Winker

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Winker (Begriffsklärung) aufgeführt.
Winker an einem historischen Automobil
Winker an einem Fahrzeug der Marke Armstrong Siddeley, Baujahr 1954

Winker sind mechanische oder elektromagnetisch betriebene Fahrtrichtungsanzeiger an Kraftfahrzeugen und gelten als die Vorläufer des Blinkers. Sie waren zum Beispiel in der Bundesrepublik Deutschland bis 1963 an Neuwagen zugelassen.

Geschichte[Bearbeiten]

Bereits 1906 hatte die damalige Fuhrwerks-Berufsgenossenschaft gemeinsam mit der Allgemeinen Berliner Omnibus AG eine Fahr- und Fachschule gegründet. Es wurde sehr großer Wert auf Unfallverhütung gelegt. Einige besondere Verkehrsunfälle veranlassten die BG im Jahr 1912 dazu, im Personenverkehrsgewerbe als technische Neuerung einen Fahrtrichtungsanzeiger vorzuschlagen. Es sollte dem Fahrzeugführer erspart werden, das schwergängige Lenkrad teilweise loszulassen und den Arm aus dem Seitenfenster zu halten, um das Abbiegen anzuzeigen. Dies war besonders beim rechts Abbiegen schwierig. Allerdings dauerte es noch bis zum Jahr 1922, bis ein funktionsfähiger Fahrtrichtungsanzeiger als Armwinker von Eugen Zipperle und August Nagel gebaut wurde, der über Bowdenzüge bewegt wurde. Einen Gebrauchsmusterschutz bekamen sie 1924 für den Armwinker mit Gehäuse. Alfred Schwarz führte 1927 den ersten elektrischen pendelnden Armwinker ein[1]. Robert Bosch baute schon 1925 den ersten elektrisch betriebenen und zusätzlich beleuchteten Fahrtrichtungsanzeiger[2]. Auch dieser Winker, der sogenannte Autowink, schwang bei der Signalgebung auf und ab.[3]

In der Bundesrepublik Deutschland wurde gesetzlich vorgeschrieben, dass bis zum 1. Juli 1963 alle KFZ über 4 Meter Länge und 1,6 Meter Breite mit Blinkleuchten an Vorder- und Rückseite zu versehen sind. Dafür wurden zahlreiche Umrüstsätze angeboten, wobei oft die nicht mehr benötigten Winker ausgebaut und die Öffnungen mit passenden Abdeckungen verschlossen wurden.

Heutzutage ist der Gebrauch des Winkers in Deutschland nicht verboten; es muss jedoch zuerst der „normale“ Fahrtrichtungsanzeiger, eben der Blinker, betätigt werden. Erlaubt ist, dessen Funktion zusätzlich mit dem Ausklappen des Winkers zu unterstützen. Es gibt dazu ein nachrüstbares Relais, welches mit dem Setzen des Blinkers zusätzlich den Winker aus seinem Schacht bewegt und in der oberen Stellung blinken lässt.

Noch heute werden im Luxemburgischen Fahrtrichtungsanzeiger Winker genannt. Im österreichischen und bayrischen Raum existiert für den Winker auch die Bezeichnung „Reidndeita“, wobei Reidn eine Dialektbezeichnung für Kurve ist und Deita von Deuter abgeleitet ist.

Zum Regeln des Verkehrs durch Aufsichtsorgane gibt es die sogenannte Winkerkelle.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ein Jahrhundert Automobiltechnik - Nutzfahrzeuge, Seite 371. VDI-Verlag 1987 ISBN 3-18-400656-5
  2. Chronik der Technik, Seite 417. Weltbild-Verlag 1997 ISBN 3-86047-134-1
  3. SicherheitsProfi 6/2010, Seite 28, 29 (PDF; 4,2 MB) + VerkehrsRundschau Nr. 37-2010

Siehe auch[Bearbeiten]