Vlog

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Ein Vlogging-Beispiel: Der ehemalige russische Präsident Dmitri Medwedew nach seinem Lateinamerika-Besuch im November 2008

Ein Video-Blog, auch als VLog oder V-Log bezeichnet, ist ein Kunstwort aus „Video“ und „Blog“ bzw. „Weblog“. Ein Vlog ist – gleich einem Blog – eine Website, die periodisch neue Einträge (mehrheitlich oder ausschließlich) als Video enthält. Die Tätigkeitsform ist vlogging.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Das Wort „Vlog“ wurde im deutschsprachigen Raum in der Folge des Seebebens im Indischen Ozean im Dezember 2004 bekannt. Fernsehstationen zeigten Videobilder von der Katastrophe, die sie nicht von ihren Korrespondenten vor Ort, sondern aus dem Internet bezogen hatten.

Seit es grafische Browser gibt, wurden auch audiovisuelle Sequenzen im Internet verlinkt. Nicht nur die langsame Datenübertragung verhinderte eine schnellere Verbreitung dieser technischen Anwendungsmöglichkeit von HTML. Auf ein Bild kann zwar ein Link gelegt werden, aber bereits die Inhaltsanalyse ist bis heute noch ungelöst (Konvertierung von Bild zu Text als Basis weiterer Verlinkungsmöglichkeit). Ein Vlog steht gegenüber einem Blog aber bereits vor dem zusätzlichen Aufwand, dass nicht nur Filme hergestellt werden müssen, sondern diese – um sie für Hyperlinks und insbesondere für die RSS-Technologie zugänglich zu machen – ergänzend auch textbasiert dokumentiert werden müssen.

Steve Mann bezeichnete seine ersten Ergebnisse in diesem Umfeld als glogs (cyborg logs). Auch das Wort „Vog“ wird als Eigenbeschreibung benutzt. Durch die Verfügbarkeit von schnelleren Datenübertragungen werden aber auch immer mehr Blogs Videosequenzen aufnehmen und die Grenzen zwischen Blog und Vlog verwischen.

In Analogie zu einem Blog sind die Beiträge in einem Vlog überwiegend eigene Werke des Vloggers, darin unterscheidet sich ein Vlog von einer Sammlung von Web-Videos.

Geovlog[Bearbeiten]

Bei einem Geovlog werden einem Video noch zusätzlich geografische Daten wie Längen- und Breitengrad hinzugefügt. Mangels Unterstützung von Metainformationen in Videodateien geschieht dies durch spezielle Programmierung auf der Webseite, auf der das Video veröffentlicht wird. Zusätzlich können Geodaten in RSS-Feeds zu jeder Videopublikation hinzugefügt werden.

Interpretationen[Bearbeiten]

Blogger und Vlogger nutzen massenmediale Ergebnisse, um aus ihnen individuelle oder themenspezfische Zusammenträge und Kommentierungen zu generieren. Dennoch finden Vlogs zunehmend Anerkennung als journalistisches Medium und werden u. a. auch schon bei Awards mit Hinsicht zur Förderung der Pressefreiheit bedacht, so z. B. The BOBs.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. vgl. auch Wired vom 13. Juli 2005

Literatur[Bearbeiten]

  • Sherry Turkle: Leben im Netz: Identität in Zeiten des Internet. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1998, ISBN 3-498-06517-3
  • Howard Rheingold: Smart Mobs: The Next Social Revolution. Basic Books, Cambridge, Mass. 2003, ISBN 0-7382-0861-2