Weißes Schloss (Ostrov)

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Der Artikel beschreibt beide Schlackenwerther Schlösser, das ältere Stadtschloss (Schloss Schlackenwerth, oft auch als "Schlickschloss"[1] bezeichnet), eine ursprüngliche Burganlage, sowie das jüngere Lustschloß "Weißes Schloss" im Schlosspark.

Das Weiße Schloss (Bílý zámek) ist ein kunstgeschichtlich besonders bedeutendes historisches Gebäude in Ostrov nad Ohří (Schlackenwerth) in Nordböhmen.

Das Stadtschloss von Schlackenwerth[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das (ältere) Stadtschloss -anstelle der ehemaligen Burg- nach der Sanierung

2015 wurde das restaurierte Stadtschloss als Rathaus genutzt. Die Kellergewölbe wurden für die Nutzung zu Festlichkeiten ausgebaut.

Geschichte von Burg und Stadtschloss[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die von Slauko dem Großen angelegte, 1207 erstmals erwähnte Siedlung Zlaucowerde wurde durch eine Veste beschützt, die Kaiser Sigismund 1434 zusammen mit dem Elbogener Bezirk seinem Kanzler Kaspar Schlick verpfändete. Nachdem das Herrschaftsgebiet 1489 geteilt worden war, erbaute Kaspar II. Schlick an der Stelle der Veste ein neues Renaissance-Schloss, das zum Sitz der Schlackenwerther Linie der Schlick wurde. Die Kellerräume belegen heute noch am deutlichsten die Renaissanceumgestaltung der ursprünglich gotischen Gewölbe aus der Zeit des größten Aufschwunges (Anfang 16. Jh.) der Silberförderung im Erzgebirge durch die Grafen Schlick [2].

1585 erwarb die Stadt Schlackenwerth die Herrschaft, wurde jedoch 1623 wegen ihrer Beteiligung am Ständeaufstand enteignet. Neuer Besitzer von Schloss und Herrschaft wurde der kaiserliche Feldherr Julius Heinrich von Sachsen-Lauenburg. Zur aktuellen barocken Form wurde das Stadtschloss nach einem Brand im Jahre 1691 [3] umgebaut.

Das Weiße Schloss[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das kunstgeschichtlich bedeutende Lustschloss "Weißes Schloss" ("Bílý dvůr")
Das (jüngere) Lustschloss liegt mitten im Schlosspark

Mitten im Park steht das 1673 bis 1679 von Abraham Leuthner erbaute Lustschloss "Bílý dvůr" (Weißes Schloss), auch Prinzenpalais genannt, mit einem reichen Wand- und Deckenschmuck, das heute als Kunstgalerie dient.

Geschichte des Lustschlosses[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1585 erwarb die Stadt Schlackenwerth die Herrschaft, wurde jedoch 1623 wegen ihrer Beteiligung am Ständeaufstand enteignet. Neuer Besitzer von Schloss und Herrschaft wurde der kaiserliche Feldherr Julius Heinrich von Sachsen-Lauenburg. Die prachtliebenden Lauenburger Fürsten errichteten neben dem alten Schlick'schen Schloss (Stadtschloss) ein neues (Lustschloss), das von Abraham Leuthner geplant und dessen Bauleitung von 1685 bis 1687 Christoph Dientzenhofer und danach Giulio Broggio übertragen wurde.[4]

Im Erbgang gingen Herrschaft und Schloss 1690 an Franziska Sibylla Augusta von Sachsen-Lauenburg über, die in diesem Jahr Markgraf Ludwig Wilhelm von Baden heiratete. Nach einem Brand des alten Schlosses ließen sie in den Jahren 1691 bis 1697 das neue Weiße Schloss errichten, in dem heute ein Museum für Kunst des 20. Jahrhunderts untergebracht ist. Von Lazaro Maria Sanguinetti stammt der reiche Wand- und Deckenschmuck in der Schlosshalle.

Das Weiße Tor links vom Schloss wurde 1690 anlässlich der Vermählung von Franziska Sibylla und Ludwig Wilhelm mit den Wappen der Familien Sachsen-Lauenburg und von Baden errichtet. Es ist das Portal zum Schlosspark, der zurzeit rekonstruiert wird.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wege des Kulturerbes: Ein Reiseführer durch die bedeutenden Bergbaudenkmale des westlichen Erzgebirges (Der Weg der Bergbaudenkmale), S. 54, behandelt nur Tschechien, Nat.Denkmalinstitut Tschechien, Polypress Karlovy Vary, 2013, ISBN 978-80-87104-73-6
  2. Wege des Kulturerbes: Ein Reiseführer durch die bedeutenden Bergbaudenkmale des westlichen Erzgebirges (Der Weg der Bergbaudenkmale), S. 54, behandelt nur Tschechien, Nat.Denkmalinstitut Tschechien, Polypress Karlovy Vary, 2013, ISBN 978-80-87104-73-6
  3. Wege des Kulturerbes: Ein Reiseführer durch die bedeutenden Bergbaudenkmale des westlichen Erzgebirges (Der Weg der Bergbaudenkmale), S. 54, behandelt nur Tschechien, Nat.Denkmalinstitut Tschechien, Polypress Karlovy Vary, 2013, ISBN 978-80-87104-73-6
  4. Seite 82 in: Milada Vilímková, Johannes Brucker: Dientzenhofer. Eine bayerische Baumeisterfamilie in der Barockzeit. Rosenheimer Verlagshaus, 1989, ISBN 3-475-52610-7

Koordinaten: 50° 18′ 10″ N, 12° 56′ 27″ O