Vertrag von Malmö (1848)

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Im Vertrag von Malmö vom 26. August 1848 schlossen Dänemark und Preußen einen Waffenstillstand im Schleswig-Holsteinischen Krieg und regelten − vorübergehend − die Machtverhältnisse in der Schleswig-Holsteinischen Frage.

Vertragsabschluss[Bearbeiten]

Wenige Wochen nach Ausbruch des Krieges am 24. März 1848 mussten sich die von der provisorischen Regierung in Kiel aufgestellten Schleswig-Holsteinischen Einheiten vor der überlegenen dänischen Armee zurückziehen. Daraufhin griffen Truppen des Deutschen Bundes unter General Friedrich Graf von Wrangel in den Kampf ein.

Infolgedessen erzwangen die europäischen Großmächte Russland, Frankreich und Großbritannien am 26. August 1848 unter Vermittlung Schwedens den Vertrag von Malmö.

Vertragsbestimmungen[Bearbeiten]

Im Vertrag von Malmö verständigten sich Dänemark und Preußen auf folgende Punkte:

  • Einstellung der Feindseligkeiten zu Wasser und zu Land für die Dauer von sieben Monaten. Automatische Verlängerung, sofern keine der Parteien eine Kündigung einen Monat vor Ablauf ausspricht.
  • Freilassung von Kriegsgefangenen und aus politischen Gründen Inhaftierten.
  • Aufhebung von Blockademaßnahmen und Freigabe von aufgebrachten Schiffen.
  • Räumung sowohl Schleswigs als auch Holsteins von dänischen und Bundestruppen. Ausnahmen: In Holstein dürfen die holsteinischen Verbände verbleiben, während in Schleswig Truppen aufgestellt werden sollen, die lediglich aus dort gebürtigen Soldaten bestehen und der neu zu bildenden Regierung zu unterstellen sind.
  • Bildung einer neuen, aus fünf Mitgliedern bestehenden Regierung. Je zwei von ihnen ernennen der dänische beziehungsweise der preußische König. Das fünfte Mitglied wird von beiden gemeinsam bestimmt. Siehe Gemeinsame Regierung (Schleswig-Holstein)
  • Aufhebung der von der Provisorischen Regierung in Kiel erlassenen Gesetze.

Ratifikation und Kündigung des Vertrages[Bearbeiten]

In der Frankfurter Nationalversammlung wurde die Ratifizierung des Vertrages mit 238 gegen 221 Stimmen abgelehnt, vor allem dank des Widerstandes links-demokratischer Kräfte. Als durch einige Abgeordnete, die ihre Meinung geändert hatten, der Vertrag am 16. September 1848 letztendlich doch ratifiziert werden konnte, kam es zu blutigen Unruhen vor der Frankfurter Paulskirche.[1] Viele Gegner des Vertrags, welche die nationale Einheit anstrebten, fühlten sich verraten.[2] Der Aufruhr konnte erst durch den Einsatz preußischer und österreichischer Truppen niedergeschlagen werden.[3] Auch an anderen Orten kam es im Zuge der Deutschen Revolution von 1848/49 zu Kundgebungen gegen den Vertrag von Malmö.

Gekündigt wurde der Vertrag von Malmö am 22. Februar 1849 durch Dänemark. So begann die zweite Phase des Krieges zwischen Dänemark und einem deutschen Bundesheer unter dem preußischen General Karl von Prittwitz.

Literatur[Bearbeiten]

  • Ernst Rudolf Huber: Deutsche Verfassungsgeschichte seit 1789. Band II - Der Kampf um Einheit und Freiheit 1830 bis 1850, Stuttgart 1960.
  • Helmuth Rönnefahrt (Bearb.): Konferenzen und Verträge. Vertrags-Ploetz. Handbuch der geschichtlich bedeutsamen Zusammenkünfte und Vereinbarungen. Teil II. 1493 - 1952. Ploetz, Würzburg 1953. S. 150f.
  • Deutscher Bundestag (Hg.): Fragen an die deutsche Geschichte - Wege zur Parlamentarischen Demokratie. Bonn, 19. Aufl. 1996. ISBN 3-924521-96-4. (Kapitel II: Die Revolution von 1848/49).

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Otto Vossler: Die Revolution von 1848 in Deutschland. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1967. S. 97.
  2. Karl Obermann: Deutschland von 1815 bis 1849. VEB Deutscher Verlag der Wissenschaften, Berlin, 3. Aufl. 1967. S. 326.
  3. Otto Vossler: Die Revolution von 1848 in Deutschland. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1967. S. 98.