Versandete Kirche

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Der weiß getünchte Turm der versandeten Kirche
Der Kirchturm diente im 19. Jahrhundert als Navigationshilfe für die Schifffahrt.

Die versandete Kirche St. Laurentius (dän. den tilsandede kirke) ist eine vielbesuchte Sehenswürdigkeit südwestlich von Skagen im nördlichen Jütland, Dänemark. Aufgrund starker Versandung wurde das Kirchenschiff 1805 abgerissen. Der Kirchturm blieb jedoch – zunächst als Seezeichen – erhalten und kann besichtigt werden.

Der ursprüngliche Bau[Bearbeiten]

Die Skagener Kirche St. Laurentius wurde gegen Ende des 13. Jahrhunderts aus Backstein errichtet. Es wurden Ziegel im Klosterformat verbaut, also größer als später üblich. Sie wurden aus den Niederlanden und Lübeck, vielleicht sogar aus Schottland importiert. Mit 38 Kirchenstühlen war die Kirche damals die größte in Vendsyssel. Das gotische Langschiff erhielt Staffelgiebel, eine Sakristei, Vorhalle und Deckengewölbe. Auch ein spätgotischer Altar mit schmiedeeisernem Gitter gehörte zur Ausstattung. Der die Kirche umgebende Friedhof war mit einer Ziegelmauer umfriedet.

Versandung[Bearbeiten]

Skagen zählte zu jener Zeit etwa 2.500 Einwohner. Zur Zeit der Erbauung lag die Kirche inmitten von Äckern und Wiesen. Um 1770 erreichte das Sandtreiben der Wanderdünen die Kirche und sammelte sich zunächst an der Friedhofsmauer. Nach einem heftigen Sturm im Mai 1775 konnte der Eingang der Kirche nur noch durch ständiges Sandschaufeln freigehalten werden. Daher gab die Gemeinde die Kirche 1795 auf. Das Kirchenschiff wurde abgerissen, auf königlichen Erlass hin wurde der Turm jedoch als Seezeichen bewahrt. Für eine bessere Sichtbarkeit wurde er weiß getüncht. 1816 übernahm das Leuchtfeueramt den Turm. Seit 1903 steht er unter Denkmalschutz und wird vom Nationalmuseum betreut. Unter dem Sand befinden sich vermutlich noch der Fußboden der Kirche und Grabplatten kirchlicher und weltlicher Würdenträger jener Zeit.

Verbleib des Inventars[Bearbeiten]

1810 wurde der größte Teil des Inventars versteigert. Nur wenige Teile konnten in späteren Jahren lokalisiert werden: Das Votivschiff im Dom zu Århus stammt vermutlich von hier. Zwei Leuchter, das Taufbecken und eine Glocke befinden sich in Skagens neuer Kirche von 1841. Die abgebrochenen Steine wurden in Skagener Wohnhäusern verbaut, z.B. in der Villa des Malers Laurits Tuxen.

In der Literatur[Bearbeiten]

Hans Christian Andersen besuchte die Kirche im August 1859 und verdichtete seine Eindrücke zur Erzählung „Eine Geschichte aus den Sanddünen“ (En Historie fra Klitterne, 1859).

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Die versandete Kirche – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

57.71361111111110.550555555556Koordinaten: 57° 42′ 49″ N, 10° 33′ 2″ O