Virtuelle Fachbibliothek Musikwissenschaft

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Die Virtuelle Fachbibliothek Musikwissenschaft, kurz ViFaMusik ist ein von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördertes Projekt zur Bereitstellung von Quellen und Materialien für Musik und Musikwissenschaft.

Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Virtuelle Fachbibliothek Musikwissenschaft wurde von 2005 bis 2013 bei der Bayerischen Staatsbibliothek zusammen mit dem Staatlichen Institut für Musikforschung in Berlin und der Gesellschaft für Musikforschung auf- und ausgebaut. Seit 2014 ist sie Bestandteil des an der Bayerischen Staatsbibliothek (BSB) beheimateten „Fachinformationsdienst Musikwissenschaft“. Neben den beteiligten Institutionen ist die musikwissenschaftliche Fach-Community eng in die Weiterentwicklung der ViFaMusik eingebunden. Dazu dient ein Beirat für den Fachinformationsdienst Musikwissenschaft. Die Mitglieder dieses Beirates sind auf der ViFaMusik-Webseite zu finden.[1]

Angebote der ViFaMusik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ViFaMusik-Suche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein zentrales Angebot der ViFaMusik ist die Metasuche, bei der mit einer Suche in vielen verschiedenen Datenquellen gleichzeitig gesucht werden kann, u.a. in den Musikbeständen von renommierten europäischen Musikbibliotheken in Berlin, Leipzig, London, München und Wien, in der RISM-Datenbank, in Inhaltsverzeichnissen von einschlägigen Zeitschriften und in sorgfältig ausgewählten Internetressourcen.

Fachinformationsführer und Webarchivierung von Internetressourcen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im ViFaMusik-Fachinformationsführer werden musikwissenschaftlich relevante Internetressourcen erschlossen und über eine eigene Browsing- und Suchoberfläche bereitgestellt. Derzeit sind im Fachinformationsführer knapp 3.000 Internetressourcen zu finden. Seit 2014 wird eine Teilmenge dieser Webseiten inkl. deren Unterseiten nach Einholung einer entsprechenden Genehmigung des Rechteinhabers zweimal pro Jahr kopiert und langzeitarchiviert. Die archivierten Webseiten sind im Katalog der Bayerischen Staatsbibliothek verzeichnet und unveränderbar.

Digitale Sammlungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Rubrik „Digitale Sammlungen“ wird eine Vielzahl von digitalen musikwissenschaftlichen Angeboten verschiedener Institutionen aufgelistet.

Dokumentenserver[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im ViFaMusik-Dokumentenserver werden mit URNs versehene born-digital-Dokumente und Retrodigitalisate publiziert. Die Dokumente werden durch die BSB langzeitarchiviert.

Experten- und Institutsdatenbank[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Expertendatenbank enthält knapp 1000 musikwissenschaftliche Expertinnen und Experten aus dem deutschsprachigen Raum. Die Pflege dieser Daten obliegt den Experten selbst. Über die eindeutige Nummer der Gemeinsamen Normdatei (GND) sind die Experteneinträge mit den Literaturlisten aus der Deutschen Nationalbibliothek, dem Bibliotheksverbund Bayern und der Bibliographie des Musikschrifttums (BMS online) verknüpft. In der ViFaMusik-Institutsdatenbank sind knapp 200 musikwissenschaftliche und musikpädagogische Institute im deutschsprachigen Raum aufgelistet.

RIdIM[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das "Répertoire International d'Iconographie Musicale" (RIdIM) ist ein internationaler Verbund zur Verzeichnung und Erschließung von Musik- und Tanzdarstellungen im Bereich der bildenden Kunst und des Kunsthandwerks. Im Rahmen des ViFaMusik-Projektes wurde eine Weboberfläche zur Präsentation der Daten der deutschen RIdIM-Arbeitsstelle aufgebaut.[2]

RISM-OPAC[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das „Répertoire International des Sources Musicales“ (RISM) hat das Ziel, möglichst umfassend und weltweit die musikalischen Quellen (vor allem handschriftliche und gedruckte Noten) zu dokumentieren. Die Implementierung des RISM-OPAC wurde hauptsächlich durch Projektmittel der ViFaMusik finanziert. Die RISM-Daten sind als Datenquelle in die ViFaMusik-Suche eingebunden. Außerdem stehen die RISM-Daten als Linked Open Data im MARC-XML-Format und im RDF-Format auf einer Unterseite des RISM-OPAC zur Verfügung.

Handwörterbuch der musikalischen Terminologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ViFaMusik stellt das Handwörterbuch der musikalischen Terminologie (HmT) inkl. Volltextsuche online bereit und hat es in die ViFaMusik-Suche eingebunden. Sämtliche Artikel des HmT wurden gescannt, mit OCR bearbeitet und mit einer speziellen Präsentationsform versehen. Jede einzelne Seite besitzt einen persistenten Link und ist somit zitierfähig. In der Vollansicht eines HmT-Artikels werden zudem sämtliche im Text erkannte selbständige, musiktheoretische Publikationen vor 1900 angezeigt. Wenn diese online als Digitalisate frei verfügbar sind, wird der Benutzer mittels stabilem Link zu diesen Digitalisaten weiter geleitet.

Audiosammlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Audiosammlung der ViFaMusik ist eine Zusammenstellung von verschiedenen Internetressourcen mit relevanten Audio-Inhalten. Sie ist gegliedert in Tondokumente, Datenbanken & Archive, Dokumentationen, Sprachaudios, Apps, Radio, Film, Streaming und Experimentelles.

Themenportale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ViFaMusik bietet allen Fachgruppen der Gesellschaft für Musikforschung die Möglichkeit, Themenportale in der ViFaMusik zu erstellen und zu pflegen.

Ausbaupläne und Ziele der ViFaMusik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den nächsten Jahren sind weitere Ausbaustufen bei der ViFaMusik geplant

  • Einbindung von weiteren Datenquellen in die ViFaMusik-Suche, so dass daraus mittelfristig ein Europäischer Musikkatalog wird
  • Aufbau einer zentralen Datenbank zum Nachweis von Konzert- und Opernprogrammen in deutschen Bibliotheken, Archiven und anderen Einrichtungen
  • Ausbau des ViFaMusik-Dokumentenserver mit zusätzlichen Inhalten und mit weiteren Funktionalitäten mit dem Ziel, das DINI-Zertifikat „Open Access Repositorien und –Publikationsdienste“ zu erhalten
  • Weiterentwicklung des RISM-OPAC und der RIdIM-Datenbank [3]
  • Aufbau einer Infrastruktur zur Langzeitarchivierung von digitalen musikwissenschaftlichen Editionen

Neuigkeiten werden auf dem ViFaMusik-Blog [4] oder via Twitter [5] bekanntgegeben.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jürgen Diet: „Stand und Perspektiven der ViFaMusik im Rahmen des neuen Fachinformationsdienstes Musikwissenschaft“, Bibliotheksdienst, Band 50, Heft 2 (Februar 2016)
  • Jürgen Diet: „Die aktuellen Angebote der ViFaMusik und deren Ausbaupläne“, Die Tonkunst, Band , Heft 1 (April 2015), S. 190-191.
  • Jürgen Diet, Reiner Nägele: „Der Fachinformationsdienst Musikwissenschaft und die neue Rolle der ViFaMusik“, Bibliothek Forschung und Praxis, Band 38, Heft 1 (April 2014), S. 56-61.
  • Judith I. Haug (Hrsg.): "Musikwissenschaft im Digitalen Zeitalter. Symposium der Virtuellen Fachbibliothek Musikwissenschaft", Göttingen 2012. München, Münster und Berlin: Virtuelle Fachbibliothek Musikwissenschaft 2013. Online-Publikation.
  • Adrian Kuhl, Andrea Zedler: „Wissenschaftliche Arbeitstechniken“, in: Musikwissenschaft studieren, hg. von Kordula Knaus und Andrea Zedler, München 2012, S. 62–68.
  • Reiner Nägele: „Vom Nutzen der ViFaMusik für die Musikwissenschaft. Eine Positionsbestimmung“, Zeitschrift für Bibliothekswesen und Bibliographie, Band 59 , Heft 3-4 (August 2012), S. 137-145.

Rezensionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. https://www.vifamusik.de/ueber-uns/
  2. http://www.ridim-deutschland.de
  3. Zum Ausbau von RIdIM-Datenbank und RISM-OPAC
  4. https://vifamusik.wordpress.com/
  5. https://twitter.com/vifamusik