Joachim Bahlcke

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Joachim Bahlcke (* 29. September 1963 in Göttingen) ist ein deutscher Historiker und Universitätsprofessor. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören u. a. die Gesellschaft-, Verfassungs- und Politikgeschichte Ostmitteleuropas.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Joachim Bahlcke studierte von 1984 bis 1990 an den Universitäten Trier, Wien und Freiburg Osteuropäische, Neuere und Neueste Geschichte sowie Philosophie. Nach Forschungsaufenthalten an der Tschechoslowakischen Akademie der Wissenschaften in Prag sowie weiteren in Kroatien, Ungarn, Österreich, der Slowakei und Polen wurde er 1993 bei Gottfried Schramm in Freiburg promoviert mit der Dissertation Regionalismus und Staatsintegration im Widerstreit. Die Länder der böhmischen Krone im ersten Jahrhundert der Habsburgerherrschaft (1526–1619). Von 1993 bis 2002 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter an universitären und außeruniversitären Instituten, zuletzt am Historischen Seminar der Universität Leipzig, wo er sich Anfang 2002 mit der Arbeit Ungarischer Episkopat und österreichische Monarchie. Von einer Partnerschaft zur Konfrontation (1686–1790) habilitierte. Anschließend erhielt er eine Professur für Geschichte Ostmitteleuropas an der Universität Erfurt. Zum 1. Oktober 2003 wurde er auf den Lehrstuhl für Geschichte der Frühen Neuzeit an die Universität Stuttgart berufen.

Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören u. a. die Gesellschafts-, Verfassungs- und Politikgeschichte Ostmitteleuropas vom 15. bis 20. Jahrhundert, die Geschichte der östlichen Reichsterritorien sowie die Geschichte der deutsch-böhmischen und deutsch-polnischen Beziehungen vom Mittelalter bis zur Gegenwart.

Joachim Bahlcke verfasste zahlreiche Monographien und Aufsätze. Er ist Herausgeber von mehreren Schriftenreihen und Fachzeitschriften und Mitglied zahlreicher wissenschaftlicher Institutionen, u. a.

  • der Historischen Kommission für die böhmischen Länder
  • der Historischen Kommission für Schlesien
  • des Collegium Carolinum München
  • des wissenschaftlichen Beirats der Deutschen Comenius-Gesellschaft
  • des wissenschaftlichen Beirats des Herder- Instituts

Publikationen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Monographien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Regionalismus und Staatsintegration im Widerstreit. Die Länder der böhmischen Krone im ersten Jahrhundert der Habsburgerherrschaft (1526–1619). München 1994, ISBN 3-486-56046-8.
  • Ständefreiheit und Staatsgestaltung in Ostmitteleuropa. Übernationale Gemeinsamkeiten in der politischen Kultur vom 16.–18. Jahrhundert. Leipzig 1996, ISBN 3-931922-23-5.
  • Śląsk i Ślązacy. Warschau 2001, ISBN 83-88495-06-2.
  • Welt – Macht – Geist. Das Haus Habsburg und die Oberlausitz 1526–1635. Görlitz 2002, ISBN 3-932693-61-2.
  • Ungarischer Episkopat und österreichische Monarchie. Von einer Partnerschaft zur Konfrontation (1686–1790). Stuttgart 2005, ISBN 3-515-08764-8.
  • Schlesien und die Schlesier. München 2006, ISBN 3-7844-2781-2.
  • Konfessionelle Pluralität als Herausforderung. Koexistenz und Konflikt in Spätmittelalter und Früher Neuzeit. Leipzig 2006, ISBN 3-86583-081-1.
  • Dzieje Górnych Łużyc władza, społeczeństwo i kultura od średniowiecza do końca XX wieku. Warschau 2007, ISBN 978-83-7181-510-2.
  • Die Oberlausitz im frühneuzeitlichen Mitteleuropa. Beziehungen, Strukturen, Prozesse. Leipzig 2007, ISBN 978-3-515-08983-8.
  • Das Haus Schaffgotsch. Würzburg 2010, ISBN 978-3-87057-320-1.
  • Historia Górnego Śląska (Mit Dan Gawrecki und Ryszard Kaczmarek). Gliwice 2011, ISBN 978-83-60470-41-1.
  • Geschichte Tschechiens: vom Mittelalter bis zur Gegenwart, München 2014, Verlag C.H.Beck, ISBN 978-3-406-66179-2

Herausgeberschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]