Welyka Turja

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Welyka Turja
Велика Тур'я
Wappen fehlt
Welyka Turja (Ukraine)
Welyka Turja
Welyka Turja
Basisdaten
Oblast: Oblast Iwano-Frankiwsk
Rajon: Rajon Dolyna
Höhe: keine Angabe
Fläche: 65,51 km²
Einwohner: 2.451 (2001)
Bevölkerungsdichte: 37 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 77510
Vorwahl: +380 3477
Geographische Lage: 49° 8′ N, 24° 4′ OKoordinaten: 49° 7′ 31″ N, 24° 3′ 56″ O
KOATUU: 2622080201
Verwaltungsgliederung: 1 Dorf
Adresse: пр. Шевченка, 5а
77510 с. Велика Тур'я
Statistische Informationen
Welyka Turja (Oblast Iwano-Frankiwsk)
Welyka Turja
Welyka Turja
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Welyka Turja (ukrainisch Велика Тур'я; russisch Великая Турья/Welikaja Turja, polnisch Turza Wielka) ist ein Dorf in der westukrainischen Oblast Iwano-Frankiwsk mit etwa 2400 Einwohnern sowie ein Sitz der gleichnamigen Landratsgemeinde.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort wurde im Jahre 1486 als Twrza erstmals urkundlich erwähnt, und dann als Twrye (1494), Thurza (1578), Turza Wielka (1785–1788) und so weiter.[1]

Bei der Ersten Teilung Polens kam das Dorf 1772 zum neuen Königreich Galizien und Lodomerien des habsburgischen Kaiserreichs (ab 1804).

Im Jahre 1900 hatte die Gemeinde Turza Wielka 327 Häuser mit 2309 Einwohnern, davon 2046 ruthenischsprachige, 235 deutschsprachige, 28 polnischsprachige, 2046 griechisch-katholische, 233 israelitische, 30 römisch-katholische, 42 anderen Glaubens.[2]

Im Jahre 1901 entstand südöstlich des Dorfes die jüngste deutsche Kolonie in Galizien – Diamantheim (ukrainisch Широке Поле, polnisch Szerokie Pole für Breitenfeld). In der Zwischenkriegszeit gab es in Diamantheim eine Filialgemeinde der Gemeinde Ugartsthal in der Evangelischen Kirche Augsburgischen und Helvetischen Bekenntnisses in Kleinpolen, die im Jahr 1937 300 Mitglieder hatte.[3] Im Jahre 1939 hatte Diamantheim 310 Einwohner, davon 270 Deutsche.[4]

Nach dem Ende des Polnisch-Ukrainischen Kriegs 1919 kam die Gemeinde zu Polen. Im Jahre 1921 hatte sie 498 Häuser mit 2652 Einwohnern, davon 2131 Ruthenen, 266 Deutschen, 178 Juden, 77 Polen, 2113 griechisch-katholische, 266 evangelische, 202 israelitische, 72 römisch-katholische.[5]

Im Zweiten Weltkrieg gehörte die Gemeinde zuerst zur Sowjetunion und ab 1941 zum Generalgouvernement, ab 1945 wieder zur Sowjetunion, heute zur Ukraine. Die Kolonie Diamantheim wurde ganz zerstört.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Anna Czapla: Nazwy miejscowości historycznej ziemi lwowskiej [Die Namen der Ortschaften des historischen Lemberger Landes]. Towarzystwo Naukowe Katolickiego Uniwersytetu Lubelskiego Jana Pawła II, Lublin 2011, ISBN 978-83-7306-542-0, S. 196 (polnisch).
  2. Ludwig Patryn (Hrsg.): Gemeindelexikon der im Reichsrate vertretenen Königreiche und Länder, bearbeitet auf Grund der Ergebnisse der Volkszählung vom 31. Dezember 1900, XII. Galizien. Wien 1907.
  3. Stefan Grelewski: Wyznania protestanckie i sekty religijne w Polsce współczesnej. Lublin 1937, S. 276–281 (polnisch, online).
  4. Володимир Кубійович. Етнічні групи південнозахідної України (Галичини) на 1.1.1939, стор. 23 — Вісбаден, 1983. — 205 с.
  5. Główny Urząd Statystyczny: Skorowidz miejscowości Rzeczypospolitej Polskiej. Województwo stanisławowskie. Warszawa 1924 (online [PDF] polnisch).