William Marshal, 2. Earl of Pembroke

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William Marshal, 2. Earl of Pembroke (* um 1190 in der Normandie; † 6. April 1231[1] in Fawley), war ein englischer Peer und Lord Marshal. Er war der älteste Sohn von William Marshal (Guillaume le Maréchal) und der Isabelle de Clare.

Leben[Bearbeiten]

Wappen des William Marshal

William gehörte im Jahr 1215 zu jenen fünfundzwanzig englischen Baronen, die gegen König Johann Ohneland revoltierten und ihn am 15. Juni 1215 in Runnymede zur Unterzeichnung der Magna Charta Liberatum nötigten. Dafür wurden er und seine Mitstreiter vom Papst exkommuniziert und der Versuch des Königs, den Freiheitsbrief für rechtsungültig zu erklären, ließen sie weiterhin in Opposition zu ihm stehen. Folglich unterstützte William im Jahr 1216 die Ambitionen des französischen Prinzen Ludwig den Löwen auf den englischen Thron. Der Tod König Johann Ohnelands im Oktober 1216 führte für William eine Änderung der Lage herbei, da seine Opposition einzig gegen die Person des Königs gerichtet war. Er wechselte im März 1217 die Seite und erkannte nun den Kindkönig Heinrich III. an, für den Williams Vater, der die ganze Zeit über königstreu geblieben war, die Regentschaft führte. Zusammen siegten sie am 20. Mai 1217 in der Schlacht von Lincoln über die Truppen des Prinzen Ludwig, der so bis zum September 1217 zum Verlassen der Insel genötigt wurde.

Nach dem Tod seines Vaters 1219 konnte William den ausgedehnten Familienbesitz übernehmen. Als Earl-Marshal und zeitweiliger Justiziar von England gehörte er zu den mächtigsten Baronen während der Minderjährigkeit König Heinrichs III., wozu auch seine zweite Ehe beigetragen hatte. Im Kampf gegen die Waliser unter Llywelyn ab Iorwerth konnte er 1223 Cilgerran Castle und Llansteffan Castle sowie 1226 die Burgen von Cardigan und Carmarthen erobern, anschließend kämpfte er in Irland gegen Hugh de Lacy, 1. Earl of Ulster. Im Jahr 1230 vermittelte er die Ehe seiner Schwester Isabelle mit dem Königsbruder Richard von Cornwall und starb im Jahr darauf. Bestattet wurde er in der Temple Church. Matthäus Paris vermutete hinter seinem Tod ein Giftanschlag des Regenten Hubert de Burgh.

Um das Jahr 1226 gab William die Verschronik L'Histoire de Guillaume le Maréchal in Auftrag, die das ereignisreiche Leben seines Vaters für die Nachwelt festhielt.

Ehen[Bearbeiten]

Marshall war zweimal verheiratet, zunächst ab 1214 mit Alice de Bethune († 1216), Tochter von Baudouin de Béthune und von Hawise, 2. Countess of Albemarle, und ab 1224 mit Prinzessin Eleonore Plantagenet, einer Tochter König Johann Ohnelands. Beide Ehen blieben kinderlos, weshalb ihm sein jüngerer Bruder, Richard Marshal, im Erbe nachfolgte.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. es gibt hier unterschiedliche Angaben; in Oxford Dictionary of National Biography wird der 6. April angegeben; unter www.thepeerage.com wird der 24. April angegeben.

Weblinks[Bearbeiten]

Vorgänger Amt Nachfolger
William Marshal Earl of Pembroke
Marshal of England

1219–1231
Richard Marshal