Wandpfeilerkirche

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Bei einer Wandpfeilerkirche handelt es sich um eine Kirche mit einer spezieller Bauform. Man bezeichnet mit diesem Begriff einschiffige gewölbte Kirchenbauten, bei denen wandgebundene Pfeiler an den Längswänden den Innenraum gliedern, insbesondere wenn die Wandpfeiler von den Wänden her in das Kircheninnere hervortreten, so dass an den Längswänden zwischen den Pfeilern einzelne Raumteile entstehen.

Die Architektur der Wandpfeilerkirche wurde in der Renaissance entwickelt. Während die mittelalterliche Baukunst mehrschiffige Kirchen bevorzugte, führte Leon Battista Albertis Bau von Sant’Andrea in Mantua die einschiffige, von einem großen Tonnengewölbe bedeckte Kirche als neuen Bautypus ein. Um die Wände zu gliedern und eine Abfangung des Querschubs des Gewölbes zu ermöglichen, wurde die Längswand in regelmäßigen Abständen mit Wandpfeilern besetzt. Dieser Bautypus ermöglichte den ungestörten Blick zum Hochaltar und schuf einen Einheitsraum. Die Weiterentwicklung in der Jesuitenkirche Il Gesù in Rom hatte eine durchschlagende Wirkung auf den Kirchenbau der Neuzeit. Die eigentliche Wandpfeilerkirche im engeren Sinne entwickelte sich aus diesen Vorbildern. Typischerweise spannen sich an der Längswand von Wandpfeiler zu Wandpfeiler große Bögen, so dass die Wandpfeiler kein durchgehendes Gebälk tragen, wie dies noch bei Il Gesù der Fall war, sondern nur kurze Gebälkstücke. Dadurch werden die Wandpfeiler zu raumbestimmenden Großformen. Von einer Wandpfeilerkirche spricht man besonders dann, wenn die Pfeiler aus der Wand in den Innenraum hervortreten, wobei sie teilweise sogar frei vor der Wand stehen und nur mit ihren Kapitellzonen mit den Längswänden verbunden sind (Basilika Weingarten). Zwischen den Pfeilern sind dann Quertonnengewölbe angeordnet, die in das Hauptgewölbe hineinschneiden. Neben dem Tonnengewölbe können auch Kreuzgratgewölbe oder andere Wölbungsformen auftreten. In den Wandpfeilerzwischenräumen wurden in der Regel Kapellen angeordnet, die für die in katholischen Glaubensgebiete übliche Heiligenverehrung an Nebenaltären, als Grab- oder Sakramentskapellen genutzt werden. Die Kapellenräume werden oft durch Emporen überspannt.

Im Barock, besonders in Italien, Süddeutschland und Österreich, gehörte die Wandpfeilerkirche zu den bevorzugten Bautypen für sakrale Gebäude. Die in ganz Süddeutschland tätigen Vorarlberger Baumeister verwendeten diesen Bautypus fast durchgehend, weshalb man vom "Vorarlberger Münsterschema" oder der "Vorarlberger Wandpfeilerkirche" spricht. Der Bautypus ist jedoch weder von den Vorarlbergern entwickelt worden noch ihren Bauten allein eigentümlich.

Mittelalterliche Formen der Wandpfeilerkirche finden sich besonders in Südfrankreich (Kathedrale von Albi).

Beispiele für Wandpfeilerkirchen sind