Wahl zum Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten 1894

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Sitzverteilung
254
1
93
9
254 93 
Von 357 Sitzen entfallen auf:

[1][Anm 1]

Die Wahlen zum Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten 1894 fanden am 6. November statt und resultierten in einer politischen Neuausrichtung, nämlich einem klaren Sieg der Republikaner, welcher entscheidend für die Wahlen 1896 war. In drei Staaten fanden die Wahlen bereits zwischen Juni und September 1894 statt.

Die Wahlen der Mitglieder des Repräsentantenhaus im Jahre 1894 fanden in der Mitte der zweiten Amtszeit von Präsident von Grover Cleveland statt. Die Nation war in ihrer tiefsten wirtschaftlichen Depression jeher gefolgt von der Panik von 1893. Somit standen wirtschaftliche Fragen im Vordergrund. Im Frühjahr beschädigte der große Kohlestreik die Wirtschaft des Mittleren Westens und der Mittelatlantikstaaten. Er wurde von Gewalt begleitet. Die Bergleute verloren den Streik und viele bewegte es zur Populist Party. Unmittelbar nachdem der Kohlestreik beendet wurde führte Eugene V. Debs einen landesweiten Eisenbahnerstreik, den Pullman-Streik, an. Damit wurde über Wochen hinweg das nationale Transportsystem westlich von Detroit lahmgelegt bis Präsident Cleveland unter Einsatz von Bundestruppen den Streik beendete.

Die zersplitterte und desorientierte Demokratische Partei wurde überall außer im Süden des Landes minimiert. Sie verlor mehr als die Hälfte ihrer Sitze an die Republikanische Partei. Auch im Süden verloren die Demokraten Sitze an die Republikanisch-Populistischen Wahl-Fusion in Alabama, Texas, Tennessee und North Carolina.[2][3]

Die Demokraten verloren schließlich 127 Sitze in der Wahl, während die Republikaner 130 Sitze gewannen (nach der Auflösung von mehreren umstrittenen Wahlen). Dies ist der größte Wendepunkte in der Geschichte des Repräsentantenhauses und macht die Wahl zum größten Sieg der Zwischenwahlen der gesamten Geschichte der Vereinigten Staaten. Keine politische Partei hatte bis 1932 wieder dreistellige Sitzverluste zu verzeichnen.

Die wichtigsten Fragen handelten von der schweren wirtschaftlichen Depression, für die die Republikaner die konservativen Bourbon-Demokraten mit Cleveland an der Spitze verantwortlich machten. Cleveland-Unterstützer verloren ihren Einfluss auf die Partei stark und eröffneten 1896 so die Möglichkeit zur Übernahme durch den Silverist-Flügel der Partei. Die Populistische Partei stellte Kandidaten im Süden und Mittleren Westen, verlor aber in der Regel an Boden außerhalb Alabama, North Carolina, Tennessee und Texas. Die Demokraten hatten im Wahlkampf versucht, eine religiöse Frage einzumischen, indem sie behaupteten, die Republikaner seien im Bunde mit der antikatholischen American Protective Association. Die Vorwürfe scheinen entkräftet, da Katholiken sich zur Republikanischen Partei hin bewegten.[4]

Wahlzusammenfassung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Sitz wurde für Utah hinzugefügt.

254 93 9 1
Republikaner Demokraten P S
Bundesstaat Typ Sitze
Gesamt
Republikaner Demokraten Populisten Silver
Sitze Änderung Sitze Änderung Sitze Änderung Sitze Änderung
Alabama District 9 2 2 5 4 2 2 0
Arkansas District 6 0 6 0 0
Kalifornien District 7 6 3 1 2 0 1 0
Colorado District 2 1 1 0 1 1 0
Connecticut District 4 4 3 0 3 0 0
Delaware At-large 1 1 1 0 1 0 0
Florida District 2 0 2 0 0
Georgia District 11 0 11 0 0
Idaho At-large 1 1 0 0 0
Illinois District[Anm 2] 22 22 11 0 11 0 0
Indiana District 13 13 11 0 11 0 0
Iowa District 11 11 1 0 1 0 0
Kansas District
+at-large
8 7 4 0 1 4 0
Kentucky District 11 6 5 5 5 0 0
Louisiana District 6 0 6 0 0
Maine[Anm 3] District 4 4 0 0 0
Maryland District 6 3 3 3 3 0 0
Massachusetts District 13 12 3 1 3 0 0
Michigan District 12 12 5 0 5 0 0
Minnesota District 7 7 3 0 2 0 1 0
Mississippi District 7 0 7 0 0
Missouri District 15 11 9 4 9 0 0
Montana At-large 1 1 0 0 0
Nebraska District 6 5 2 0 1 1 1 0
Nevada At-large 1 0 0 1 0 1
New Hampshire District 2 2 0 0 0
New Jersey District 8 8 6 0 6 0 0
New York District 34 30 16 4 16 0 0
North Carolina District 9 3 2 2 6 4 4 0
North Dakota At-large 1 1 0 0 0
Ohio District 21 19 9 2 9 0 0
Oregon[Anm 3] District 2 2 0 0 0
Pennsylvania District
+2 at-large
30 28 8 2 8 0 0
Rhode Island District 2 2 2 0 2 0 0
South Carolina District 7 1 6 0 0
South Dakota At-large 2 2 0 0 0
Tennessee District 10 4 2 6 2 0 0
Texas District 13 1 1 12 1 0 0
Vermont[Anm 3] District 2 2 0 0 0
Virginia District 10 2 2 8 2 0 0
Washington At-large 2 2 0 0 0
West Virginia District 4 4 4 0 4 0 0
Wisconsin District 10 10 6 0 6 0 0
Wyoming At-large 1 1 1 0 1 0 0
1895 election
Utah[Anm 4] At-large 1 1 1 0 0 0
Gesamt[Anm 5] 357 254[1]
71,1 %
111 93[1]
26,1 %
107 9[1]
2,5 %
4 1[1]
0,3 %
1
Sitze der beliebtesten Partei pro Staat
  • 80,1 - 100 % Demokraten
 
  • 80,1 - 100 % Republikaner
  • 60,1 - 80 % Demokraten
 
  • 60,1 - 80 % Republikaner
  • Bis zu 60 % Demokraten
  • Bis zu 60 % Populisten
  • Bis zu 60 % Republikaner
Netto-Sitzänderung der Partei-Repräsentanz
  • 6+ Demokraten
 
  • 6+ Republikaner
  • 3 bis 5 Demokraten
 
  • 3 bis 5 Republikaner
  • 1 bis 2 Demokraten
  • 1 bis 2 Populisten
  • 1 bis 2 Republikaner
  • keine Änderung

Frühe Wahltermine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1894 hielten drei Staaten – mit 8 Sitzen unter ihnen – Wahlen ab:

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Dubin (S. 312) zählt 244 Republikaner, 105 Demokraten, 7 Populisten und 1 Silver-Anhänger zur Eröffnung des 54. Kongress der USA bevor die Ergebnisse einiger umstrittenen Wahlen zu Gunsten der Republikaner- (und einiger Populisten)-Kandidaten gekippt wurden. Dubin zählt 253 Republikaner, 93 Demokraten, 9 Populisten und 1 Silver-Anhänger zu Beginn der zweiten Sitzung des 54. Kongresses, was Martis nahe kommt' (S. 148–49).
  2. "At-large" Sitze wurden herausgerechnet.
  3. a b c Wahl fanden vorher statt.
  4. Neu aufgenommener Staat
  5. Inklusive späterer Wahlen.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e Martis, S. 148–149.
  2. The New York Times TimesMachine: SENATE AND HOUSE SECURED; REPUBLICAN CONTROL IN THE NEXT CONGRESS ASSURED.
  3. African-Americans and Populism (Memento vom 22. Juni 2006 im Internet Archive)
  4. Jensen (1971), Chap. 9.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Office of the Historian - Office of Art & Archives, Office of the Clerk, U.S. House of Representatives (englisch)