Wärschtlamo

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Wärschtlamo mit typischem Messingkessel[1]
Denkmal am Sonnenplatz

Der Wärschtlamo (oberfränkisch für Würstchenmann) ist ein für die Stadt Hof typischer mobiler Würstchenverkäufer. Er verkauft Wiener Würstchen, Knackwurst, Weißwurst und Bauern (Debrecziner) auf offener Straße. Zur Ausstattung eines Wärschtlamo gehören ein rechteckiger, als Bauchladen tragbarer Wärschtlakasten aus Messing mit Holzkohlenrost, eine Büchse mit Senf und ein großer Henkelkorb für Bredla (oberfränkisch für Brötchen). Im Kessel werden die Wärschtla (oberfränkisch für Würstchen) im Wasserdampf erhitzt, um dann im Bredla (Brötchen) mit Senf serviert zu werden. In der Regel werden die Würstchen paarweise und ohne Verpackung verkauft. Der Verzehr geschieht üblicherweise im öffentlichen Raum. Die Wärschtlamänner sind Montag bis Freitag und am Samstagvormittag in der Hofer Altstadt unterwegs.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im 1871 erstmals von der Stadt Hof angelegten Gewerbe-Register wurde ein Johann Albrecht Sandner als Wursthändler eingetragen und gilt deshalb als erster Hofer Wärschtlamo. Der in manchen Chroniken als erster Hofer Wärschtlamo genannte Johann Georg Jahn hingegen wurde erst im Jahre 1880 eingetragen.[2] Im Jahr 2021 hat ein Komitee wegen der geplanten 150-Jahr-Feier entschieden, dass der Wursthändler Sandner 1871 als Erster mit heißen Hofer Wärschtla unterwegs war. Da diese im dafür entwickelten Kessel im Dampf und nicht in Wasser erhitzt wurden, war der Kessel vergleichsweise leicht und konnte auch im Betrieb an einem Schulterriemen getragen werden. Diesen trug er zusammen mit dem Brotkorb, was die Kosten für einen eigenen Stand ersparte. Der traditionelle Ruf des Wärschtlamo ist ein lauter Pfiff, gefolgt von „Haaß senn sa – kolt wern sa“ (heiß sind sie – kalt werden sie).

Den heutigen Wärschtlamännern ist auch ein fester Standort erlaubt, an der Ausrüstung hat sich nichts Wesentliches geändert. Es gibt auch Wärschtlakästen, in denen das Erhitzen im Wasserbad erfolgt. Bis in die 1920er-Jahre wuchs die Anzahl der Wärschtlamänner (darunter waren und sind auch Frauen)[3] auf über 20. Heute teilen sich fünf bis sechs die Standorte in der Hofer Altstadt.

Am Sonnenplatz wurde dem Hofer Wärschtlamo ein Denkmal gesetzt.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hofer Wärschtlamo: Cetin Samat
  2. Stadtarchiv Hof, BX 40, Bl. 96b und c
  3. Hof-Berichterstattung. Mein Leben "in Bayern ganz oben"/