Wirthsches Gesetz

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Als Wirthsches Gesetz (englisch Wirth’s Law) wird in der Informatik das Phänomen betrachtet, dass Software in kürzerer Zeit langsamer wird, als Hardware schneller.

1995 stützte sich Niklaus Wirth im Artikel "A Plea for Lean Software" („Ein Plädoyer für schlanke Software“) unter anderem auf folgende zwei Aussagen:

“Software expands to fill the available memory.”

Cyril Northcote Parkinson

“Software is getting slower more rapidly than hardware becomes faster.”

Martin Reiser

Die erste dieser Aussagen ist eigentlich nicht von Parkinson, auch wenn Wirth dies so zitiert. Das erste Parkinsonsche Gesetz lautet in Wirklichkeit „Work expands so as to fill the time available for its completion.“. Eine von Wirth in Vorträgen verwendete Fassung lautet:

„Die Software wird schneller langsamer, als die Hardware schneller wird.“

Die Hardware wurde und wird mit der Zeit spürbar schneller. Diese rapide Entwicklung wird wiederum durch das Mooresche Gesetz beschrieben. Wirths Gesetz fügt dem hinzu, dass die schnellere Hardware dennoch keine schnellere Abarbeitung von Aufgaben bewirkt, da gleichzeitig die durch die gestiegenen Anforderungen erhöhte Komplexität der Software diesen Gewinn mehr als aufhebt.

In seinem Artikel prangert Wirth entsprechende Nachlässigkeiten an, was unnötig große Software (fatware) angeht, und spricht sich für eine Rückbesinnung auf einfache Algorithmen und schlichte Werkzeuge aus.

Ein offenkundiges Beispiel für das Wirthsche Gesetz ist das Hochfahren eines heutigen Computers, bei dem die Initialisierung der Hardware und des Betriebssystems durchgeführt wird. Dies dauert trotz schnellerer Hardware heute deutlich länger.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • László Böszörményi, Jürg Gutknecht, Gustav Pomberger (Hrsg.): The School of Niklaus Wirth: The Art of Simplicity. Morgan Kaufmann, Heidelberg 2000, ISBN 1-55860-723-4.

Weblinks[Bearbeiten]