Österreichischer Schilling

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Schilling
Wertseite einer 1-Schilling-Münze Bildseite mit Edelweiß
Staat: Österreich
Unterteilung: 100 Groschen
ISO-4217-Code: ATS
Abkürzung: S, öS
Wechselkurs:
(fix)

1 EUR = 13,7603 ATS
1 ATS = 0,0726728 EUR

Emittent: OeNB

Der Schilling war von 1925 bis 1938 und von 1945 bis zur Einführung des Euro am 1. Jänner 1999 die Währung und anschließend noch bis zum 28. Februar 2002 gesetzliches Zahlungsmittel der Republik Österreich. Als Folge des österreichischen „Anschlusses“ an das Deutsche Reich diente zwischen 1938 und 1945 die Reichsmark als Währung.

Der Schilling wurde in 100 Groschen unterteilt.

Einführung, Erste Republik und Ständestaat (bis 1938)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Schilling, mit dem Schilling-Rechnungsgesetz vom 20. Dezember 1924 beschlossen und am 1. März 1925 eingeführt, ersetzte die durch Inflation infolge des Ersten Weltkriegs entwertete Währung der k.u.k. Monarchie, die Krone. Ende 1922 wurde der Bundesregierung Seipel I in den Genfer Protokollen von Staaten des Völkerbundes eine Anleihe von 650 Millionen Goldkronen gewährt. Österreich musste sich im Gegenzug zur Stilllegung der Notenpresse verpflichten und der finanziellen Kontrolle des Völkerbundes unterwerfen.

Am 14. November 1922 wurde die Oesterreichische Nationalbank gegründet (sie löste die in Liquidation befindliche „Österreichisch-ungarische Bank, österreichische Geschäftsführung“ ab), deren wichtigste Aufgabe die Sicherung der Stabilität der Währung war. Per Gesetz (BGBl 461/1924) wurde dann der Wert des Schillings auf 10.000 (Papier-)Kronen bzw. 0,21172086 Gramm Feingold (mit betraglich unbegrenzter Einlöseverpflichtung) festgelegt, nachdem bereits aufgrund eines Gesetzes vom 21. Dezember 1923 (BGBl 635/1923) als "Schillinge" bezeichnete 10.000-Kronen-Silbermünzen (und entsprechend Halb- und Doppelschillingen zu 5.000 bzw. 20.000 Kronen) geprägt worden waren.

Gemäß Gesetzeswortlaut bestand die Einlöseverpflichtung aber nur in die Richtung, dass Goldbarren in Noten getauscht werden konnten. Es wurde zwar auch festgelegt, dass "Bundesgoldmünzen" zum genannten Münzfuß geprägt werden müssen, jedoch ist im Gesetz nicht festgehalten, dass man diese Goldmünzen auch jederzeit zum Nennwert erhält.

Interessanterweise durfte die Nationalbank auch nach der Währungsumstellung bis Ende 1926 auf Kronen lautende Banknoten ausgeben (wobei in der Praxis die Wertangabe in beiden Währungen erfolgte.)

Fünf Tage nach dem „Anschluss“ an das Deutsche Reich, am 17. März 1938, wurde der Schilling durch die Reichsmark ersetzt. Der Umtauschkurs war 1,50 Schilling = 1 Reichsmark.

Die Oesterreichische Nationalbank verlor am 25. April das Notenprivileg.[1]

Am 30. November 1945 wurde der Schilling wieder Landeswährung. Er blieb es bis zur Einführung des Euro. Ein Schilling entsprach 100 Groschen. Ursprünglich war statt des Groschens der Stüber geplant. Dies ist insofern interessant, als es sich bei Schilling und Groschen historisch um die gleiche Einheit handelt (12 Pfennig/Pence/Denare bzw. im Süddeutschland und Österreich 30 Pfennig).

Münzen 1925–1938[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gab in der Ersten Republik und im Ständestaat Münzen zu 1, 2, 5, 10, 50 Groschen und ½, 1, 2, 5 Schilling und Banknoten zu 5, 10, 20, 100 und 1000 Schilling. 1926 erfolgte die Ausgabe von Goldmünzen im Wert von 25 und 100 Schilling. Bereits kurz nach der Einführung war der Schilling eine relativ stabile Währung, weshalb er bald auch als Alpendollar bezeichnet wurde.

Übersicht der Umlaufmünzen der Zeit von 1925 bis 1938[2][3]
Nennwert Bild Material Gewicht Durchmesser Erstausgabe Ungültig ab Informationen
1 Groschen 1 Groschen Vorderseite 1 Groschen Rückseite 95 % Cu
4 % Sn
1 % Zn
1,6 g 17 mm 1. März 1925 Entwurf: Heinrich Zita
2 Groschen 2 Groschen Vorderseite 2 Groschen Rückseite 95 % Cu
4 % Sn
1 % Zn
3,3 g 19 mm 1. März 1925 Entwurf: Philipp Häusler
5 Groschen 5 Groschen Vorderseite 5 Groschen Rückseite 75 % Cu
25 % Ni
3,0 g 17 mm 21. Jänner 1931 Entwurf: Philipp Häusler
10 Groschen 10 Groschen Vorderseite 10 Groschen Rückseite 75 % Cu
25 % Ni
4,5 g 22 mm 1925 Entwurf: Heinrich Zita
½ Schilling ½ Schilling Vorderseite ½ Schilling Rückseite 64 % Ag
36 % Cu
3,0 g 19 mm 19. September 1925 Entwurf: Philipp Häusler
50 Groschen 50 Groschen 1934 Vorderseite 50 Groschen 1934 Rückseite 75 % Cu
25 % Ni
5,5 g 24 mm 1. August 1934 Entwurf: Gudrun Baudisch (WS), Michael Powolny (Adler)
50 Groschen 1935 Vorderseite 50 Groschen 1935 Rückseite 75 % Cu
25 % Ni
5,5 g 24 mm 21. Jänner 1935 Entwurf: Gudrun Baudisch (WS), Michael Powolny (Adler)
1 Schilling 1 Schilling 1924 Vorderseite 1 Schilling 1924 Rückseite 80 % Ag
20 % Cu
7,0 g 26 mm 16. Juni 1924 31. Dezember 1926[4] Entwurf: Heinrich Zita
1 Schilling 1925 Vorderseite 1 Schilling 1925 Rückseite 64 % Ag
36 % Cu
6g 25 mm 1. Juli 1925
1 Schilling 1934 Vorderseite 1 Schilling 1934 Rückseite 75 % Cu
25 % Ni
7 g 26 mm 1. August 1934 Entwurf: Gudrun Baudisch (WS), Michael Powolny (Adler)
2 Schilling 2 Schilling 1928 Vorderseite 2 Schilling 1928 Rückseite 64 % Ag
36 % Cu
12,0 g 29 mm 1928 verschiedene Motive; Entwurf Wertseite: Edwin Grienauer; Liste siehe Doppelschilling
2 Schilling 1934 Vorderseite 2 Schilling 1934 Rückseite 64 % Ag
36 % Cu
12,0 g 29 mm 1934 verschiedene Motive; Entwurf Wertseite: Michael Powolny
5 Schilling 5 Schilling Vorderseite 5 Schilling Rückseite 83,5 % Ag
16,5 % Cu
15,0 g 31 mm 1. August 1934 Entwurf: Michael Powolny (WS), Edwin Grienauer (Madonna)
25 Schilling 25 Schilling Vorderseite 90 % Au
10 % Cu
5,9 g 21 mm 1926 Entwurf: Arnold Hartig
90 % Au
10 % Cu
5,9 g 21 mm 1935 Entwurf: Michael Powolny
100 Schilling 100 Schilling Vorderseite 100 Schilling Rückseite 90 % Au
10 % Cu
23,5 g 33 mm 1926 Entwurf: Arnold Hartig
100 Schilling Vorderseite 100 Schilling Rückseite 90 % Au
10 % Cu
23,5 g 33 mm 1935 Entwurf: Michael Powolny (WS), Edwin Grienauer (Madonna)

Banknoten 1925–1938[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen 1925 und 1938 gab es Banknoten zu 5, 10, 20, 50, 100 und 1000 Schilling. Bei der ersten Schilling-Serie aus dem Jahr 1925 nannte man den Plural von Schilling noch Schillinge. Der letzte 100-Schilling-Schein der 1.Republik, der 1936 gedruckt wurde, ist allerdings wegen des Anschlusses Österreichs nicht mehr ausgegeben worden.

Übersicht, österreichische Umlaufbanknoten (1. Republik) bis 1938[5][6]
Nennwert Vorderseite Rückseite Motiv Vorderseite Motiv Rückseite Format Druck Erstausgabe Außerkurs-
setzung
Design
Serie 1925
5 Schillinge 5 Schilling Vorderseite 153 × 81 mm 2. Jänner 1925 8. Juni 1925 31. Juli 1928 Rudolf Junk, Karl Sterrer
10 Schillinge 10 Schilling Vorderseite 166 × 85 mm 2. Jänner 1925 27. April 1925 31. Jänner 1928 Rudolf Junk, Karl Sterrer
20 Schillinge 20 Schilling Vorderseite 179 × 90 mm 2. Jänner 1925 1. Juli 1925 30. Juni 1929 Rudolf Junk, Karl Sterrer
100 Schillinge 100 Schilling Vorderseite 193 × 93 mm 2. Jänner 1925 26. März 1925 30. Juni 1929 Rudolf Junk, Karl Sterrer
1000 Schillinge 1000 Schilling Vorderseite 205 × 98 mm 2. Jänner 1925 11. Mai 1925 31. März 1932 Rudolf Junk, Karl Sterrer
Serie 1927
5 Schilling 5 Schilling Vorderseite junger Mann mit Zirkel Erzberg 110 × 65 mm 1. Juli 1927 24. oder 27. Oktober 1927 31. Jänner 1936 Rudolf Junk, Karl Sterrer
10 Schilling 10 Schilling Vorderseite Merkur Nixe, Dürnstein 70 × 124 mm 3. Jänner 1927 7. März 1927 31. Jänner 1936 Berthold Löffler
20 Schilling 20 Schilling Rückseite Voralpenlandschaft mit säendem Landmann und den Bergen des Salzkammergutes 139 × 76 mm 2. Jänner 1928 23. April 1928 15. Mai 1938 Wilhelm Dachauer
50 Schilling 50 Schilling Vorderseite Karlskirche 157 × 79 mm 2. Jänner 1929 17. Juni 1929 30. November 1936 Alfred Cossmann
100 Schilling 100 Schilling Vorderseite Akademie der Wissenschaften 170 × 85 mm 3. Jänner 1927 5. Dezember 1927 15. Mai 1938 Wilhelm Dachauer
1000 Schilling 1000 Schilling Vorderseite Salzburg mit Festung Hohensalzburg 193 × 90 mm 2. Jänner 1930 15. Mai 1931 15. Mai 1938 Fritz Zerritsch
Serie 1933
10 Schilling 10 Schilling Vorderseite Ruine Aggstein Großglockner 70 × 125 mm 2. Jänner 1933 9. April 1934 15. Mai 1938 Arthur Brusenbauch
50 Schilling 50 Schilling Vorderseite Kirchenanlage Maria Wörth 157 × 79 mm 2. Jänner 1935 8. Juni 1936 15. Mai 1938 Vs.: Rudolf Junk, Karl Sterrer,
Rs.: Rudolf Junk, Josef Seger
100 Schilling 100 Schilling Vorderseite Frau mit Edelweiss Gosausee mit Dachstein 175 × 87 mm 2. Jänner 1936 nicht ausgegeben Rudolf Junk, Josef Seger

Intermezzo Reichsmark[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

100 Schilling (Entwurf)
20 Reichsmark 1939

Nach dem „Anschluss“ Österreichs an das Dritte Reich wurde der Schilling am 15. Mai 1938 mit einem Umtauschwert von 1 RM = 1,50 Schilling durch die Reichsmark abgelöst. Alle Goldbestände wurden von der Reichsbank requiriert und die Oesterreichische Nationalbank in ihrer Funktion aufgelöst. Nach Ansicht der Oesterreichischen Nationalbank war dieser Umtauschkurs für eine österreichische Zustimmung zum Anschluss günstig festgelegt worden. [7]

Der Entwurf eines 100-Schilling-Scheins von 1936 fand sich in der 20-Reichsmark-Note 1939 wieder.

Zweite Republik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem alliierten Einmarsch in Österreich im Mai 1945 strebten die alliierten Besatzungsmächte umgehend einen Ersatz der Reichsmark durch die frühere Schilling-Währung an.[8] Anders als in Italien oder Deutschland musste die Landeswährung durch die „Allied Military Currency“ (Alliierter Militärschilling, Druck 1944 in USA[9] nicht unterstützt, sondern vollständig zum Wechselkurs 1:1 verdrängt werden. Lediglich in der sowjetischen Besatzungszone wurde „Reichsmark“-Besatzungsgeld emittiert.

Bereits am 28. Juni 1945 konnten neue, von den Alliierten gedruckte Schilling-Briefmarken ausgegeben werden.[10] Das „Schillinggesetz“ vom 30. November 1945 regelte dann den Rücktausch restlicher Reichsmarkbestände zum Jahresende (max. 150 RM pro Kopf), von der Oesterreichischen Nationalbank konnten alte Schilling-Druckplatten der letzten Vorkriegsserie für die Banknotenproduktion reaktiviert werden.

1947 wurde der Schilling auf ein Drittel abgewertet. Dazu wurde von den Sparguthaben auch ein Teil vom Staat abgeschöpft (wurde für den Wiederaufbau Österreichs verwendet).

Banknoten der alliierten Militärbehörde 1945[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Alliierte Militärbehörde gab im Jahr 1945 Banknoten zu 50 Groschen, 1, 2, 5, 10, 20, 25, 50, 100 und 1000 Schilling in den westlichen Besatzungszonen (Frankreich, Großbritannien, USA) aus. Der 25-Schilling-Schein kursierte aber nur in der britischen Zone.

Übersicht, österreichische Umlaufbanknoten (alliierte Militärbehörde) 1945[11][12]
Nennwert Vorderseite Rückseite Format Druck Erstausgabe Außerkurs-
setzung
Design
50 Groschen 50 Groschen Vorderseite 50 Groschen Rückseite 115 × 59 mm 1944 Mai 1945 24. Dezember 1947  ??
1 Schilling 1 Schilling Vorderseite 1 Schilling Rückseite 115 × 59 mm 1944 Mai 1945 24. Dezember 1947  ??
2 Schilling 2 Schilling Vorderseite 2 Schilling Rückseite 115 × 59 mm 1944 Mai 1945 24. Dezember 1947  ??
5 Schilling 5 Schilling Vorderseite 5 Schilling Rückseite 114 × 73 mm 1944 Mai 1945 24. Dezember 1947  ??
10 Schilling 10 Schilling Vorderseite 10 Schilling Rückseite 114 × 73 mm 1944 Mai 1945 20. Dezember 1945  ??
20 Schilling 20 Schilling Vorderseite 20 Schilling Rückseite 138 × 77 mm 1944 Mai 1945 20. Dezember 1945  ??
25 Schilling 25 Schilling Vorderseite 25 Schilling Rückseite 138 × 77 mm 1944 Mai 1945 20. Dezember 1945  ??
50 Schilling 50 Schilling Vorderseite 50 Schilling Rückseite 138 × 77 mm 1944 Mai 1945 20. Dezember 1945  ??
100 Schilling 100 Schilling Vorderseite 100 Schilling Rückseite 151 × 85 mm 1944 Mai 1945 20. Dezember 1945  ??
1000 Schilling 1000 Schilling Vorderseite 1000 Schilling Rückseite 151 × 85 mm 1944 Mai 1945 20. Dezember 1945  ??

In der russischen Zone wurden drei andere Banknoten vorbereitet. Allerdings wurde nur eine Banknote auch tatsächlich ausgegeben.

Übersicht, österreichische Umlaufbanknoten (alliierte Militärbehörde) 1945[13][14]
Nennwert Vorderseite Rückseite Format Druck Erstausgabe Außerkurs-
setzung
Design
50 Reichspfennig 100 × 55 mm (1945) nicht ausgegeben  ??
1 Reichsmark 1 Reichsmark Vorderseite 100 × 55 mm (1945) Dezember 1945 20. Dezember 1945  ??
2 Reichsmark 100 × 55 mm oder 97,5 × 53,5 mm (1945) nicht ausgegeben  ??

Münzen 1945–2002[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Münzen gab es zu 1, 2, 5, 10, 20 (zeitweise) und 50 Groschen sowie zu 1, bis 1957 auch zu 2 Schilling, mit zunehmender Geldentwertung später auch zu 5, 10, 20, 25, 50, 100, 200, 500 und 1000 Schilling. Die höheren Werte (25–1000 S) waren vorrangig Sammlerstücke durchwegs in Silber oder Gold-Legierung und hatten außer dem 25-S-Stück wertgleiche Pendants aus Papier. Die Zwanzigschillingmünze wurde 1980 zusätzlich zur 20-S-Banknote speziell für Verkaufsautomaten eingeführt, von der Bevölkerung aber kaum angenommen. Daher wurden Automaten kaum dafür eingerichtet und nach der Euroumstellung war der Ruf nach einer Zwei-Euro-Banknote (dem Wert nach gut 27 S) sehr laut.

Schillingmünzen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Einschillingmünze wurde nach dem Krieg aus Aluminium hergestellt, es gab bis 1957 auch eine etwas größere Zweischillingmünze aus Aluminium. Ab 1959 wurde ein kleinerer Schilling aus Aluminiumbronze hergestellt, sein Abbild wurde der Körper des Sparefrohs, einer Werbefigur der Sparkassen. Die Zehnschillingmünze löste in den 1960er-Jahren die gleichwertige Banknote ab. Sie wurde ursprünglich aus Silber hergestellt, 1974 wurde sie – wegen des (über Nominale) gestiegenen Silberpreises – auf eine billigere Kupfernickel-Legierung, ähnlich der Fünfschillingmünze zuvor, umgestellt. Als der Anstieg des Silberpreises absehbar war, wurden Silberfünfer und Silberzehner aus restlichen im Umlauf befindlichen heraus von Privaten gesammelt.

Einige der zuletzt gültigen Münzen

Groschenmünzen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Groschen waren bis zur Euroeinführung die Ein-, Zwei-, Fünf-, Zehn- und Fünfzig-Groschen-Stücke gültig, sie befanden sich aber infolge der Teuerung immer weniger im Umlauf. Nach der Wiedereinführung des Schilling wurden die 1-Reichspfennig-Stücke mit neuen 1-Groschen-Stücken 1:1 gleichgesetzt,[15] so konnten Produktions- und Umstellungskosten gesenkt werden. Die 1-Groschen-Münze selbst wurde nur kurz um 1947 geprägt, viele Reichspfennige wurden dabei auch mit dem neuen Bild überprägt. Da die seit 1948[16] ausgegebenen 1-Groschen-Münzen im Lauf der Zeit zwar vom Markt verschwanden und ihre Produktion eingestellt wurde – sie wurden bereits in den 1960er-Jahren zu einer Seltenheit –, sie aber nie formal außer Kurs gesetzt wurden, blieben auch die Reichspfennige bis zur Euro-Umstellung theoretisch gesetzliches Zahlungsmittel. Die Zweigroschenmünze wurde im Handel zwar nur bis etwa 1970 verwendet, doch noch bis in die 1990er-Jahre geprägt, hauptsächlich für Sammlersets. 2002 hatte der Aluminium-Schrottwert etwa das Nominal von 2 Groschen erreicht.

Silber- und Goldmünzen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1000-Schilling-Goldmünze Kaiser Karl I. (1999)

Silbermünzen wurden im Wert von 25, 50, 100, 200 und 500 Schilling, Goldmünzen zu 200, 500, 1000 und 2000 Schilling geprägt. Sie galten als normale Zahlungsmittel, waren aber im normalen Zahlungsverkehr nur selten anzutreffen. Viele Stücke wurden nur in besonderen Erhaltungsgraden wie Polierte Platte hergestellt und nur über dem Nennwert verkauft. Sie sind nach wie vor begehrte Sammelobjekte. Eine Ausnahme sind die Wiener Philharmoniker, welche bis 2001 im Schillingnominal geprägt wurden.

Wert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wechselkurs zur D-Mark von 1957 bis 1999 (in Schilling pro DM)

Nach dem Zusammenbruch des Bretton-Woods-Systems 1971 wurde der Schilling an einen Korb aus mehreren Währungen gebunden. Im Juli 1976 erfolgte schließlich die alleinige Koppelung an die äußerst stabile Deutsche Mark. Diese Koppelung wurde zwar niemals offiziell verkündet, die Oesterreichische Nationalbank führte aber sämtliche Kursbewegungen parallel zur D-Mark durch, da Deutschland – damals wie heute – der wichtigste Handelspartner Österreichs war.[17]

Abkürzungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die allgemein und in österreichischen Gesetzen verwendeten Abkürzungen waren S und g. Dem Ausland gegenüber wurde die Abkürzung öS verwendet. Die Abkürzung der Währung nach ISO 4217, die sich nach der Computerisierung der Banken verbreitete, lautete ATS. Handschriftlich wurde das Schilling-S häufig mit deutlichen Serifen geschrieben.

Münzen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Übersicht der österreichischen Münzen (Zweite Republik) bis 28. Februar 2002[18]
Wertseite Rückseite Nennwert Durchmesser Gewicht Material Erstausgabe ungültig ab Informationen
Austria-Coin-1947-1g-RS.jpg Austria-Coin-1947-1g-VS.jpg 1 Groschen 17 mm 1,8 g Zn 5. April 1948 Entwurf: Adolf Hofmann (WS), Michael Powolny (RS)
Austria-Coin-1972-2g-RS.jpg Austria-Coin-1972-2g-VS.jpg 2 Groschen 18 mm 0,9 g 98,5 % Al, 1,5 % Mg 15. Juli 1950 Entwurf: Benno Rost (WS), Michael Powolny (RS)
5 ATS coin-stardado.jpg 5 ATS coin back-stardado.jpg 5 Groschen 19 mm 2,5 g Zn 17. Juni 1948 Entwurf: Adolf Hofmann (WS), Michael Powolny (BS)
10groschen2.png 10groschen2hinten.png 10 Groschen 21 mm 3,5 g Zn 1. Juli 1947 31. Mai 1959 Entwurf: Adolf Hofmann (WS), Michael Powolny (BS)
0 10 ATS coin.jpg 0 10 ATS coin back.jpg 20 mm 1,1 g 98,5 % Al, 1,5 % Mg 27. November 1951 Entwurf: Hans Köttenstorfer
Austria-coin-1954-20g-RS.jpg Austria-coin-1954-20g-VS.jpg 20 Groschen 22 mm 4,5 g 91,5 % Cu, 8,5 % Al 23. Dezember 1950 30. April 1959 Entwurf: Benno Rost (WS), Michael Powolny (RS)
Austria-Coin-1947-50g-RS.jpg Austria-Coin-1947-50g-VS.jpg 50 Groschen 22 mm 1,4 g 98,5 % Al, 1,5 % Mg 11. Dezember 1947 2. Juni 1961 Entwurf: Michael Powolny
0 50 ATS coin.jpg 0 50 ATS coin back.jpg 19,5 mm 3,0 g 91,5 % Cu, 8,5 % Al 1. Oktober 1959 Entwurf: Josef Kölblinger (WS), Ferdinand Welz (RS)
Austria-coin-1957-1S-RS.jpg Austria-coin-1957-1S-VS.jpg 1 Schilling 25 mm 2,0 g 98,5 % Al, 1,5 % Mg 11. Dezember 1947 2. Mai 1961 Entwurf: Michael Powolny
1 ATS coin.jpg 1 ATS coin back.jpg 22,5 mm 4,2 g 91,5 % Cu, 8,5 % Al 1. September 1959 Entwurf: Edwin Grienauer (WS), Ferdinand Welz (RS)
Austria-Coin-1947-2s-VS.jpg Austria-Coin-1947-2s-RS.jpg 2 Schilling 28 mm 2,8 g 98,5 % Al, 1,5 % Mg 11. Dezember 1947 29. Juni 1957 Entwurf: Michael Powolny
5schilling2hinten.png 5 Schilling 31 mm 4,0 g 98,5 % Al, 1,5 % Mg 25. Oktober 1952 15. Februar 1961 Entwurf: Michael Powolny
5ATS.münze.jpg Austria-coin-1991-5S-VS.jpg 23,5 mm 5,2 g 64 % Ag, 36 % Cu 2. Jänner 1961 30. September 1969 Riffelung; Entwurf: Hans Köttenstorfer (WS), Josef Kölblinger (RS)
23,5 mm 4,8 g 75 % Cu, 25 % Ni 15. Jänner 1969 glatter Rand
Austria-coin-1980-10S-RS.jpg Austria-coin-1973-10S-VS.jpg 10 Schilling 27 mm 7,5 g 64 % Ag, 36 % Cu 1. Juli 1957 31. März 1975 Entwurf: Ferdinand Welz
Austria-coin-1980-10S-VS.jpg 26 mm 6,2 g 75 % Cu, 25 % Ni 17. April 1974 Vorderseite unverändert - Rückseite: Bundesadler; Entwurf Kurt Bodlak
Austria-coin-1992-20S-Kärnten-RS.jpg Austria-coin-1980-20S-RepublikOesterreich.jpg 20 Schilling 27,7 mm 8,0 g 92 % Cu, 6 % Al, 2 % Ni 10. Dezember 1980 20 Schilling-Kursmünzen-Reihe als geplanter Ersatz für die 20 Schilling-Note
insgesamt 18 verschiedene Motive,
siehe Liste der österreichischen 20-Schilling-Kursmünzen
25 Schilling 1964.jpg 25 Schilling 1955 Bundestheater.jpg 25 Schilling-Silbermünze 30 mm 13 g 80 % Ag, 20 % Cu 1. Oktober 1955 Drei unterschiedliche Wertseiten, insgesamt 19 verschiedene Motive
siehe Liste der österreichischen 25-Schilling-Gedenkausgaben
50 Schilling 1965.jpg 50 Schilling 1968 50 Jahre Republik.jpg 50 Schilling-Silbermünze 34 mm 20 g 1959–1973: 90 % Ag, 10 % Cu
1974–1978: 64 % Ag, 36 % Cu
20. Februar 1959 Drei unterschiedliche Wertseiten, insgesamt 20 verschiedene Motive
siehe Liste der österreichischen 50-Schilling-Gedenkausgaben
50schilling.png 50 Schilling 1998 EU Ratspraesidentschaft.jpg 50 Schilling-Bimetallmünze 26,5 mm 8,15 g Bimetall:
Ring: 92 % Cu, 6 % Al, 2 % Ni;
Innenteil: Magnimat 7
1996 einheitliche Wertseite, neun verschiedene Bildseiten
siehe Liste der österreichischen 50-Schilling-Gedenkausgaben
100schillinghinten.jpg 100 Schilling 1995.jpg 100 Schilling 1974 I Olympia 1976 A.jpg 100 Schilling 1995 Erste Republik.jpg 100 Schilling-Silbermünze 1974-79:
36 mm
ab 1991:
34 mm
1974-79:
24 g
ab 1991:
20 g
1974–1979:
64 % Ag, 36 % Cu
ab 1991:
90 % Ag, 10 % Cu
23. Dezember 1974 Diverse Varianten der Wertseite; 24 Ausgaben von 1974-1979; 18 Ausgaben im Rahmen unterschiedlicher Serien ab 1991
siehe Liste der österreichischen 100-Schilling-Gedenkausgaben
Vorderseite200schillingioc.jpg 200 Schilling-Silbermünze 40 mm 33,63 g 92,5 % Ag, 7,5 % Cu 12. Jänner 1995 einheitliche Wertseite, zwei verschiedene Bildseiten
siehe Liste der österreichischen 200-Schilling-Gedenkausgaben
500schillingvorderseite.jpg 500schillingroteskreuz.jpg 500 Schilling-Silbermünze 1980–1982:
38 mm
ab 1983:
37 mm
24 g 1980–1982: 64 % Ag, 36 % Cu
ab 1983: 92,5 % Ag, 7,5 % Cu
10. April 1980 Von 1980 bis 1988 34 Ausgaben mit einheitlicher Wertseite; ab 1989 26 weitere Ausgaben mit frei gestalteten Wert- und Bildseiten
siehe Liste der österreichischen 500-Schilling-Gedenkausgaben

Banknoten 1945–2002[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Übersicht, österreichische Umlaufbanknoten (2. Republik) bis 28. Februar 2002[19][20]
Nennwert Vorderseite Rückseite Motiv Vorderseite Motiv Rückseite Format Druck Erstausgabe Außerkurs-
setzung
Design
Interimsnoten 1945 (bis zum Inkrafttreten des Währungsschutzgesetzes ausgegeben)
10 Schilling 10 Schilling Ruine Aggstein Großglockner 68 × 122 mm 29. Mai 1945 13. Dezember 1945 24. Dezember 1947 Arthur Brusenbauch
20 Schilling 20 Schilling Voralpenlandschaft mit säendem Landmann und den Bergen des Salzkammergutes 137 × 73 mm 29. Mai 1945 13. Dezember 1945 24. Dezember 1947 Wilhelm Dachauer
100 Schilling 100 Schilling Akademie der Wissenschaften 164 × 85 mm 29. Mai 1945 13. Dezember 1945 24. Dezember 1947 Wilhelm Dachauer
1000 Schilling 1000 Schilling Salzburg 185 × 92 mm 29. Mai 1945 13. Dezember 1945 24. Dezember 1947 Fritz Zerritsch
Interimsnoten 1947 (ab Inkrafttreten des Währungsschutzgesetzes ausgegeben)
5 Schilling 5 Schilling Vorderseite 5 Schilling Rückseite junger Mann mit Zirkel Erzberg 110 × 67 mm 4. September 1945 11. Dezember 1947 27. Februar 1954 Rudolf Junk, Karl Sterrer
10 Schilling 1000 Schilling Ruine Aggstein, Zweite Ausgabe Großglockner 68 × 132 mm 29. Mai 1945 11. Dezember 1947 15. September 1949 Arthur Brusenbauch
50 Schilling 50 Schilling Kirchenanlage Maria Wörth 154 × 78 mm 29. Mai 1945 11. Dezember 1947 14. Februar 1953 Vs.: Rudolf Junk, Karl Sterrer,
Rs.: Rudolf Junk, Josef Seger
100 Schilling 100 Schilling Zweite Ausgabe Akademie der Wissenschaften 177 × 85 mm 29. Mai 1945 11. Dezember 1947 30. April 1948 Wilhelm Dachauer
1000 Schilling 1000 Schilling Vorderseite 1000 Schilling Rückseite Zweite Ausgabe Salzburg 185 × 92 mm 1. September 1947 11. Dezember 1947 29. Juni 1957 Fritz Zerritsch
Serie 1950
10 Schilling 10 Schilling Vorderseite 10 Schilling Rückseite Münzerturm in Hall in Tirol 125 × 70 mm 2. Februar 1946 25. August 1949 30. April 1952 Josef Seger
20 Schilling 20 Schilling Vorderseite 20 Schilling Rückseite Wien 140 × 75 mm 2. Februar 1946 12. April 1948 30. Juni 1951 Josef Seger
100 Schilling 100 Schilling Vorderseite 100 Schilling Rückseite Gosausee vor Dachstein (Oberösterreich) 165 × 83 mm 2. Jänner 1947 28. Jänner 1948 27. Februar 1954 Josef Seger
100 Schilling 100 Schilling Wien und Donau 176 × 85 mm 3. Jänner 1949 3. November 1949 15. April 1959 Erhard Amadeus-Dier
100 Schilling 100 Schilling 2. Auflage Wien und Donau 176 × 85 mm 3. Jänner 1949 7. Juli 1952 15. April 1959 Erhard Amadeus-Dier
Serie 1950
5 Schilling 5 Schilling Vorderseite 5 Schilling Rückseite junger Mann mit Zirkel, Ausgabe 1951 Erzberg 110 × 67 mm 4. September 1945 1951 27. Februar 1954 Rudolf Junk, Karl Sterrer
10 Schilling 10 Schilling Spanische Hofreitschule Vorderseite 10 Schilling Spanische Hofreitschule Rückseite Spanische Hofreitschule Schloss Belvedere, ohne Auflagenbezeichnung 132 × 65 mm 2. Jänner 1950 26. Mai 1951 15. April 1959 Vs.: Rupert Franke, Rs.: Erhard Amadeus-Dier
10 Schilling 10 Schilling Spanische Hofreitschule Vorderseite 10 Schilling Spanische Hofreitschule Rückseite Spanische Hofreitschule Schloss Belvedere, 2. Auflage 132 × 65 mm 2. Jänner 1950 24. September 1954 15. April 1959 Vs.: Rupert Franke, Rs.: Erhard Amadeus-Dier
20 Schilling 20 Schilling Joseph Haydn Vorderseite 20 Schilling Joseph Haydn Rückseite Joseph Haydn Kalvarienberg Eisenstadt 148 × 70 mm 2. Jänner 1950 25. September 1950 29. Juni 1957 Erhard Amadeus-Dier
50 Schilling 50 Schilling Jakob Prandtauer Vorderseite 50 Schilling Jakob Prandtauer Rückseite Jakob Prandtauer Stift Melk 164 × 75 mm 2. Jänner 1951 25. Oktober 1952 30. April 1964 Vs.: Erhard Amadeus-Dier, Hedwig zum Tobel, Rs.: Erhard Amadeus-Dier, Rupert Franke
100 Schilling 100 Schilling Franz Grillparzer Vorderseite 100 Schilling Franz Grillparzer Rückseite Franz Grillparzer Dürnstein 176 × 85 mm 2. Jänner 1954 14. Oktober 1955 30. April 1964 Josef Franz Renner
500 Schilling 500 Schilling Julius Wagner-Jauregg Vorderseite 500 Schilling Julius Wagner-Jauregg Rückseite Julius Wagner-Jauregg Universität Wien 186 × 88 mm 2. Jänner 1953 5. Dezember 1953 30. September 1967 Josef Franz Renner
1000 Schilling 1000 Schilling Anton Bruckner Vorderseite 1000 Schilling Anton Bruckner Rückseite Anton Bruckner Bruckner-Orgel Stift Sankt Florian 192 × 89 mm 2. Jänner 1954 23. Jänner 1956 30. April 1964 Roman Hellmann und evtl. Erhard Amadeus-Dier
Serie 1956
20 Schilling 20 Schilling Carl Auer von Welsbach Vorderseite 20 Schilling Carl Auer von Welsbach Rückseite Carl Auer von Welsbach Maria Rain (Kärnten) 132 × 65 mm 2. Juli 1956 3. Dezember 1956 28. Februar 1970 Roman Hellmann
50 Schilling 50 Schilling Richard Wettstein Vorderseite 50 Schilling Richard Wettstein Rückseite Richard Wettstein Burg Mauterndorf 140 × 70 mm 2. Juli 1962 11. März 1963 28. Februar 1973 Roman Hellmann
100 Schilling 100 Schilling Johann Strauss Vorderseite 100 Schilling Johann Strauss Rückseite Johann Strauss Schloss Schönbrunn 150 × 75 mm 1. Juli 1960 25. September 1961 31. März 1972 Roman Hellmann
1000 Schilling 1000 Schilling weisser Kaplan Vorderseite 1000 Schilling weisser Kaplan Rückseite Viktor Kaplan, weiße Variante Kraftwerk Ybbs-Persenbeug 150 × 75 mm 2. Jänner 1961 5. Februar 1962 30. April 1962 Roman Hellmann
1000 Schilling 1000 Schilling weisser Kaplan Vorderseite 1000 Schilling weisser Kaplan Rückseite Viktor Kaplan, blaue Variante Kraftwerk Ybbs-Persenbeug 160 × 84 mm 2. Jänner 1961 26. November 1962 31. März 1972 Roman Hellmann
Serie 1966
20 Schilling 20 Schilling Carl von Ghega Vorderseite 20 Schilling Carl von Ghega Rückseite Carl von Ghega Semmeringbahn 132 × 65 mm 2. Juli 1967 4. November 1968 30. September 1989 Roman Hellmann
50 Schilling 50 Schilling Ferdinand Raimund Vorderseite 50 Schilling Ferdinand Raimund Rückseite Ferdinand Raimund Burgtheater 140 × 70 mm 2. Jänner 1970 15. Februar 1972 31. August 1988 Roman Hellmann
50 Schilling 50 Schilling Ferdinand Raimund Vorderseite 50 Schilling Ferdinand Raimund Rückseite Ferdinand Raimund, 2. Auflage Burgtheater 140 × 70 mm 2. Jänner 1970 19. September 1983 31. August 1988 Roman Hellmann
100 Schilling 100 Schilling Angelika Kauffmann Vorderseite 100 Schilling Angelika Kauffmann Rückseite Angelika Kauffmann Bregenzerwälderhaus 150 × 75 mm 2. Jänner 1969 19. Oktober 1970 28. November 1986 Roman Hellmann
100 Schilling 100 Schilling Angelika Kauffmann Vorderseite 100 Schilling Angelika Kauffmann Rückseite Angelika Kauffmann, 2. Auflage Bregenzerwälderhaus 150 × 75 mm 2. Jänner 1969 1. Juni 1981 28. November 1986 Roman Hellmann
500 Schilling 500 Schilling Joseph Ressel Vorderseite 500 Schilling Joseph Ressel Rückseite Joseph Ressel Dampfschiff Civetta 155 × 80 mm 1. Juli 1965 24. Oktober 1966 31. August 1987 Roman Hellmann
1000 Schilling 1000 Schilling Bertha von Suttner Vorderseite 1000 Schilling Bertha von Suttner Rückseite Bertha von Suttner Leopoldskron, Hohensalzburg 159 × 84 mm 1. Juli 1966 21. September 1970 30. August 1985 Roman Hellmann
Serie 1983
20 Schilling 20 Schilling Moritz Daffinger Vorderseite 20 Schilling Moritz Daffinger Rückseite Moritz Daffinger Albertina 123 × 62 mm 1. Oktober 1986 19. Oktober 1988 28. Februar 2002 Robert Kalina
50 Schilling 50 Schilling Sigmund Freud Vorderseite 50 Schilling Sigmund Freud Rückseite Sigmund Freud Josephinum 130 × 65 mm 2. Jänner 1986 19. Oktober 1987 28. Februar 2002 Roman Hellmann oder Robert Kalina
100 Schilling 100 Schilling Eugen Boehm Vorderseite 100 Schilling Eugen Boehm Rückseite Eugen Böhm von Bawerk Aula der Alten Universität Wien, erbaut 1735 bis 1755 von Jean Nicolas Jadot de Ville-Issey, seit 1857 Sitz der Akademie der Wissenschaften. 137 × 68,5 mm oder 138 × 68 mm 2. Jänner 1984 14. Oktober 1985 28. Februar 2002 Roman Hellmann oder Robert Kalina
500 Schilling 500 Schilling Otto Wagner Vorderseite 500 Schilling Otto Wagner Rückseite Otto Wagner Wiener Postsparkasse 144 × 72 mm 1. Juli 1985 20. Juni 1986 oder 20. Oktober 1986 28. Februar 2002 Roman Hellmann oder Robert Kalina
1000 Schilling 1000 Schilling Erwin Schrödinger Vorderseite 1000 Schilling Erwin Schrödinger Rückseite Erwin Schrödinger Universität Wien 152 × 76 mm 3. Jänner 1983 14. November 1983 20. April 1998 Roman Hellmann oder Robert Kalina
5000 Schilling 5000 Schilling Wolfgang Amadeus Mozart Vorderseite 5000 Schilling Wolfgang Amadeus Mozart Rückseite Wolfgang Amadeus Mozart und stilisierte Ansicht von Salzburg. Wiener Staatsoper 160 × 80 mm 4. Jänner 1988 17. Oktober 1989 28. Februar 2002 Robert Kalina
Serie 1997
500 Schilling 500 Schilling Rosa Mayreder Vorderseite 500 Schilling Rosa Mayreder Rückseite Rosa Mayreder Rosa und Karl Mayreder, Gruppenbild der Teilnehmerinnen des Bundestags Österreichischer Frauenvereine in Wien 1911. 148 × 72 mm 1. Jänner 1997 20. Oktober 1997 28. Februar 2002 Robert Kalina
1000 Schilling 1000 Schilling Karl Landsteiner Vorderseite 1000 Schilling Karl Landsteiner Rückseite Karl Landsteiner Karl Landsteiner in seinem Labor im Pathologisch-Anatomischen Institut der Universität Wien. Modell eines Poliovirus und stilisierte Form des Vorgangs der Blutgruppenbestimmung. 154 × 72 mm 1. Jänner 1997 20. Oktober 1997 28. Februar 2002 Robert Kalina

Wäre der Schilling als Währung beibehalten worden, wären neue Ausgaben der Banknoten zu 20, 50, 100 und 5000 Schilling produziert worden, passend zu den 1997 eingeführten neuen 500- und 1000-S-Scheinen. Auf ihnen wären Gustav Klimt, Ida Pfeiffer, Franz Schubert und Marie von Ebner-Eschenbach abgebildet worden.[21]

Ende der Schillingwährung 1999–2002[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Per 1. Jänner 1995 trat Österreich der Europäischen Union bei und bewarb sich erfolgreich um die Teilnahme an der geplanten Gemeinschaftswährung.

Eurokurs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Schilling wurde als Buchgeld am 1. Jänner 1999 durch den Euro abgelöst. Der mit den anderen Euroländern vereinbarte, bis zur Bargeldumstellung nicht veränderte Wechselkurs zum Euro betrug 1 Euro = 13,7603 Schilling.

Schillingumtausch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bargeldeinführung des Euros fand am 1. Jänner 2002 statt; der Kurs für historische Umrechnungen blieb unverändert. Der Schilling blieb bis 28. Februar 2002 mit dem Euro gleichberechtigtes gesetzliches Zahlungsmittel.[22]

Von den Geldinstituten wurden Münzen und Banknoten der Schillingwährung noch ein Jahr lang in Euro umgetauscht. Kaufhausketten veranstalteten über dieses Jahr hinaus Eintauschaktionen, bei denen noch mit Schilling bezahlt werden konnte. Seit einigen Jahren veranstaltet die OeNB eine „Euro-Info-Tour“ bei der Schilling-Altbestände in vielen österreichischen Gemeinden bei einer mobilen Filiale in Euro getauscht werden können. Trotz solcher Aktionen gab es zum 31. Dezember 2014 immer noch Schillingbestände im Wert von 630,3 Millionen Euro, darunter 283 Millionen Euro in Schillingmünzen.[23] Die Besitzer waren nicht bekannt.

Die zuletzt gültigen Noten und Münzen werden von der Oesterreichischen Nationalbank unbefristet – und kostenlos – eingewechselt. Für alle älteren Noten gab/gibt es eine zeitlich begrenzte Umtauschfrist. So können die 500-Schilling-Note aus dem Jahr 1986 (mit dem Abbild von Otto Wagner) sowie die 1000-Schilling-Note aus dem Jahr 1983 (mit dem Abbild von Erwin Schrödinger) bis zum 20. April 2018 umgetauscht werden.[24] Von diesen bis 2018 befristeten Banknoten waren Ende 2014 noch umgerechnet 112,6 Millionen Euro ausständig. Alle älteren Banknoten können nicht mehr getauscht werden, so lief beispielsweise für die 1000-Schilling-Banknote aus dem Jahr 1966 mit dem Abbild von Bertha von Suttner die Eintauschfrist am 30. August 2005 ab. Laut Nationalbank waren zu diesem Zeitpunkt noch ganze 463.000 Stück im Umlauf, dies entsprach einem Wert von 33,6 Millionen Euro. Mit Ablauf der Umtauschfrist wurde der entsprechende Wert der noch ausständigen Banknoten von der Nationalbank ins Bundesbudget eingezahlt, diese also als verloren abgeschrieben und ausgebucht.

Banknoten mit zeitlich begrenztem Umtausch (Präklusivfristen)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1.000 S/IV. Form Erwin Schrödinger - umtauschbar bis 20. April 2018
  • 500 S/III. Form Otto Wagner - umtauschbar bis 20. April 2018[25]

Abgelaufene Eintauschfristen der Serie 1966 und Serie 1983[26]

  • 1.000 S/III. Form Berta v. Suttner - 30. August 2005
  • 500 S/II. Form Josef Ressel - 31. August 2007
  • 100 S/V. Form Angelika Kaufmann - 28. November 2006
  • 100 S/V. Form (2. Auflage) Angelika Kaufmann - 28. November 2006
  • 50 S/III. Form Ferdinand Raimund - 31. August 2008
  • 50 S/III. Form (2. Auflage) Ferdinand Raimund - 31. August 2008
  • 20 S/IV. Form Carl Ritter v. Ghega - 30. September 2009

Geldwert 2009[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Schilling bzw. eine Reichsmark entsprach 2009 etwa folgendem aktuellen Geldwert:[27][28]

  • S-Preise 1930: 2,96 €
  • RM-Preise 1938: 4,68 €
  • RM-Preise 1944: 3,74 €
  • S-Preise 1955: 0,46 €
  • S-Preise 1970: 0,28 €
  • S-Preise 1980: 0,15 €
  • S-Preise 1990: 0,11 €
  • S-Preise 1999: 0,09 € (1999 zu 0,07267 € umgerechnet; Inflationsrate seither: 22 %, entspricht etwa 2 % pro Jahr)

Kurioses[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Umstellung von der Krone zum Schilling war gleitend bis zum 1. Juli 1926. Zur letztmöglichen Umstellung wurde folgende amtliche Mitteilung herausgegeben:

„Ab sofort muss in Schilling und Groschen abgerechnet werden. Zuwiderhandelnde Personen werden mit 60.000 Kronen bestraft.“

Amtliche Mitteilung[29]

Bei der 50-Schilling-Münze aus dem Prägejahr 1999 Johann Strauß fehlt die Angabe des Prägejahrs.[30]

Von der 20-Schilling-Banknote aus dem Ausgabejahr 1950 gibt es zwei Varianten: eine mit Schreibfehler „OESTERREICHISCEE“ und eine ohne Schreibfehler „OESTERREICHISCHE“ im Unterdruck links und rechts unten auf der Vorderseite. Erstaunlicherweise ist die Variante ohne Schreibfehler die seltenere und somit in Sammlerkreisen auch die teurere.[31][32][33]

Die weiße Variante des 1000-Schilling-Scheins aus dem Jahr 1961 ist die teuerste österreichische Banknote der 2.Republik. Er war nur wenige Monate im Umlauf, weil er dasselbe Format hatte wie der 100-Schilling-Schein und deswegen oft mit diesem verwechselt wurde. Er wurde wieder eingezogen und durch einen etwas größeren blauen Schein mit gleichem Bild ersetzt.[34]

Anhand der Darstellung des Viadukts über die Kalte Rinne auf der 20-Schilling-Note von 1968 kursierte um 1970/1980 in Oberösterreich folgender Witz: Person A: „Hast du schon den Radfahrer auf der Brücke gesehen?“ / Person B: „Wo?“ / A: „Na hier: Ganz klein. Schau genau …“ / B: „Nein ich seh' ihn nicht.“ / A: „Tja, jetzt ist er schon weg, vorbeigefahren …“ / B stutzt. / A: „Hast du denn schon mal einen Radfahrer auf einer Eisenbahnbrücke gesehen?“ A lacht und verweist auf die Worte Semmering und auf der Vorderseite Ghega, wodurch praktisch jedem klar wurde, dass es sich um eine Bahnstrecke handelt.[35]

Beim Zugunglück auf der Südbahn vom 1. Dezember 2015 kam der betroffene Güterzug genau an der Stelle zu stehen, die die Mitte der Abbildung der 20-Schilling-Banknote von 1968 darstellt. Nach links und damit nach Südwesten in Richtung Semmering und Graz fahrend mit der vorderen Hälfte der Zuglänge am Kalte-Rinne-Viadukt und - teilweise entgleist - im Tunnel der Polleroswand rechts der Bildmitte. Das Bild zeigt am Viadukt die Masten der Oberleitung der Elektrifizierung von 1959.[36]

Der Schilling wird im Wienerlied „Du guater Schilling, pfiat di Gott“, geschrieben von Ludwig Prachtl und Franz Pelz, besungen.[37]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Karl Bachinger et al.: Abschied vom Schilling. Eine österreichische Wirtschaftsgeschichte. Verlag Styria, Graz-Wien-Köln 2001, ISBN 3-222-12872-3.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Vom Schilling zum Euro. Österreichische Nationalbank, archiviert vom Original am 20. Januar 2013, abgerufen am 1. Juni 2013.
  2. Übersicht der Umlaufmünzen der Zeit von 1925 bis 1938 (Memento vom 3. Februar 2011 im Internet Archive), Münze Österreich
  3. Günter Schön: Kleiner Deutscher Münzkatalog von 1871 bis heute München 2000
  4. Einziehung der alten Schillingmünzen. In: Die Neue Zeitung, 31. Dezember 1926, S. 2 (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/nzg „Die ursprünglich ausgeprägten Schillinge mit der Jahreszahl 1924 werden mit 31. Dezember 1926 endgültig aus dem Verkehre gezogen und kommen von diesem Zeitpunkte an nicht mehr als gesetzliche Zahlungsmittel in Betracht.“
  5. Katalog der österreichischen Banknoten ab 1759, 2. Auflage. Eigenverlag, 2010, ISBN 978-3-200-01957-7, S. 191–204.
  6. Papiergeld Spezialkatalog Österreich 1759–2010. Frühwald, 2010, ISBN 978-3-9502590-4-9, S. 113–118.
  7. Umrechnung Reichsmark in Schilling - Website der Oesterreichischen Nationalbank (Memento vom 28. November 2010 im Internet Archive)
  8. F. A. Southard in: The finances of European liberation with special reference to Italy, S. 37ff, Google Books
  9. Allied Military Currency)
  10. Erste „Posthorn“-Briefmarkenserie 1945
  11. Katalog der österreichischen Banknoten ab 1759, 2. Auflage. Eigenverlag, 2010, ISBN 978-3-200-01957-7, S. 222–232.
  12. Papiergeld Spezialkatalog Österreich 1759–2010. Frühwald, 2010, ISBN 978-3-9502590-4-9, S. 127–131.
  13. Katalog der österreichischen Banknoten ab 1759, 2. Auflage. Eigenverlag, 2010, ISBN 978-3-200-01957-7, S. 233–236.
  14. Papiergeld Spezialkatalog Österreich 1759–2010. Frühwald, 2010, ISBN 978-3-9502590-4-9, S. 132–133.
  15. Schillinggesetz, Staatsgesetzblatt 1945/231, § 2 d
  16. Verordnung zur Ausgabe von Scheidemünzen zu 1 Groschen, BGBl. 1948/61.
  17. Parlamentarische Materialien
  18. Übersicht der österreichischen Münzen (Zweite Republik) bis 28. Februar 2002 (Memento vom 3. Februar 2011 im Internet Archive), Münze Österreich
  19. Katalog der österreichischen Banknoten ab 1759, 2. Auflage. Eigenverlag, 2010, ISBN 978-3-200-01957-7, S. 239–280.
  20. Papiergeld Spezialkatalog Österreich 1759–2010. Frühwald, 2010, ISBN 978-3-9502590-4-9, S. 134–152.
  21. Ron Wise's Banknoteworld: Austria, 1995. Abgerufen am 1. Juni 2013.
  22. § 2 des Eurogesetzes, BGBl. I Nr. 72/2000
  23. Bargeldumlauf. Abgerufen am 10. Juni 2015.
  24. Oesterreichische Nationalbank - Banknotentausch. Abgerufen am 1. Juni 2013.
  25. Umtausch von Schilling - OeNB
  26. Banknoten mit zeitlich begrenztem Umtausch - OENB auf archive.org vom 5. April 2003 (Memento vom 5. April 2003 im Internet Archive)
  27. Erste österreichische Spar-Casse (Hrsg.): Wien, am Graben 21. 150 Jahre Erste österreichische Spar-Casse, 150 Jahre österreichische Geschichte, Wien 1969
  28. Verbraucherpreisindex 1966
  29. Anmerkungen zur Schilling-Nostalgie im Kurier vom 8. Juni 2011. Archiviert vom Original am 14. August 2011, abgerufen am 9. Juni 2011. (Original-Artikel im Kurier-Archiv ist nur für Abonnenten zugänglich.)
  30. Florian Schön: Münzkatalog Österreichischer Schilling, 2015.
  31. Katalog der österreichischen Banknoten ab 1759, 2. Auflage. Eigenverlag, 2010, ISBN 978-3-200-01957-7, S. 255.
  32. Papiergeld Spezialkatalog Österreich 1759–2010. Frühwald, 2010, ISBN 978-3-9502590-4-9, S. 142.
  33. Übersicht über alle Schilling-Banknoten ab 1925. Abgerufen am 22. September 2015.
  34. Die Geldmarie, Der kleine Kaplan-Tausender. Abgerufen am 13. November 2017.
  35. Anm.: Wäre tatsächlich ein Radfahrer auf dem 184 Meter langen Kalte-Rinne-Bahnviadukt, abgebildet mit einer Länge von etwa 30 Millimeter, zu sehen, so wäre im selben Maßstab die Länge des Fahrrads etwa zwei Lithografiestriche breit.
  36. Güterzug auf Südbahnstrecke entgleist., In: ORF.at, 1. Dezember 2015.
  37. Du guater Schilling, pfiat di Gott. (PDF) Notenblatt auf der Website Radio Wienerlied.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]