Wilhelm Alter junior

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Wilhelm Alter (zur Unterscheidung zu seinem gleichnamigen Vater mit junior) (* 1875; † 1943) war ein deutscher Psychiater und Politiker (DVP).

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alter war der Sohn des Psychiaters Wilhelm Alter senior. Er studierte wie sein Vater Medizin und wurde Psychiater. Wilhelm Alter übernahm die Leitung der Heil- und Pflegeanstalt Lindenhaus am 1. April 1906. Alter trieb die Modernisierungsarbeiten voran und ließ wegen der unzuverlässigen Wasserversorgung nördlich des Maschinenhauses einen Wasserturm aufstellen. Außerdem erhielten alle Häuser Anschluss an ein Telefonnetz und die Kanalisation. Im westlichen Teil entstand eine Kläranlage. Ein wesentlicher Verdienst Alters war die Anmietung eines Kolonats im Dorf Entrup, in den auch die Viehzucht mit Ausnahme der Schweinemast ausgelagert wurde. Während des Ersten Weltkriegs boten die Ländereien die Möglichkeit der Arbeitstherapie, aufgrund der landwirtschaftlichen Erträge musste im Lindenhaus kein Patient verhungern. Die Anstalt hatte während des Krieges eine der niedrigsten Sterblichkeitsraten unter den deutschen „Irrenanstalten“. Er wurde mit dem Titel eines geheimen Medizinalrates geehrt. Wilhelm Alter wechselte 1922 an die Düsseldorfer Krankenanstalten.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Nationalliberaler schloss er sich in der Weimarer Republik der Deutsche Volkspartei an. Für diese war er Spitzenkandidat des Lippischen Wahlverbandes, im Namen der DVP bei der Landtagswahl in Lippe 1919. Er wurde als einziger Abgeordneter für die DVP in den Landtag Lippe gewählt. Am 28. Juni 1920 legte er das Abgeordnetenmandat nieder und Adolf Meier rückte für ihn in den Landtag nach.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Fest-Schrift zur Feier des 100-jährigen Bestehens der Fürstlich Lippischen Heil- und Pflegeanstalt Lindenhaus 1811–1911. Lemgo 1911 (Digitalisat der Lippischen Landesbibliothek).
  • Hans Hüls: Wähler und Wahlverhalten im Land Lippe in der Weimarer Republik, 1974, S. 146–148.
  • Wolfgang Bender: „... aber die Anstalt wird darum nicht minder Statt haben“: Fürstin Pauline und die Gründung der „Irrenanstalt“ zu Brake. In: Frauenzimmer, Regentin, Reformerin. Fürstin Pauline zur Lippe 1802–1820 (= Sonderveröffentlichungen des Naturwissenschaftlichen und Historischen Vereins für das Land Lippe). Band 69. NHV Lippe, Detmold 2002, ISBN 3-924481-12-1, S. 102–111 (Online).