Vierkantschlüssel

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Vierkantschlüssel nach UIC-Norm wie er von den Eisenbahnern verwendet wird. Innen- und Außenvierkant sind konisch.
Vierkantschloss an den Bugklappen eines ICE-Zuges

Als Vierkantschlüssel bezeichnet man üblicherweise einen Schraubenschlüssel für Schrauben mit quadratischem Kopf. Für Schrauben mit Innenvierkant gibt es beispielsweise den Robertson-Schraubendreher. Der Vierkantschlüssel besteht, von Sonderformen abgesehen, aus einem Innenvierkant, der an seinem oberen Ende mit einem Griff versehen ist. Ein Innenvierkant ist ein dickwandiges Metallrohr, dessen Innenseite nicht rund, sondern – im Querschnitt betrachtet – quadratisch ist. Diese quadratische Innenform passt auf das im Schloss befindliche Gegenstück, den dort hervorstehenden Außenvierkant, welcher eine entsprechend große quadratische Form hat. Setzt man den Vierkantschlüssel mit dem Innenvierkant auf das Schloss mit dem Außenvierkant auf, so kann man diesen drehen, wie eine Schraube mit einem Schraubendreher oder eine Mutter mit einem Schraubenschlüssel, und so das Schloss oder das Ventil, das durch den Vierkant gesichert ist, öffnen bzw. schließen.

Vierkantprofile können nur geringe Kräfte übertragen, weil beim Betätigen eine sehr hohe Flächenpressung an den Kanten des Schlüssels auftritt, der sich dadurch verformt. Schlösser mit Vierkant bieten nur einen geringen Schutz gegen unbefugtes Betätigen, weshalb zunehmend andere Schlösser zum Einsatz kommen.

Vorteil des Vierkantprofiles für den Betätigungsstift ist jedoch eine einfache Herstellung gegenüber anderen in Frage kommenden Profilen. Ein Torx-Profil kann z.B. nicht mit Standard-Zerspanungswerkzeugen hergestellt werden. Als Vorteil kann auch angesehen werden, dass sich ein Vierkantschloss im Notfall auch mit Behelfswerkzeug (Zange/Schraubenschlüssel) betätigen lässt.

Es gibt den Vierkantschlüssel in verschiedenen Größen, die der Kantenlänge des Quadrates entsprechen; die gängigsten sind 7 mm und 8 mm, die Größe kann jedoch von wenigen Millimetern bis zu mehreren Zentimetern reichen.

Vierkantschlüssel finden Anwendung bei der Eisenbahn (Kantenlänge: 8 mm), an Fenstern, einfachen Schaltkästen und Hydranten (Schieberschlüssel), Wässerhähnen, sowie zur Betätigung von Entlüfterventilen an Heizkörpern. Weitere Beispiele sind Schaltschränke und Schutzabdeckungen im Maschinen- und Anlagenbau.

Verlängerungen für Schraubnüsse werden häufig mit Vierkantprofilen mit einer Kugelraste verbunden.

Im Eisenbahnwesen wird der Vierkantschlüssel auch "Berner Schlüssel" genannt (im englischen Sprachraum "Berne Key"), nach dem Abkommen von Bern vom 15. Mai 1886, bei dem verschiedene technische Parameter für den grenzüberschreitenden Eisenbahnverkehr vereinbart wurden.