Wostok (Rakete)

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Modell einer Wostok-K-Rakete
Wostok-Raketenmodell in Moskau

Wostok [vɔsˈtɔk] (russisch Восток für Osten, englisch Vostok) ist eine sowjetische Rakete, die aus der R-7 entwickelt wurde. Die Wostok entstand, als man auf der Grundlage der R-7 eine Rakete mit höherer Nutzlastkapazität bauen wollte. Dazu erhielt die zweistufige R-7 eine dritte Stufe, die das Starten von schwereren Mondsonden und später auch bemannten Wostok-Raumschiffen möglich machte. Die frühe Version der Wostok mit dem GRAU-Index 8K72, die die ersten sowjetischen Mondsonden startete, ist auch unter dem Namen Luna bekannt. Erster Start einer Luna-Trägerrakete fand am 23. September 1958 statt, am 2. Januar 1959 brachte sie erfolgreich die Lunik-1-Mondsonde auf die Reise. Die Rakete verwendete eine 9.100 kg wiegende Drittstufe (Blok E), die von einem RD-105-Raketentriebwerk angetrieben wurde. Das Triebwerk verbrannte die Kerosinart RP-1 und flüssigen Sauerstoff (LOX). Die ersten beiden Stufen waren mit denen der R-7 identisch.

Am 12. April 1961 startete eine leicht verbesserte Wostok-K (GRAU-Index 8К72К) mit Wostok 1 den ersten Menschen in den Weltraum. Die Wostok-K erhielt eine etwas vergrößerte und modifizierte Drittstufe mit einem RD-109-Triebwerk, außerdem wurden an den Grundstufen kleinere Modifikationen durchgeführt. Durch diese Maßnahmen stieg die Nutzlastkapazität der Rakete auf 4.730 kg in den erdnahen Orbit.

Eine leicht modifizierte Wostok-2 (GRAU-Index 8A92) wurde ab 1962 zum Starten von militärischen Aufklärungssatelliten vom Typ Zenit verwendet, die im Wesentlichen einem bemannten Wostok-Raumschiff entsprachen, jedoch ein Kamerasystem an der Stelle des Kosmonauten mitführten. Eine ebenfalls etwas modifizierte Wostok-2M (GRAU-Index 8A92M) startete ab 1967 Meteor-Wettersatelliten und militärische Frühwarnsatelliten Tselina-D. Am 18. März 1980 explodierte eine Wostok-2M in Plessezk beim Betanken direkt auf der Startrampe. Bei der Explosion starben 48 Menschen. Als Fehlerursache wurde ermittelt, dass bei der Herstellung eines Filters für die Wasserstoffperoxid-Treibstoffleitung das Lötmittel von Zinn- hin zu Bleibasis gewechselt worden war. Das Blei ermöglichte die Zersetzung des Wasserstoffperoxids und verursachte die Explosion.[1][2][3] Die Rakete wurde entsprechend modifiziert. Ihren letzten Einsatz hatte die Wostok am 29. August 1991, wobei sie den indischen Erderkundungssatelliten IRS-1B in den Weltraum beförderte.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Alexander S. Shteinberg: Fast Reactions in Energetic Materials: High-Temperature Decomposition of Rocket Propellants and Explosives. Springer Science & Business Media, 2008, ISBN 978-3-540-78861-4 (google.com [abgerufen am 21. März 2020]).
  2. Взрыв 1980 года. Abgerufen am 21. März 2020.
  3. Медаль "За отсутствие состава преступления". 18. März 2000, abgerufen am 21. März 2020 (russisch).