Weißbauchratten

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Weißbauchratten
Niviventer cremoriventer

Niviventer cremoriventer

Systematik
Überfamilie: Mäuseartige (Muroidea)
Familie: Langschwanzmäuse (Muridae)
Unterfamilie: Altweltmäuse (Murinae)
Tribus: Rattini
Dacnomys-Gruppe
Gattung: Weißbauchratten
Wissenschaftlicher Name
Niviventer
J. T. Marshall Jr., 1976

Die Weißbauchratten (Niviventer) sind eine Nagetiergattung aus der Gruppe der Altweltmäuse (Murinae). Die Gattung umfasst 17 Arten. Sie sind in Süd- und Südostasien beheimatet, ihr Verbreitungsgebiet reicht von Indien und dem mittleren China bis Borneo und Java. Ihr Lebensraum sind verschiedene Waldformen, sowohl Tiefland- als auch Gebirgswälder. Sie können sowohl am Boden als auch in den Bäumen leben.[1]

Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weißbauchratten sind mittelgroße, rattenähnliche Tiere. Sie erreichen eine Kopfrumpflänge von 11 bis 21 Zentimetern, wozu noch ein 12 bis 27 Zentimeter langer einfarbiger oder zweifarbiger Schwanz kommt.[1] Ihr Gewicht beträgt, soweit bekannt, rund 60 bis 80 Gramm. Die Fellfärbung am Rücken variiert von graubraun bis gelb- oder rotbraun, der Bauch ist meist weiß bis cremeweiß.[1][2]

Kennzeichnend sind verschiedene Schädelmerkmale. So befindet sich der Ansatz des Jochbogens am Schläfenbein sehr hoch am Hirnschädel. Das Foramen incisivum reicht bis zu den ersten Molaren und die hintere Kante des knöchernen Gaumens reicht bis zum Hinterrand des dritten oberen Molaren. Die Paukenblase ist vergleichsweise klein.[2]

Systematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Weißbauchratten bilden eine eigene Gattung innerhalb der Altweltmäuse. Die Erstbeschreibung der Gattung erfolgte durch Joe Truesdell Marshall im Jahr 1976, wobei er die Art Niviventer niviventer, ursprünglich Mus niviventer Hodgeson, 1836, als Nomenklatorischen Typus festlegte.[3]

Wilson & Reeder (2005) unterscheiden folgende 17 Arten:[3]

Zu den bedrohten Arten zählen laut IUCN C. cameroni und C. cremoniventer, die als „gefährdet“, und C. culturatus, die als „gering gefährdet“ gelistet werden. Für C. hinpon fehlen genaue Daten, die übrigen Arten sind laut IUCN „nicht gefährdet“.

Systematisch werden die Weißbauchratten innerhalb der Altweltmäuse in die Dacnomys-Gruppe eingeordnet.

Belege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World. 2 Bände. 6. Auflage. Johns Hopkins University Press, Baltimore MD u. a. 1999, ISBN 0-8018-5789-9.
  2. a b Robert S. Hoffmann, Andrew T. Smith: Genus Niviventer. In: Andrew T. Smith, Yan Xie: A Guide to the Mammals of China. Princeton University Press, Princeton NJ 2008, ISBN 978-0-691-09984-2, S. 265.
  3. a b Niviventer (Memento vom 7. Oktober 2015 im Internet Archive). In: Don E. Wilson, DeeAnn M. Reeder (Hrsg.): Mammal Species of the World. A taxonomic and geographic Reference. 2 Bände. 3. Auflage. Johns Hopkins University Press, Baltimore MD 2005, ISBN 0-8018-8221-4.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World. 2 Bände. 6. Auflage. Johns Hopkins University Press, Baltimore MD u. a. 1999, ISBN 0-8018-5789-9.
  • Don E. Wilson, DeeAnn M. Reeder (Hrsg.): Mammal Species of the World. A taxonomic and geographic Reference. 2 Bände. 3. Auflage. Johns Hopkins University Press, Baltimore MD 2005, ISBN 0-8018-8221-4.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Niviventer in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN. Abgerufen am 16. Oktober 2009.