Yale First Nation

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Die Yale First Nation ist eine der First Nations, wie die Indianer Kanadas genannt werden. Sie leben am unteren Fraser in British Columbia, unweit von und in Yale. Zu ihnen gehören, im Februar 2015, 165 anerkannte Angehörige.[1]

Die Yale sprechen den Puchil-Dialekt des Nlaka'pamux.

Geschichte[Bearbeiten]

Frühgeschichte[Bearbeiten]

Indianische Grabstätten bei Yale, 1887

Bereits in der Milliken-Phase (7500–6000 v. Chr.) lassen sich menschliche Spuren nachweisen und Yale gilt als einer der frühesten Fundorte für die Geschichte der Küsten-Salish. Auch die nachfolgende Mazama-Phase (6000–4500 v. Chr.) ist fassbar. Die Region ist die Grenze zwischen den Kulturräumen der Küstenbewohner und der Plateaubewohner. Vor allem die Stó:lō zogen den Fraser flussaufwärts und fingen dort vor allem Lachs.

Die Indigenen gehören zu zwei Gruppen, den Tait und den Thompson oder Nlaka'pamux. Erstere gehören zur Sprachgruppe des Halkomelem, letztere sprachen N'Laka'pamuxcin. Sie sind näher mit den Gruppen um Lytton, Boston Bar und Merritt verwandt. Dennoch sind die fünf Gruppen der Spuzzum und der Tait um Yale nahe miteinander verwandt. Die Familien beziehen sich jeweils auf einen Vorfahren. Diese sind Pelek, Liquitum, Chapmans, Charlies und Bobbs.

Fort, Goldfunde, Eisenbahnboom[Bearbeiten]

Im Auftrag der Hudson’s Bay Company wurde ein Fort von Ovid Allard gegründet und zunächst geführt. Allard benannte das Fort nach seinem Vorgesetzten und späteren Chief Factor des Columbia-Distrikts James Murray Yale.

Raddampfer auf dem Fraser vor Yale, 1882

Das Fort entstand unmittelbar bevor sich weiter nördlich der Fraser Canyon erstreckt. Jenseits dieser Stelle war Fluss unpassierbar, denn dort erhebt sich ein gewaltiger Felsblock, der Lady Franklin Rock. Die Stadt war hingegen sogar für Dampfboote erreichbar. Ihre höchste Bevölkerungszahl - während des Fraser-Canyon-Kriegs von 1858 - dürfte bei rund 15.000 gelegen haben, normalerweise wohnten aber nur 5 bis 8.000 Menschen hier. Diese Goldsucher versuchte die Regierung unter Kontrolle zu halten. Ein Kanonenboot am Fraser River erzwang die Abgaben für Boots- und Schiffslizenzen von allen, die auf den Fluss wollten. Zwischen Fort Langley und Fort Yale suchten über 10.000 Mann nach Gold. Die Männer kamen hierher, um weiter nordwärts zu ziehen, ins Cariboo-Gebiet. In Yale begann die so genannte Cariboo Wagon Road. Der Planwagenpfad führte über Barkerville, Lytton, Ashcroft und Quesnel, dann weiter zum Williams Creek. Gouverneur James Douglas nahm gewaltige Kredite zur Finanzierung dieser Straßenbauten auf, um von den USA unabhängig zu bleiben. Anfang der 1870er Jahre baute man eine Überlandstrecke nach New Westminster, die heute Old Yale Road heißt. Kurz vor Beginn der Erschließung durch Eisenbahnbauten entstand in diesen Jahren auch die Dewdney Trunk Road nach Hatzic, östlich von Mission City.

Durch den Bau der Canadian Pacific Railway wurde der Ort zum Hauptquartier des Eisenbahn-Contractors Andrew Onderdonk (1848–1905), was der Stadt einen neuen Boom bescherte. Die Eisenbahnverbindung machte Yale ab 1885 zu einem Ausflugsort für Leute aus Vancouver. Doch als die Eisenbahn in diesem Jahr fertiggestellt wurde, endete der Bauboom. Erst 1922 begann der Bau einer neuen Straßenverbindung, des Cariboo Highway. Wieder war die Straße die wichtigste Überlandverbindung zwischen Plateau und Küste. Nach dem Ausbau in den Fünfziger Jahren entstand in den Achtzigern der Coquihalla Highway.

Reservate[Bearbeiten]

Die Reservate, die ihnen 1878 zugewiesen wurden, umfassen heute 16 reserves haben zusammen eine Fläche von 224 ha aufweisen.[1] Die extrem zerstückelten Reservate liegen im Yale District und umfassen:

  • 4 1/2 Mile 2 auf dem rechten Ufer des Fraser River, 3 Meilen nordöstlich von Yale, 4,3 ha
  • Albert Flat 5 dito, 3 m südlich von Yale, 52,3 ha
  • Kaykipe 7 auf dem linken Fraserufer an der Einmündung des Keikum Creek, 10 ha
  • Lukseetsissum 9 auf dem rechten Fraserufer, an der Ruby Creek C.P. Station, 53,9 ha
  • Qualark 4 auf dem linken Flussufer an der Mündung des Qualark Creek, 10 ha
  • Squeah 6 dito, an der Mündung des Suka Creek, 16,8 ha
  • Stullawheets 8 auf dem rechten Ufer, bei Choate C.P. Station, 52,6 ha
  • Yale 18 eine Insel im Fluss auf der Höhe von Kuthlalth, 1,5 m östl. Yale, 0,7 ha
  • Yale 19 auf dem linken Flussufer, nördlich und bei Kuthlalth, 0,7 ha
  • Yale 20 dito, an der Mündung eines Baches 2 m oberhalb Yale, 5,6 ha
  • Yale 21 dito, nördliche Mündung des Siwah Creek, 1,3 ha
  • Yale 22 auf dem rechten Flussufer, 3 m nördlich Yale, einschließlich eines Friedhofs und eines von Billy Swallsea beanspruchten Felsens, 3,4 ha
  • Yale 23 dito, 3 m nördlich Yale, 5,6 ha
  • Yale 24 dito, 0,2 ha
  • Yale 25 auf dem linken Flussufer, 3 m nördlich Yale, 0,3 ha
  • Yale Town 1 auf dem rechten Flussufer bei Yale, 6,4 ha

Im Februar 2015 wohnten von den 164 anerkannten Yale 54 im eigenen Reservat, 13 in anderen Reservaten und 997 außerhalb. Die meisten lebten in Yale Town 1.

Vertragsverhandlungen[Bearbeiten]

Die Yale nahmen im April 1994 Verhandlungen mit der Provinz auf, um zu einem Vertrag zu gelangen. 2005 und 2006 kam man zu einem Grundsatzübereinkommen (Agreement in Principle), womit der Stamm in Phase 5 des sechsstufigen Vertragsprocederes eintrat. Diese Stadien sind Teil des sogenannten BC Treaty Process. Am 5. Februar 2010 erreichten die Yale das letzte Verhandlungsstadium. Das Vertragsland umfasst die 224 ha des Reservats sowie 1.749 ha Kronland. Hinzu kommt eine Transferleistung von 10,7 Millionen Dollar.[2] Die Ratifizierung steht noch aus.

Literatur[Bearbeiten]

  • Douglas C. Harris: Indian Reserves Allotted for Fishing Purposes in British Columbia, 1849-1925, in: Ders.: Landing Native Fisheries: Indian Reserves and Fishing Rights in British Columbia, 1849–1925, Vancouver 2008

Siehe auch[Bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. a b First Nation Detail. Yale First Nation. Aboriginal Affairs and Northern Development Canada, 23. Januar 2015, abgerufen am 27. März 2015 (englisch).
  2. Agreements-in-Principle. Yale First Nation. British Columbia Ministry of Aboriginal Relations and Reconciliation, abgerufen am 8. Oktober 2012 (englisch).