Vilhelm Thomsen

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Vilhelm Thomsen

Vilhelm Ludwig Peter Thomsen (* 25. Januar 1842 in Kopenhagen; † 12. Mai 1927 ebenda) war ein dänischer Sprachforscher.

Leben und wissenschaftliches Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er war ein Sprachforscher, der sich in gleicher Weise für die indogermanische Sprachfamilie interessierte wie für die finno-ugrischen Sprachen. Von 1887 bis 1913 war er Professor für Sprachwissenschaften an der Universität Kopenhagen. Im akademischen Jahr 1901/02 amtierte er als Rektor der Universität.

1893 gelang ihm die Entzifferung des Alphabets der alttürkischen sogenannten Orchon-Runen. Drei Jahre später veröffentlichte und interpretierte er die beiden damals bekannten Orchontexte. Er erschloss damit eine Sprache, die um mehrere Jahrhunderte älter war als alle bisher bekannten türkischen Inschriften.

Für seine wissenschaftlichen Leistungen wurde er am 24. Januar 1911 durch seine Aufnahme in den preußischen Orden Pour le Mérite für Wissenschaft und Künste als ausländisches Mitglied geehrt.[1] 1912 wurde er mit dem dänischen Elefanten-Orden geehrt und war damit der erste bürgerliche Ordensträger des 20. Jahrhunderts.

Veröffentlichungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Den gotiske Sprogklasses Indflydelse paa den Finske, 1869; deutsch 1870 (über den Einfluss der germanischen Sprachen auf die finnisch-lappischen).
  • Déchiffrement des inscriptions de l’Orkhon et de l’Iénisséi. Notice préliminaire, In: Bulletin de l'Academie Royale du Danemark 1893, S. 285-299.
  • Inscriptions de l'Orkhon déchiffrées. Helsingfors 1896.
  • Sprogvidenskabens Historie, 1902; deutsch 1927.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Der Orden Pour le Mérite für Wissenschaften und Künste. Die Mitglieder des Ordens. Band II. Gebr. Mann-Verlag, Berlin 1978, S. 252.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wikisource: Vilhelm Thomsen – Quellen und Volltexte