Wilhelm Schmitz (Kaufmann)

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Wilhelm Schmitz (später: Schmitz-Scholl) (* 11. November 1831 in Mülheim an der Ruhr; † 5. Dezember 1887 ebenda) war ein deutscher Kaufmann und gilt als Gründer der Unternehmensgruppe Tengelmann.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wilhelm Schmitz – auch bekannt als Wilhelm Schmitz-Scholl – wurde 1831 als Sohn des Mülheimer Tuchhändlers Wilhelmus Schmitz (1773–1849) und seiner Frau Gertraud aus den Hesseln (1803–1874) geboren. Mit fünfzehn Jahren absolvierte er eine Lehre in einer Kolonialwarenhandlung, deren Inhaber Johann Wilhelm Meininghaus (1790–1869) ihn später zu einem seiner Nachfolger bestimmte. Ab 1856 führte er das Geschäft mit Ludwig Lindgens als finanziellem Teilhaber unter der Firma „Wilh. Schmitz & Lindgens“. Wilhelm Schmitz wohnte mit seiner Familie und Ludwig Lindgens unter einem Dach in der Ruhrstr. 3, unmittelbar an der Ruhranlage in Mülheim. Ende 1866 zog sich sein Mitgesellschafter zurück, und ab dem 1. Januar 1867 führte er das Unternehmen unter dem Firmennamen „Wilh. Schmitz-Scholl“ allein weiter. Zur besseren Unterscheidbarkeit hatte er seinem eigenen Namen den Geburtsnamen seiner Frau Louise geb. Scholl angefügt. Schmitz-Scholl sollte ab der nächsten Generation zum Familiennamen werden.

Villa Schmitz-Scholl, in der Ruhrstraße 3 in Mülheim

Wilhelm Schmitz handelte vor allem mit Kaffee, Tee und Kakao. Nachdem Josef Kaiser (siehe Kaiser’s Tengelmann) 1880 begonnen hatte, Kaffee industriell zu rösten, statt wie damals üblich grün zu verkaufen, folgte auch 1882 Wilhelm Schmitz.

Bei einem Kutschenunfall wurde seine Frau im Jahre 1886 schwer verletzt, was dem herzkranken Kaufmann schwer zusetzte. 1887 starb er wenige Monate vor seiner Frau.

Von da an führte sein Sohn Karl Schmitz-Scholl das Unternehmen weiter, welcher nun unter der Firma „Tengelmann’s Kaffee-Geschäft“ – der Name stammte vom Prokuristen der Unternehmung Emil Tengelmann – ein Filialnetz über ganz Deutschland aufbaute. Heute wird die Unternehmensgruppe Tengelmann in fünfter Generation von Schmitz’ Nachkommen Karl-Erivan Haub, und seit April 2018 von Christian W. E. Haub geleitet.

Ehe und Nachkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aus der Ehe mit Caroline Wilhelmine Luise Scholl (1834–1888) gingen fünf Kinder hervor:

  • Bertha (1856–1922)
  • Wilhelmine (1858–1912)
  • Wilhelm (1861–1927)
  • Hermann (1862–1942)
  • Karl Friedrich (1868–1933)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Thomas Urban: Die Gründer der Unternehmensgruppe Tengelmann – Die Familie Schmitz-Scholl in: Horst A. Wessel (Hrsg.): Mülheimer Unternehmer: Pioniere der Wirtschaft. Unternehmergeschichte in der Stadt am Fluss seit dem Ende des 18. Jahrhunderts. Klartext Verlag, Essen 2006, S. 219–231.
  • Historisch bedeutsame Persönlichkeiten der Stadt Mülheim a. d. Ruhr. Hrsg. von der Arbeitsgemeinschaft der heimatkundlichen Vereine in Mülheim an der Ruhr. Mülheim an der Ruhr, 1983, S. 59–62.
  • 125 Jahre Wissoll 1867-1992. Mülheim an der Ruhr, 1992.
  • Mülheimer Jahrbuch 1952, S. 116–119.
  • Ein Jahrhundert Tengelmann. Geschichte, Gegenwart und Zukunft. Mülheim an der Ruhr, 1993.

Weitere Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Neue Ruhr Zeitung v. 8. Februar 1992
  • Stadtarchiv Mülheim an der Ruhr, Bestand 1550

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]