Was es ist

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel behandelt das Gedicht Was es ist von Erich Fried aus dessen Lyrikband Es ist was es ist. Ähnliche Titel haben der Roman Wie es ist von Samuel Becket und das Musikalbum Es ist wie es ist der Gruppe Pur

Was es ist ist ein liebeslyrisches Gedicht des österreichischen Lyrikers Erich Fried, das dem 1983 erschienen Lyrikband Es ist was es ist den Titel gab. Es ist das populärste und beliebteste Gedicht des eigentlich politischen Lyrikers.

Form[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gedicht besteht aus drei verschieden langen Strophen. Die erste hat vier Verse, die zweite und dritte Strophe acht. Fried plädiert in dem reimlosen Gedicht in einer einfachen und unverschlüsselten Sprache für die Liebe, die sich gegen Vernunft, Berechnung, Angst, Einsicht, Stolz, Vorsicht und Erfahrung durchsetzen kann. Die Gegenargumente versuchen, der Liebe ihre Legitimität und Beständigkeit abzusprechen: Sie sei unsinnig, bedeute Unglück und Schmerz; sie sei aussichtslos, lächerlich, leichtsinnig und unmöglich.

Suggestivität gewinnt das Gedicht durch die gebetsmühlenartige Wiederholung des beinahe tautologischen Fazits „Es ist was es ist“. Mit dieser lakonischen Formel überwindet die Liebe alle vorgetragenen Einwände und gegenläufigen Kräfte.

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Was es ist“ gilt als exemplarisches Modell moderner Liebeslyrik und wird seit den 1980er-Jahren in beinahe allen Lesebüchern und didaktischen Studien zur Vermittlung von Lyrik verwendet. In ihren im Jahr 2008 veröffentlichen Erinnerungen schrieb die Witwe Catherine Fried, nicht Adressatin der Liebesgedichte gewesen zu sein.[1]

Die Band Mia zitiert das Gedicht in ihrem umstrittenen Song "Was es ist".[2]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Erich Fried: Es ist was es ist. Liebesgedichte, Angstgedichte, Zorngedichte. Wagenbach, Berlin 1996, ISBN 978-3-8031-3118-8.
  • Anna Mader: Erich Frieds Gedichtband: „Es ist was es ist“ (1983). Entstehung, Textanalysen, Rezeption. Diplomarbeit. Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät der Universität Wien, 2013 (PDF-Datei; 2463 KB).
  • Alexander von Bormann: Von der Humanität der Tautologie. In: Volker Kaukoreit (Hrsg.): Interpretationen. Gedichte von Erich Fried (= Universal-Bibliothek Nr. 17507.). Reclam, Stuttgart 1999, ISBN 3-15-017507-0, S. 51-60.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Was es ist. In: Lyrikkalender. Deutschlandfunk, 6. Februar 2010, archiviert vom Original am 11. Februar 2010, abgerufen am 7. Februar 2010 (Aus u.a. urheberrechtlichen Gründen darf der Deutschlandfunk den Beitrag nach der Ausstrahlung nur sieben Tage lang im Internet anbieten.).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Volker Weidemann: Vom Froschkönig geliebt. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, Nr. 46 vom 16. November 2008, S. 28.
  2. Was es ist? Neonationalistische Provokation!