Villa Falconieri

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Dieser Artikel beschreibt das Gebäude in Italien. Für den gleichnamigen Film von Richard Oswald siehe Villa Falconieri (Film).
Villa Falconieri
Eingangshalle

Die Villa Falconieri ist eine Villa in der italienischen Stadt Frascati, knapp 20 Kilometer südöstlich von Rom.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Villa Falconieri ist die älteste einer Reihe von Villen in Frascati. Sie wurde im Auftrag von Alessandro Rufini gebaut, weshalb sie zunächst den Namen Villa Rufina trug. Im Jahr 1546 ließ Papst Paul III. sie erweitern. 1628 kaufte Orazio Falconieri das Gebäude und beauftragte Francesco Borromini mit der Beaufsichtigung der Renovierungsarbeiten. Sein Ziel war es, auf dem Gelände der Villa für sich und seinen Bruder, Kardinal Lelio Falconieri, eine Grablege errichten zu lassen. An der Umgestaltung des Hauses wirkten neben Borromini bedeutende Architekten wie Antonio da Sangallo der Jüngere mit. Die Fresken im Inneren wurden u.a. von Pier Leone Ghezzi, Giacinto Calandrucci, Ciro Ferri und Niccolò Berrettoni angefertigt. Zur Villa gehört ein ausgedehnter Park, der im 17. Jahrhundert angelegt wurde.

Seit 1874 lebte der deutsche Schriftsteller Richard Voß in dem Gebäude und schrieb hier einige seiner Werke, darunter den 1896 publizierten Roman Villa Falconieri. Die Geschichte einer Leidenschaft, der 1928 verfilmt wurde. Im Jahr 1905 kaufte der Berliner Bankier Ernst von Mendelssohn-Bartholdy die Villa und machte sie 1907 Kaiser Wilhelm II. zum Geschenk. Im April 1911 besuchten Kronprinz Wilhelm und seine Frau Prinzessin Cecilie die Villa Falconieri. 1921 wurde sie vom italienischen Staat enteignet und im Zweiten Weltkrieg durch Bombenangriffe beschädigt, danach aber grundlegend restauriert. Heute beherbergt die Villa die Hauptquartiere des Centro Europeo dell' Educazione (CEDE) und INVALSI.

Fresko im Sommersalon

Koordinaten: 41° 48′ 26″ N, 12° 41′ 22″ O