Kongresswahlbezirk

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Die 435 Kongresswahlbezirke (Stand 2012)

Ein Kongresswahlbezirk (auch Kongressdistrikt; englisch congressional district) ist ein Wahlkreis zur Wahl der Mitglieder des Repräsentantenhauses der Vereinigten Staaten. Die wahlberechtigte Bevölkerung jedes Wahlkreisbezirks bestimmt während der Kongresswahlen in den Vereinigten Staaten eine Person, die einen Sitz im Repräsentantenhaus einnimmt und dort ihren Wahlkreis vertritt.

Die Grenzen dieser Kongresswahlbezirke werden von den Bundesstaaten selbst entsprechend den ihnen zugeteilten Sitzen im Repräsentantenhaus in der Regel alle 10 Jahre nach dem Zensus festgelegt, wobei die Bevölkerungszahl in jedem Wahlkreis möglichst gleich groß sein muss. Die meisten Bundesstaaten nehmen dieses Prinzip sehr genau und zeichnen Wahlkreise, deren Bevölkerung sich höchstens um eine Person unterscheidet. Für den Zuschnitt der Wahlkreise ist in den meisten Staaten die Staatslegislative zuständig, die die Wahlkreiseinteilung als einfaches Gesetz verabschiedet. Deswegen kommt den Parlaments- und Gouverneurswahlen (da dieser ein Veto einlegen kann) vor dem Zensus eine besondere Bedeutung zu, um eine Manipulierung der Wahlkreisen zugunsten der regierenden Partei zu ermöglichen. Dieser Vorgang wird Gerrymandering genannt, welcher aber oft als undemokratisch kritisiert wird, weswegen viele Bundesstaaten die Einteilung der Wahlkreise an unabhängige Kommissionen abgegeben haben.[1]

Die Verteilung der insgesamt 435 Sitze unter den Bundesstaaten erfolgt entsprechend ihrer Bevölkerungsstärke, die vom United States Census Bureau mittels einer alle zehn Jahre durchgeführten Volkszählung festgestellt wird, mit Hilfe des Hill-Huntington-Verfahrens, wobei jedem Bundesstaat mindestens ein Sitz zugeteilt wird. Ein Kongresswahlbezirk hatte nach dem letzten Zensus 2010 etwa 710.000 Einwohner.[2]

Aufgrund großer Bevölkerungsunterschiede zwischen den Bundesstaaten und der festen Anzahl zu verteilender Sitze, haben die Bundesstaaten eine stark unterschiedliche Anzahl von Sitzen. So haben Alaska, Delaware, Montana, North Dakota, South Dakota, Vermont und Wyoming nur jeweils einen Kongresswahlbezirk (genannt 'At-large-District'), Kalifornien hingegen ist mit 53 Kongressabgeordneten im Repräsentantenhaus vertreten.

Statistik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der flächenmäßig größte Kongresswahlbezirk ist der mit dem US-Bundesstaat Alaska deckungsgleiche Wahlbezirk Alaska At-Large mit 1.717.854 km².
  • An fünfter Stelle liegt jener größte Kongresswahlbezirk der USA, der aber Teil eines Bundesstaats ist, der 2. Kongresswahlbezirk von New Mexico, welcher 185.805 km² groß ist.
  • 9 der 10 kleinsten Kongresswahlbezirke der USA liegen in New York, darunter auch der der mit einer Fläche von 26,5 km² kleinste aller 435 Kongresswahlkreise: der 13. Wahlbezirk von New York.

Die 20 größten Wahlkreise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nr. Distrikt Fläche in km² Abgeordnete(r) (ab 2021)
1 Alaska At-large 1.481.354 Don Young (R)
2 Montana At-large 376.981 Matt Rosendale (R)
3 Wyoming At-large 251.491 Liz Cheney (R)
4 South Dakota At-large 196.542 Dusty Johnson (R)
5 New Mexico-2 185.806 Yvette Herrell (R)
6 Oregon-2 179.857 Cliff Bentz (R)
7 North Dakota At-large 178.648 Kelly Armstrong (R)
8 Nebraska-3 174.658 Adrian M. Smith (R)
9 Texas-23 150.374 Tony Gonzales(R)
10 Nevada-2 144.600 Mark Amodei (R)
11 Arizona-1 142.553 Tom O'Halleran (D)
12 Kansas-1 136.086 Tracey Mann (R)
13 Nevada-4 132.085 Steven Horsford (D)
14 Colorado-2 128.806 Joe Neguse (D)
15 New Mexico-3 116.443 Teresa Leger Fernandez (D)
16 Idaho-2 111.954 Mike Simpson (R)
17 Utah-2 103.569 Chris Stewart (R)
18 Idaho-1 102.093 Russ Fulcher (R)
19 Texas-13 99.325 Ronny Jackson (R)
20 Colorado-4 98.687 Ken Buck (R)

Die 20 kleinsten Wahlkreise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nr. Distrikt Fläche in km² Abgeordnete(r) (ab 2019)
1 New York-13 27 Adriano Espaillat (D)
2 New York-10 37 Jerrold Nadler (D)
3 New York-15 38 José Serrano (D)
4 New York-12 39 Carolyn B. Maloney (D)
5 New York-9 41 Yvette Clarke (D)
6 New York-7 42 Nydia Velázquez (D)
7 New York-14 74 Alexandria Ocasio-Cortez (D)
8 New York-8 77 Hakeem Jeffries (D)
9 New York-6 78 Grace Meng (D)
10 Kalifornien-12 101 Nancy Pelosi (D)
11 Kalifornien-34 124 Jimmy Gomez (D)
12 New York-5 135 Gregory Meeks (D)
13 Illinois-4 136 Jesús García (D)
14 New Jersey-8 142 Albio Sires (D)
15 Kalifornien-37 144 Karen Bass (D)
16 Kalifornien-40 150 Lucille Roybal-Allard (D)
District of Columbia At-large 160 Eleanor Holmes Norton (D)
17 Illinois-7 162 Danny K. Davis (D)
18 Massachusetts-7 163 Ayanna Pressley (D)
19 New York-11 171 Max Rose (D)
20 Kalifornien-46 186 Lou Correa (D)

Anzahl[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Zensus des Jahres 2020 wird Texas zwei zusätzliche Sitze im Repräsentantenhaus bekommen und künftig 38 Mandate im Repräsentantenhaus stellen. Weiters werden Colorado (künftig 8), Florida (28), Montana (2), North Carolina (14) und Oregon (6) je einen zusätzlichen Wahlbezirk bekommen. Folgende sieben Staaten werden nach den Midterm Elections 2022 einen Wahlkreis verlieren: Illinois (künftig 17), Kalifornien (52), Michigan (13), Ohio (15), New York (26), Pennsylvania (17) und West Virginia (2)[3].

Anzahl der Kongresswahlbezirke nach Bundesstaat
Bundesstaat Zensus 2000
(bis 112. Congress/2012)
Zensus 2010
(ab 113. Congress/2013)
Zensus 2020
Alabama 7 7 7
Alaska 1 1 1
Arizona 8 9 9
Arkansas 4 4 4
Colorado 7 7 8
Connecticut 5 5 5
Delaware 1 1 1
Florida 25 27 28
Georgia 13 14 14
Hawaii 2 2 2
Idaho 2 2 2
Illinois 19 18 17
Indiana 9 9 9
Iowa 5 4 4
Kalifornien 53 53 52
Kansas 4 4 4
Kentucky 6 6 6
Louisiana 7 6 6
Maine 2 2 2
Maryland 8 8 8
Massachusetts 10 9 9
Michigan 15 14 13
Minnesota 8 8 8
Mississippi 4 4 4
Missouri 9 8 8
Montana 1 1 2
Nebraska 3 3 3
Nevada 3 4 4
New Hampshire 2 2 2
New Jersey 13 12 12
New Mexico 3 3 3
New York 29 27 26
North Carolina 13 13 14
North Dakota 1 1 1
Ohio 18 16 15
Oklahoma 5 5 5
Oregon 5 5 6
Pennsylvania 19 18 17
Rhode Island 2 2 2
South Carolina 6 7 7
South Dakota 1 1 1
Tennessee 9 9 9
Texas 32 36 38
Utah 3 4 4
Vermont 1 1 1
Virginia 11 11 11
Washington 9 10 10
West Virginia 3 3 2
Wisconsin 8 8 8
Wyoming 1 1 1
Gesamt 435 435 435

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Frauke Steffens: Gerrymandering in Amerika: Eine Demokratie mit Macken. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 27. Januar 2018, abgerufen am 17. Februar 2021.
  2. US Census Bureau: About Congressional Districts. Abgerufen am 20. März 2021 (amerikanisches Englisch).
  3. Census Bureau announces 331 million people in US, Texas will add two congressional seats