Wachstum (Biologie)

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In der Biologie wird mit Wachstum bezeichnet:

Beispiele für verschiedene Arten von Wachstum sind also das Zellwachstum, das Tumorwachstum (Gewebewachstum), das Wachstum von Pflanzen, Tieren und Menschen (Individuenwachstum), das Wachstum von Bakterienkulturen (Populationswachstum). Wachstum ist eine der Bedingungen für das Leben. Nahezu alle Lebewesen brauchen Wachstum für ihre Vermehrung und Fortpflanzung.

Das Wachstum einer einzelnen Zelle ist ein hoch komplexer Vorgang. Das Wachstum eines mehrzelligen Organismus beruht vor allem auf der Vermehrung (Proliferation) von Zellen. Um sich vermehren zu können, brauchen die Zellen entsprechende Reize. Bei einigen Lebewesen werden sie zum Beispiel unter anderem durch spezielle Hormone (Wachstumshormone) und andere Wachstumsfaktoren (EGF – epidermal growth factor; IGF – insuline-like growth factor; PDGF – platelet-derived growth factor) ausgeübt. Die Wachstumsfaktoren werden entweder von den sich vermehrenden Zellen selbst oder von übergeordneten Zellverbänden gebildet. Diese Faktoren, die an die Zellen koppeln, aktivieren innerhalb der Zelle bestimmte Gene, die den Zellzyklus antreiben und dann zur Teilung der Zelle führen.

Steuerung des Wachstums[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wachstum eines Individuums muss räumlich und zeitlich strukturiert ablaufen. Bei vielzelligen Tieren gibt es beispielsweise die hormonelle Kontrolle und auch die Kontaktinhibition der Zellteilung. Bei Vielzellern werden oft die Zellen mit dem Wachstum und der weiteren Entwicklung des Individuums differenziert, wodurch sie verschiedene Aufgaben übernehmen können.

Die zeitliche Steuerung erfolgt bei vielen Lebewesen durch Faktoren der Umgebung. So wird eine typische Wachstumsperiode für Pflanzen in Mitteleuropa mit dem Frühling beginnen und im Herbst enden. Je nach besonderen Anforderungen der Standorte oder Lebewesen treten hiervon abweichende Perioden auf. Als Beispiel müssen die Unterwuchs-Pflanzen im Rotbuchenwald mit der starken Beschattung durch die Baumkronen zurechtkommen und zeigen daher in jedem Jahr zwei Wachstumsperioden. Eine davon findet zwischen dem Winterende und dem Ausbringen des Laubes der Buchen statt, die zweite Periode liegt zwischen dem Laubfall und dem folgenden Winter.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Renate Lüllmann-Rauch (2003): Taschenlehrbuch Histologie