Yemayá

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Attribute von Iemanjá
Farben Blau, versetzt mit Weiß, sinnbildlich für die Schaumkronen auf dem Wasser.
Zahlen 7
Kath. Heilige(r) Virgen de Regla
Iemanja-Figur in Rio Vermelho

Iemanjá, Yemayá (Yemoja, Yemanjá, Iemoja) ist in der Religion der Yoruba, in der kubanischen Santeria und im brasilianischen Candomblé die Göttin (Orisha / Orixá) des Meeres und der Mutterschaft.

In Nigeria ist sie eine Flussgöttin im Bundesstaat Ogun in Nigeria, repräsentiert aber in Brasilien das Salzwasser des Meeres und wird ikonographisch häufig als Nixe dargestellt.

Sie ist Mutter der gesamten Menschheit, ist wie Obá Hüterin des Heimes und Schutzpatronin der Seefahrer. Große Festlichkeiten zu ihren Ehren werden in Brasilien am Meeresstrand zelebriert. Um ihr zu danken, Wünsche an sie zu richten oder ihr zu huldigen, werden in Brasilien traditionell Blumen, Düfte oder andere kleine Gaben an das Meer geschenkt. Entweder vertraut man die Gaben am Ufer des Meeres den Wellen an, oder man fährt mit dem Boot hinaus und legt diese ins Wasser.

Die wörtliche Übersetzung ihres Namens stammt aus dem Yoruba Yèyé omo ejá und bedeutet ‚Mutter der Fische‘. Andere Namen sind Dandalunda und Pandá.

Im Ifá-Orakel von Ifé (Ile-Ife), das sich in Brasilien durch Muschelwerfen identifizieren lässt, zeigt es sich durch das Spiel Merindilogun durch die Odùs Ejibe und Ossá.

Yemayá gilt als eine der wichtigsten Orishas auf Kuba.

Legenden[Bearbeiten]

Als Mond-[1] und Meeresgöttin,[2] wie es in der Legende Iemanjá rettet die Sonne vor dem Auslöschen[3] überliefert ist, ist sie mit Ebbe und Flut assoziiert und steht als Hüterin der Köpfe[4] in Verbindung mit dem inneren Gleichgewicht der Menschen.

Da sie die Mutter aller anderen Orixás ist, versinnbildlicht sie in sich Mütterlichkeit, Mitgefühl, Beschützergesten gegenüber anderen, Großzügigkeit, Ernsthaftigkeit und Stärke und ist wie ihr Mann Oxalá sehr familienorientiert. Sie aber auf die Tätigkeiten einer Hausfrau und Mutter zu reduzieren, wäre fatal, wie es die Legende Iemanjá heilt Oxalá und erhält die Macht über die Köpfe[5] folgendermaßen berichtet:

„So ging Iemanjá zu Oxalás Haus und kümmerte sich um alles: um den Haushalt, die Kinder, das Essen, den Ehemann, um alles. Iemanjá machte nichts anderes mehr als arbeiten und sich beschweren. Wenn alle eine Aufgabe in der Welt hatten, wofür sie Opfer und Achtung erhielten, warum sollte sie wie eine Sklavin Zuhause bleiben? Iemanjá gab nicht nach.“[6]

Da sie so viel mit ihrem Mann Oxalá redete, wurde er verrückt.[7] Iemanjá musste ihn heilen und wurde so zur Hüterin der Köpfe.[8]

Iemanjá ist verheiratet mit Oxalá und ist die Mutter von Oxóssi.[9]

Symbol[Bearbeiten]

Ihr Wochentag ist der Sonnabend, ihre Farben das Hellblau und das Weiß, ihr Metall ist das Silber, was die ihr geweihten Menschen gerne in ihrer Kleidung oder als Schmuck tragen.

Ihre Attribute sind Fische und ein Handspiegel namens Abebê.

Erscheinungsbild[Bearbeiten]

Die ihr Geweihten, die sogenannten Töchter und Söhne (bras.: filhas- e filhos-de-santo), von Iemanjá imitieren beim Tanzen im Trancezustand in einem brasilianischen Candomblé-Haus mit ihren Händen die Wellen von Wasser. Sie weinen viel und sind ausgezeichnete Psychologen.

Wer ihre Großzügigkeit missversteht und die ihr Geweihten provoziert, muss mit ihrer Wut rechnen,[10] die z. B. in der Legende Iemanjá rächt ihren Sohn und zerstört die erste Menschheit[11] erzählt wird.

Literatur[Bearbeiten]

  • Reginaldo Prandi: A Mitologia dos Orixás. Companhia das Letras, São Paulo 2001, S. 378–399.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Iemanjá salva o Sol de extinguir-se; Prandi 2001:391f.
  2. „Es ist Iemanjá gewesen, die die Lösung herbeiführte. […] Die Sonne erholte sich, um ihre Kräfte aufzufrischen, während Oxu, der Mond, herrschte.“ / „Foi Iemanjá quem trouxe a solução. […] O Sol descansaria para recuperar suas forças e enquanto isso reinaria Oxu, a Lua.“
  3. Iemanjá salva o Sol de extinguir-se
  4. Iemanjá é nomeada protetora das cabeças und Iemanjá cura Oxalá e ganha o poder sobre as cabeças. Reginaldo Prandi: A Mitologia dos Orixás, S. 388, 397ff.
  5. Iemanjá cura Oxalá e ganha o poder sobre as cabeças. Reginaldo Prandi: A Mitologia dos Orixás, S. 397ff.
  6. „Para a casa de Oxalá foi Iemanjá cuidar de tudo: da casa, dos filhos, da comida, do marido, enfim. Iemanjá nada mais fazia que trabalhar e reclamar. Se todos tinham algum poder no mundo, um posto pelo qual recebiam sacrifício e homenagens, por que ela deveria ficar ali em casa feito escrava? Iemanjá não se conformou.“ Reginaldo Prandi: A Mitologia dos Orixás, S. 399.
  7. „Sie redete, redete und redete in die Ohren von Oxalá. Sie hat so viel geredet, dass Oxalá verrückt wurde. Sein ori [yoruba: Kopf, Anm. ISdS], sein Kopf, ertrug das viele Gerede von Iemanjá nicht. / Ela falou, falou e falou nos ouvidos de Oxalá. Falou tanto que Oxalá enlouqueceu. Seu ori, sua cabeça, não agüentou o falatório de Iemanjá.“ Reginaldo Prandi: A Mitologia dos Orixás, S. 399.
  8. „Oxalá beauftragte Iemanjá, sich um die Köpfe aller Sterblichen zu kümmern. Iemanjá erhielt somit die ihr so ersehnte Aufgabe. Jetzt ist sie die Hüterin der Köpfe. / Oxalá encarregou Iemanjá de cuidar do ori de todos os mortais. Iemanjá ganhara enfim a missão tão desejada. Agora ela era a senhora das cabeças.“ Reginaldo Prandi: A Mitologia dos Orixás, S. 399.
  9. Legende Oxóssi wird von Ossaim entführt / Oxóssi é raptado por Ossaim. Reginaldo Prandi: A Mitologia dos Orixás, S. 120.
  10. Iemanjá Sabá explodiu em ira.
  11. Iemanjá vinga seu filho e destrói a primeira humanidade. Reginaldo Prandi: A Mitologia dos Orixás, S. 386.