Vier gegen Willi

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Eintrittskarte zur ersten Sendung am 25. September 1986

Vier gegen Willi, auch 4 gegen Willi, war eine TV-Show des Erfinders Jochen Filser, die zwischen dem 11. Oktober 1986 und 1989 als Samstagabendshow in der ARD lief. Die erste Sendung wurde dabei am 25. September 1986 in der Sporthalle Augsburg aufgezeichnet. Moderiert wurde die Sendung von Mike Krüger. Insgesamt wurden 13 Ausgaben produziert, wobei in der letzten Sendung zwei Fernsehfamilien gegeneinander antraten, nämlich die Familie Rombach aus dem „Forsthaus Falkenau“ gegen die Beimers aus der „Lindenstraße“. Titelgebend für die Sendung war der Goldhamster Willi, der als Maskottchen der Sendung diente. Es handelte sich dabei sowohl um ein lebendes Tier als auch um eine Zeichentrickfigur.

Unterhaltungskonzept[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Handlungsplot der Show[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Je Show traten immer zwei Familien gegeneinander an, um im Wettstreit diverse Aufgaben zu meistern. In den ersten Folgen brachten die Familien ihre komplette Wohnzimmereinrichtung, die in die Spielkonzeptionen einbezogen war, mit in die Halle. Nach etwa der Hälfte der produzierten Shows wurde diese Art des Bühnenbildes jedoch aufgegeben. Für jedes Spiel konnten die Kandidaten zwischen drei Schwierigkeitsgraden wählen. Je mehr sie sich zutrauten, umso mehr Sekunden konnten sie für das Endspiel sammeln. Gewann ein Kandidat ein Spiel mit dem Schwierigkeitsgrad drei, so wurden ihm 30 Sekunden, ansonsten nur 20 bzw. zehn Sekunden gutgeschrieben. Im Finale musste dann ein Mitglied jeder Familie den virtuellen Willi auf der großen Videoleinwand einfangen. Die Steuerung dieses Videospiels erfolgte mittels eines futuristisch anmutenden goldenen Anzugs, der an den Oberarmen sowie an Stirn und Gesäß Sensoren besaß. Durch Handschläge auf diese Stellen konnte der Cursor auf der Leinwand bewegt werden, um Willi zu fangen.

Zufallsprinzip der Währungswahl[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Ende der Sendung bekam die aus dem Endspiel hervorgegangene Gewinnerfamilie den erspielten Betrag ausbezahlt. Der Hamster Willi wurde in ein Labyrinth mit drei Ausgängen gesetzt; je nachdem durch welchen Ausgang er ging, bekam die Familie den Betrag in Deutscher Mark, Österreichischem Schilling oder einer geringwertigen, anderen europäischen Währung (z. B. Drachme, Lira) ausbezahlt.

Kurioses und Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einige Elemente der Show waren für die damalige Zeit sehr gewagt. So wurde in einer Sendung der alte VW Passat eines jungen Kandidaten aus Österreich ohne dessen Wissen verschrottet, in einer anderen wurde die Punkrockband Die Toten Hosen zur Sendezeit in die Wohnung einer Kandidatenfamilie gelassen, um dort eine wilde Party zu feiern. Dem Postbeamten Heinrich Gronenberg wurde ein Irokesen-Schopf frisiert.[1] Eine Frau musste über die geölten Körper einer Eishockey-Mannschaft kriechen. 1986 wurde die Sendung durch das Medienfrauentreffen mit dem Negativpreis Saure Gurke ausgezeichnet.[2] Die entsprechenden Kandidaten erhielten in der Sendung zwar eine großzügige Entschädigung (einen neuen VW Golf Cabrio im ersten erwähnten Fall, einen Wohnungs-, Aufräum- und Reinigungsdienst für ein Jahr im zweiten),[1] dennoch wurde die Sendung während ihrer gesamten Laufzeit häufig als zu anarchisch und zu wenig familientauglich kritisiert. Dies war einer der wesentlichen Gründe dafür, dass sie trotz anhaltend hoher Einschaltquoten nach nur drei Jahren abgesetzt wurde.

Die österreichische Regisseurin Heide Pils begleitete in ihrer Reportage "Star für eine Nacht" die Mitglieder eine Grazer Familie, die als Kandidaten an der Show teilnahmen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Mike Krüger über die TV-"Goldgräberzeit": Als Hamster Willi "Wetten dass..?" übertrumpfen sollte, dwdl.de, 12. Oktober 2015
  2. Inferno der guten Laune, Der Spiegel 22/1987, 25. Mai 1987