1530 Priorin des Dominikanerinnenklosters St. Katharina in Augsburg.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sie stammte aus dem angesehenen Augsburger Patriziergeschlecht der Welser. In den Klosterakten wird sie als Tochter des Bartholomäus Welser (IV.) geführt.[1][2] Neuere Forschungen nennen sie als Tochter des Hans Welser aus dessen zweiter Ehe mit Ursula geb. Mörler.[3]

Sie trat in jungen Jahren in des Frauenkloster St. Katharina ein und verschrieb ihm u. a. das Gut Waltershofen.[4] Strittig ist ob sie auf den Namen Ursula getauft wurde[5] und erst beim Eintritt in das Kloster den Ordensnamen Veronika annahm. Bis 1503 war sie als Klosterschreiberin tätig. Anfang 1504 wurde sie zur Priorin gewählt und war somit Nachfolgerin von Anna Walther.[6] Sie bekleidete das Amt bis 1530. Unter ihrem Priorat viel der Bau eines neuen Klosters für den sie 200 Gulden bereitstellte. Für den ehemaligen Kapitelsaal ließ sie bei dem Maler Hans Holbein dem Älteren die beiden letzten Darstellungen des sogenannten Basilikazyklus in Auftrag geben.

Der Reformation abgeneigt korrespondierte sie mit Papst Clemens VII. in dem sie ihn um Rat und Unterstützung bat.[7] 1530 erwirkte sie bei Kaiser Karl V. die Bestätigung der alten Rechte des Klosters[8] und bewahrte es somit vor gewaltsamen Übergriffen. Sie hielt zeitlebens an den gewohnten Regeln des klösterlichen Zusammenlebens fest und hinterließ bei ihrem Tode einen altgläubigen Konvent.[9]

Bildnis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Ölgemälde auf Holz gemalt von Hans Holbein dem Älteren um 1504[10] zeigt die Dargestellte nach links gewendet in der Ordenstracht der Dominikanerinnen. Die gekreuzten Hände halten einen Rosenkranz. Es ist ein Fragment des zum Basilikazyklus gehörenden Gemäldes Basilika San Paolo fuori le mura und befindet sich noch heute vor Ort in der Staatsgalerie Altdeutsche Meister der ehemaligen Klosterkirche St. Katharina.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Reformationsgeschichtliche Studien und Texte. Aschendorffsche Verlagsbuchhandlung, 1980, ISBN 978-3-402-03764-5 (google.de [abgerufen am 25. Januar 2019]).
  2. Historischer Verein für Schwaben: Zeitschrift des Historischen Vereins für Schwaben. Seitz, 1883 (google.de [abgerufen am 28. Januar 2019]).
  3. Mark Häberlein, Johannes Burkhardt: Die Welser: Neue Forschungen zur Geschichte und Kultur des oberdeutschen Handelshauses. Walter de Gruyter GmbH & Co KG, 2014, ISBN 978-3-05-007705-5 (google.de [abgerufen am 25. Januar 2019]).
  4. Digitale Bibliothek - Münchener Digitalisierungszentrum. Abgerufen am 25. Januar 2019.
  5. Norbert Lieb: Fugger und Welser: oberdeutsche wirtschaft politik und kultur im spiegel zweier geschlechter ; ausstellung im Schaezlerhaus, Augsburg, Juni-September 1950. Industrie- und Handelskammer, 1950 (google.de [abgerufen am 25. Januar 2019]).
  6. Holbein und seine zeit: Des Künstlers Familie, Leben und Schaffen. E.A.Seemann, 1874 (google.de [abgerufen am 25. Januar 2019]).
  7. Angelika Nowicki-Pastuschka: Frauen in der Reformation: Untersuchungen zum Verhalten von Frauen in den Reichstädten Augsburg und Nürnberg zur reformatorischen Bewegung zwischen 1517 und 1537. Centaurus-Verlagsgesellschaft, 1990, ISBN 978-3-89085-322-2 (google.de [abgerufen am 28. Januar 2019]).
  8. Mark Häberlein, Johannes Burkhardt: Die Welser: Neue Forschungen zur Geschichte und Kultur des oberdeutschen Handelshauses. Walter de Gruyter GmbH & Co KG, 2014, ISBN 978-3-05-007705-5 (google.de [abgerufen am 25. Januar 2019]).
  9. Regina Dauser: Die Fugger und Welser: vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Verlagsgemeinschaft Augsbuch, 2010, ISBN 978-3-938332-15-3 (google.de [abgerufen am 25. Januar 2019]).
  10. Johann Andreas Romberg: Conversationslexicon für Bildende Kunst. Begründet von J. A. Romberg, fortgeführt von Friedrich Faber. Romberg, 1848 (google.de [abgerufen am 25. Januar 2019]).