Zacharias Lewala

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Zacharias Lewala (Lebensdaten unbekannt) gilt als derjenige, der mit seinem Fund eines Rohdiamanten an der heutigen Nordgrenze des Diamantensperrgebiets in Namibia einen Diamantenrausch in dieser Gegend auslöste.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lewala stammte aus dem südlichen Afrika und war Arbeiter in einer Diamantenmine in Kimberley, wo er Erfahrung im Erkennen von Rohdiamanten sammelte. Später arbeitete er unter seinem Vorgesetzten August Stauch an der Instandhaltung der Lüderitz-Eisenbahn. Als er am 10. April 1908 in der Nähe des Bahnhofs Grasplatz bei Kolmanskuppe Flugsand wegschaufelte, entdeckte er mehrere Steine, in denen er Diamanten vermutete.[1] Diese übergab er Stauch und soll dabei gesagt haben: „Sieh mal Mister, moy Klip (schöner Stein).“[2] Stauch schickte sie zur Analyse nach Swakopmund und sicherte sich daraufhin in der Gegend einen Claim. In der Folge verdiente Stauch ein Vermögen.[3]

Über Lewala ist vergleichsweise wenig bekannt, da die Geschichtsschreibung und insbesondere die touristische Literatur stärker an dem Deutschen Stauch interessiert sind, dessen Tätigkeit besser dokumentiert ist und mit dem sich europäische Touristen einfacher identifizieren können. Zora del Buono bemerkt dazu in einem Artikel des Spiegel: „Lewalas Name ging in die Geschichte ein, viel mehr aber auch nicht, der Mann hatte nichts von seinem Fund, niemand bezahlte ihn dafür oder zeigte sich erkenntlich, das große Geschäft machten andere, und zwar schnell.“[4]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Robert A. Hill (Hrsg.): The Marcus Garvey and Universal Negro Improvement Association Papers. Berkeley, University of California Press 1995. ISBN 0-520-20211-2, S. 403.
  2. Harald Stutte/Berliner Zeitung: Aufstieg und Fall der Stadt Kolmannskuppe. http://www.berliner-zeitung.de/archiv/vor-hundert-jahren-entdeckten-die-deutschen-kolonialherren-in-namibias-wueste-diamanten--der-boom-war-nicht-von-dauer-aufstieg-und-fall-der-stadt-kolmannskuppe,10810590,10549940.html
  3. Martin Eberhardt: Zwischen Nationalsozialismus und Apartheid, S. 144.
  4. Zora del Buono: Lüderitz in Namibia. Deutsche Geister in Südwest. http://www.spiegel.de/reise/fernweh/0,1518,739185-3,00.html

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Martin Eberhardt: Zwischen Nationalsozialismus und Apartheid. Die deutsche Bevölkerungsgruppe Südwestafrikas 1915 – 1965. Berlin/Münster, Lit 2007. ISBN 978-3-8258-0225-7.
  • Olga Levinson: Diamonds in the Desert. The Story of August Stauch and His Times. Windhuk, Kuiseb Verlag 2009. ISBN 978-3-936858-78-5.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]