Winfried Junge

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Winfried Junge mit Ehefrau Barbara (2010)

Winfried Junge (* 19. Juli 1935 in Berlin) ist ein deutscher Dokumentarfilmregisseur, der vor allem durch das Langzeitprojekt Die Kinder von Golzow bekannt ist.

Leben[Bearbeiten]

Barbara und Winfried Junge im Schneideraum

Junge studierte zunächst Germanistik an der Pädagogischen Fakultät der Humboldt-Universität in Berlin; 1954 wechselte er dann als einer der ersten Studenten an die neue Deutsche Hochschule für Filmkunst in Potsdam-Babelsberg. 1958 absolvierte er die Diplomprüfung als Filmdramaturg mit der theoretischen Arbeit Einige Probleme der Gestaltung des neuen Helden im DEFA-Dokumentarfilm mit industrieller Thematik. Zunächst arbeitete er daraufhin beim DEFA-Studio für populärwissenschaftliche Filme als Assistent des DDR-Dokumentarfilmregisseurs Karl Gass. 1961 entstand nach dessen Idee der erste Teil der Golzow-Serie unter dem Titel Wenn ich erst zur Schule geh′. Im selben Jahr erhielt Junge einen Vertrag als Regisseur im DEFA-Studio für Wochenschau und Dokumentarfilme. 1963 dreht er den Dokumentarfilm Der Kinder wegen – Flucht ins Vaterland über Übersiedler von der BRD in die DDR.[1]

1979 wurde Junge zum stellvertretenden Vorsitzenden der Sektion Dokumentarfilm und Fernsehpublizistik des Verbandes der Film- und Fernsehschaffenden der DDR gewählt. Er war von 1985 bis 1987 Präsident des Nationalen Festivals Dokumentar- und Kurzfilm der DDR für Kino und Fernsehen in Neubrandenburg. Nach dem Ende der DDR und damit auch der DEFA führte Junge das Golzow-Projekt in Co-Produktion mit Sendern der ARD, vor allem des RBB weiter. Die A Jour Film- und Fernsehproduktion GmbH in Berlin-Köpenick ist seitdem Produzent ihrer Filme.

1990 wurde Winfried Junge Vizepräsident des Komitees Internationales Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilm und 1995 Mitglied der AG Dokumentarfilm e. V. Gemeinsam mit seiner Frau Barbara wurde er 1996 zum Mitglied der Akademie der Künste Berlin-Brandenburg berufen.

Winfried und Barbara Junge leben heute in Berlin.

Junge hat insgesamt mehr als 50 Dokumentarfilme für Kino und Fernsehen gedreht, darunter auch Reportagen aus dem Ausland (beispielsweise In Syrien auf Montage (1970), Somalia – Die große Anstrengung (1976)). Außerdem war er Regisseur des Kinderspielfilms Der tapfere Schulschwänzer (1967).

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Winfried Junge – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Willkommen im Sozialismus! Einwandern von West nach Ost Dokumentation auf ZDFinfo, Video Willkommen im Sozialismus! in der ZDFmediathek, abgerufen am 11. Februar 2014 (offline)