Versicherer im Raum der Kirchen

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Versicherer im Raum der Kirchen

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Rechtsform Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit
Gründung 18. Juli 1882[1]
Sitz Detmold und Kassel
Leitung Jürgen Mathuis, Jürgen Stobbe
Mitarbeiterzahl 431 Innendienstmitarbeiter[2]
Umsatz 493,3 Mio. € (verdiente Beiträge f.e.R., 2018)[2]
Branche Versicherungen
Website www.vrk.de

Der Versicherer im Raum der Kirchen (VRK) ist eine Gruppe deutscher Versicherungsunternehmen, der auf den Versicherungsbedarf von Privatkunden im kirchlichen Umfeld fokussiert ist. Der VRK Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit im Raum der Kirchen (VRK VVaG), ein Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit mit Sitz in Kassel, betreibt als Versicherungsunternehmen die Sparten Unfallversicherung und Beistandsleistungen. Die VRK Holding GmbH hat ihren Sitz in Detmold. Im 100-%-Besitz der VRK Holding befinden sich die VRK Sachversicherung AG mit Sitz in Kassel, der das Geschäft der Schaden- / Unfallversicherung betreibt, die VRK Krankenversicherung AG mit Sitz in Detmold sowie die VRK Lebensversicherung AG mit Sitz in Detmold.[2]

Der gemeinsame Markenauftritt ist „Versicherer im Raum der Kirchen“.

Unternehmensstruktur und Geschäftsfelder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Versicherer im Raum der Kirchen ist der Spezialversicherer für alle im Raum der Kirchen, Diakonie, Caritas und Freien Wohlfahrtspflege tätigen Menschen und Einrichtungen. Ein weiteres Spezialgebiet ist Versicherungsschutz für Menschen mit Behinderungen. Zu den Produkten gehören Schadenversicherung- und Unfallversicherungen, Lebensversicherungen, betriebliche Altersversorgung und Krankenversicherungen sowie die Vermittlung von Bausparverträgen und Finanzdienstleistungen. Neben dem Versicherungsgeschäft engagiert sich das Unternehmen mit seiner Akademie in kirchlichen Arbeitsfeldern wie der Freizeit- und der Tourismusseelsorge (zum Beispiel Autobahnkirchen), der Notfallseelsorge und der Förderung sozialen Engagements. Gegründet als kirchliche Selbsthilfeeinrichtungen, führt der Versicherer im Raum der Kirchen diese Tradition auch heute noch in neuer Struktur fort. Die Aufsichtsräte und Mitgliedervertreterversammlung sind geprägt von Vertretern der Kirchen, Diakonie und Caritas.

VRK Holding GmbH[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die 2002 gegründete VRK Holding GmbH mit Sitz in Detmold (bis September 2016 in Kassel)[3] ist ein gemeinsames Tochterunternehmen der HUK-Coburg Holding AG (die wiederum eine 100-%-Tochter des HUK-Coburg VVaG ist) und des VRK VVaG. Dabei hält die HUK-Coburg Holding mit 72,5 % die Mehrheit der Anteile; der VRK VVaG hält die restlichen Anteile in Höhe von 27,5 %.

Versicherer im Raum der Kirchen Sachversicherung AG[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Versicherer im Raum der Kirchen Sachversicherung AG[4] ist ein 100-%-Tochterunternehmen der VRK Holding mit Sitz in Kassel. Sie betreibt das Geschäft der Schaden-/Unfallversicherung. Im Geschäftsjahr 2018 erzielte die VRK Sachversicherung 146,9 Mio. € verdiente Beiträge f.e.R., von denen 86,6 Mio. € aus der Kraftfahrtversicherung, 46,4 Millionen aus den Haftpflicht-/Unfall-/Sachversicherungen und 13,9 Mio. € aus der Rechtsschutzversicherung stammten. Im Versicherungsbestand wurden zum 31. Dezember 2018 1.029.393 Verträge und Risiken gezählt. Das Unternehmen beschäftigte am Jahresende 158 Mitarbeiter; das Eigenkapital betrug am gleichen Stichtag 47,3 Mio. €.

Versicherer im Raum der Kirchen Krankenversicherung AG[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Versicherer im Raum der Kirchen Krankenversicherung AG mit Sitz in Detmold ist ein 100-%-Tochterunternehmen der VRK Holding. Sie erzielte im Geschäftsjahr 2018 verdiente Beiträge f.e.R. von 162,6 Mio. €. Bei der VRK Krankenversicherung AG waren am 31. Dezember 2018 37.123 vollversicherte Personen versichert. An diesem Stichtag beschäftigte das Unternehmen 94 Mitarbeiter; das Eigenkapital betrug 18,1 Mio. €.

Versicherer im Raum der Kirchen Lebensversicherung AG[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Versicherer im Raum der Kirchen Lebensversicherung AG mit Sitz in Detmold ist ein 100-%-Tochterunternehmen der VRK Holding. Im Geschäftsjahr 2018 wurden 175,0 Mio. € verdiente Beiträge f.e.R. erzielt. Zum Stand 31. Dezember 2018 zählte der Bestand der VRK Lebensversicherung AG 228.902 Verträge. Das Unternehmen beschäftigte an diesem Stichtag 179 Mitarbeiter und wies ein Eigenkapital von 170,6 Mio. € aus.

Weitere Unternehmen im Verbund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die VRK Versicherer im Raum der Kirchen Vertriebs-GmbH ist im September 2016 mit der VRK Holding GmbH verschmolzen. Neuer Sitz der Gesellschaft ist Detmold.

VRK Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit im Raum der Kirchen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der VRK Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit im Raum der Kirchen (VRK VVaG) ist ein Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit mit Sitz in Kassel; er betreibt als Versicherungsunternehmen die Sparten Unfallversicherung und Beistandsleistungen. Wesentliche Unternehmensfunktion des Vereins übernimmt aufgrund eines Dienstleistungsvertrages der HUK-Coburg VVaG. Der VRK VVaG erzielte im Geschäftsjahr 2018 Beitragseinnahmen von 8,8 Mio. € (verdiente Beiträge f.e.R.).[2] Die VRK VVaG hält wesentliche Anteile an der VRK Holding GmbH. Das Eigenkapital des Vereins beträgt 50,7 Mio. € (Stand 31. Dezember 2018).

Kirchliches und soziales Engagement[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Versicherer im Raum der Kirchen fühlt sich den christlichen Werten besonders verpflichtet. Er widmet sich deshalb in seiner Akademie kirchenspezifischen Arbeitsfeldern und unterstützen die Vergabe von kirchlichen Preisen. Er stiftet den seit 1998 vergebenen Sozialpreis „Innovatio“.[5] Ebenfalls unterstützt er Projekte, die Kirche lebendig machen, durch gezielte Spenden- und Sponsoringaktivitäten.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Unternehmen ist aus verschiedenen kirchlichen Versicherungen entstanden. Am 18. Juli 1882 erfolgte die Gründung des Priester-Vereins zur Unterstützung schwer erkrankter Mitglieder durch katholische Priester in Krefeld, aus dem später die Pax Krankenversicherung im Bereich der katholischen Kirche wurde. Die Evangelische Begräbnis-Unterstützungsvereinigung in Goslar, die spätere Familienfürsorge Lebensversicherung, wurde am 13. Februar 1923 gegründet.

1924 kam es zur Gründung der Krankenkasse des Rheinischen Pfarrervereins, der späteren Familienfürsorge Krankenversicherung. Am 2. Juni 1926 folgte die Gründung der Pfarrer-Kraftfahrer-Vereinigung (P.K.V.) e.V., aus der später die Bruderhilfe hervorging. 1928 war die Gründung der Bruderhilfe der P.K.V. auf Gegenseitigkeit als Kaskoversicherer für die P.K.V.-Mitglieder. 1933 wurde die Haftpflicht-Unterstützungkasse kraftfahrender Beamter e. V., die heutige HUK-Coburg, gegründet.

1937 kam es zur Auflösung der Pfarrer-Kraftfahrer-Vereinigung auf Druck der Nationalsozialisten. Die 1928 entstandene Bruderhilfe der P.K.V. auf Gegenseitigkeit wurde in einen kleinen Versicherungsverein umgewandelt und erhielt vom Reichsaufsichtsamt die Genehmigung zur Aufnahme des Geschäftsbetriebes. Aufnahmeberechtigt waren Geistliche, Theologen, kirchliche Behörden, Körperschaften und Vereine.

Nach 1945 nahm die Bruderhilfe der P.K.V. auf Gegenseitigkeit als Bruderhilfe VVaG (Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit) ihre Arbeit wieder auf. Neuer Firmensitz wurde Kassel. Auch die Evangelische Begräbnis-Unterstützungsvereinigung setzte ihre Arbeit in Goslar fort. 1952 wurde der Name der Evangelischen Begräbnis-Unterstützungsvereinigung in Evangelische Familienfürsorge abgeändert sowie die Rechtsform in einen großen Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit umgewandelt. Neuer Firmensitz wurde Detmold. 1978 erfolgte die Gründung der Bruderhilfe Akademie in Kassel, die ihren Schwerpunkt in Aktivitäten für die Verkehrssicherheit hatte.

1989 gründeten die Bruderhilfe und die Familienfürsorge zusammen mit der Pfarrerkrankenkasse eine neue Vertriebsgesellschaft. Einige Jahre später verfolgte man offiziell das Ziel eines Gleichordnungskonzerns. Der Gleichordnungskonzern der Versicherer im Raum der Kirchen verfügte 1995 über gemeinsamen Vertrieb und Marketing. 2000 kam es zur Verschmelzung der Pax Krankenversicherung VVaG im Bereich der katholischen Kirche (Köln) mit der Familienfürsorge Krankenversicherung VVaG im Raum der Kirchen (Düsseldorf) zur Pax-Familienfürsorge Krankenversicherung auf Gegenseitigkeit mit Sitz in Düsseldorf. 2002 engagierte sich der strategische Partner HUK-Coburg finanziell bei der Familienfürsorge Lebensversicherung und erhielt eine Minderheitenbeteiligung von 37,2 % an der VRK Holding. Im Februar 2003 genehmigte die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) die Neustrukturierung der Versicherer im Raum der Kirchen. Unter dem Motto „Bewährtes erhalten – Neues gestalten“ soll die neue Konzern- und Unternehmensstruktur den Gedanken des Versicherungsvereins auf Gegenseitigkeit mit den aktuellen aufsichtsrechtlichen, marktgerechten und wirtschaftlichen Erfordernissen in Einklang bringen und in Form von Aktiengesellschaften die Zukunftsfähigkeit der Versicherer im Raum der Kirchen sicherstellen. Im Dezember 2004 wurde die strategische Partnerschaft mit der HUK-Coburg weiter ausgebaut. Die Versicherer im Raum der Kirchen wurden Teilkonzern der HUK-Coburg Versicherungsgruppe. Diese übernahm im Wege einer Kapitalerhöhung die Mehrheit von 65 % an der VRK Holding GmbH. 2007 wurde mit dem Umzug der Pax-Familienfürsorge Krankenversicherung von Düsseldorf nach Detmold die Neustrukturierung abgeschlossen. Die seit Mai 2007[6] neu in der HUK-Coburg-Versicherungsgruppe hinzugekommene Gesellschaft IPZ Institut für Pensions-Management und Zusatzversorgung GmbH berät natürliche und juristische Personen zur betrieblichen Altersversorgung und zum Pensionsmanagement. Zielgruppen sind neben Arbeitgebern der privaten Wirtschaft und des öffentlichen Dienstes auch kirchliche und kirchennahe Institutionen.

Im Februar 2012 erneuerte das Unternehmen seinen Markenauftritt („Relaunch“) und firmiert seither unter Versicherer im Raum der Kirchen. Mit einem Festakt im Juni 2012 in Köln feierte das Unternehmen 130 Jahre Krankenversicherung im Raum der Kirchen.

Im Dezember 2018 wurde der Internetauftritt der VRK neu gelauncht.

Im September 2019 werden die drei operativen Versicherungsgesellschaften umfirmiert: Die Bruderhilfe in VRK Sachversicherung AG, die Familienfürsorge in VRK Lebensversicherung AG und die Pax-Familienfürsorge in VRK Krankenversicherung AG.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. An diesem Tag erfolgte die Gründung des Priester-Vereins zur Unterstützung schwer erkrankter Mitglieder, des Vorläufers der Pax-Familienfürsorge Krankenversicherung
  2. a b c d Webpräsenz der VRK.
  3. VRK Holding GmbH. In: moneyhouse.de. Abgerufen am 20. Dezember 2016. Dort HRB-Registereinträge 01.09.2016, 06.09.2016 und 08.09.2016.
  4. Handelsregistereinträge Bruderhilfe Sachversicherung AG im Raum der Kirchen. In: online-handelsregister.de. 9. September 2019, abgerufen am 22. September 2019.
  5. Webpräsenz des Sozialpreises Innovatio.
  6. Siehe Geschäftsbericht 2010 der HUK-Coburg, Abschnitt Beteiligungen.