Zeche Caroline (Bochum)

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Zeche Caroline
Allgemeine Informationen zum Bergwerk
Zeche caroline bochum 1901.JPG
Förderung/Jahr bis ca. 500.000 t
Informationen zum Bergwerksunternehmen
Beschäftigte bis ca. 1000
Betriebsbeginn 1872
Betriebsende 1929
Nachfolgenutzung Konsolidierung in Großzeche Robert Müser
Geförderte Rohstoffe
Abbau von Steinkohle
Geographische Lage
Koordinaten 51° 29′ 4,7″ N, 7° 16′ 12,8″ OKoordinaten: 51° 29′ 4,7″ N, 7° 16′ 12,8″ O
Zeche Caroline (Regionalverband Ruhr)
Zeche Caroline
Lage Zeche Caroline
Standort Kornharpen
Gemeinde Bochum
Kreisfreie Stadt (NUTS3) Bochum
Land Land Nordrhein-Westfalen
Staat Deutschland
Revier Ruhrrevier

p0p2

Die Zeche Caroline ist ein ehemaliges Steinkohlenbergwerk in Bochum-Kornharpen. Das Bergwerk war, mit einigen kurzen Unterbrechungen, fast 70 Jahre in Betrieb. Der Name „Caroline“ leitet sich vermutlich von Friederika Caroline Amalie Müser ab, der Ehefrau von Friedrich Wilhelm Müser (Begründer der Harpener Bergbau AG) und Mutter des späteren Generaldirektors Robert Müser.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Anfänge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1856 war der Teufbeginn des Schachtes Caroline 1.[2] Der Schacht lag in der Berechtsame Vollmond, östlich der heutigen Kornhapener Straße zwischen den Eisenbahnen. Der Schacht befand sich 500 Meter östlich der Schachtanlage Prinz Eugen. 1857 wurde bei einer seigeren Teufe von 44 Metern (+67 m NN) das Karbon erreicht. Im Februar 1859 wurden die Teufarbeiten bei einer Teufe von 56 Metern wegen fehlender Geldmittel gestundet. Am 6. April 1870 wurde das Feld Caroline von der Berechtsame Vollmond abgetrennt und der Besitz wechselte zur Harpener Bergbau-AG. Das Ausrichten des Feldes erfolgte über die Zeche Prinz von Preußen. 1871 wurden die Teufarbeiten im Schacht Caroline 1 weiter fortgesetzt und bei 83 Meter die 1. Sohle angesetzt. 1872 wurde bei einer Teufe von 148 Metern die 2. Sohle angesetzt, im gleichen Jahr wurde mit dem Abbau begonnen.[1]

Die weiteren Jahre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1873 wurde mit der Förderung im Schacht Caroline 1 begonnen.[2] Außerdem wurde die Kokerei in Betrieb genommen. Im Jahr 1874 wurde ein großer Feldesteil der Zeche Prinz von Preußen übernommen. Im Jahr darauf wurde der Schacht Caroline 1 tiefer geteuft und im Jahr 1876 wurde bei einer Teufe von 206 Metern (−93 m NN) die 3. Sohle angesetzt. Im Jahr 1878 erfolgte auf der 3. Sohle der Durchschlag mit der Zeche Prinz von Preußen. Am 6. Juli 1881 ereignete sich über Tage ein Brand, bei dem die Kohlenwäsche und das Fördergerüst in Mitleidenschaft gezogen wurden. Durch die Folgen des Brandes kam es zu einer dreimonatigen Betriebseinstellung. 1882 wurde ein eisernes Fördergerüst aufgestellt und der Schacht erneut tiefer geteuft. Im Jahr 1883 wurde bei 266 Meter (−150 m NN) die 4. Sohle und 1885 bei 351 Meter (−235 m NN) die 5. Sohle angesetzt. Im Jahr 1892 umfasst das Baufeld die Felder Harpen, Neumond und Sirius, außerdem Feldesteile von Prinz von Preußen, Vollmond, Klothkamp und Caroline. Im Jahr 1894 erfolgt der Durchschlag mit dem Wetterschacht der Zeche Prinz von Preußen, über diesen Schacht wurden auch die Abwetter der Zeche Caroline abgewettert.[1]

Im Jahr 1897 wurde über Tage die Waschkaue umgebaut. Anstelle des bis dahin verwendeten Mannschaftsbassins, wurde eine entsprechende Anzahl an Duschen installiert. Das Bergwerk gehörte zu dieser Zeit zum Bergrevier Süd-Bochum.[3] Im Jahr 1901 wurde mit dem Abteufen von Schacht 2 begonnen.[2] Der Schacht wurde neben Schacht 1 geteuft. 1903 erreichte der Schacht 2 die 5. Sohle. 1904 wurde im Schacht 2 bei einer Teufe von 463 Metern (−352 m NN) die 6. Sohle angesetzt und die Bergeförderung in Betrieb genommen.[1] Die Schächte 1 und 2 wurden für die Bewetterung, die Seilfahrt und die Schachtförderung genutzt.[2] Im Jahr 1905 wurde eine Betriebsgemeinschaft mit der Zeche Prinz von Preußen geschlossen, die Kohlenförderung erfolgte über Schacht 2. Im darauffolgenden Jahr wurde die Kohlenaufbereitung der Zeche Prinz von Preußen übernommen. Im Jahr 1907 wurde der Schacht 1 für beide Schachtanlagen als Wetterschacht eingesetzt. Am 1. April 1910 wurde eine Brikettfabrik in Betrieb genommen, die zur Jahresmitte 1915 wieder stillgelegt wurde.[1]

Die letzten Jahre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1921 wurde die Zeche Prinz von Preußen übernommen.[2] Der Schacht Oeynhausen reichte bei einer Teufe von 463 Metern bis zur 6. Sohle, der Wetterschacht reichte bei einer Teufe von 152 Metern bis zur 2. Sohle. 1924 wurde die Brikettfabrik wieder in Betrieb genommen. Am 1. Juli 1927 wurde die Förderung auf Caroline eingestellt, die Seilfahrt, die Förderung und der Tagesbetrieb erfolgten über den Standort Prinz von Preußen. Am 26. März 1926 wurde die Kokerei stillgelegt. Im September 1927 wurde die Brikettfabrik erneut stillgelegt. 1929 erfolgte der Durchschlag mit der Zeche Gustav Heinrich und am 1. Juli desselben Jahres konsolidierte die Zeche Caroline in die Großzeche Robert Müser.[1]

Förderung und Belegschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

alte Postkartenansicht von 1910

Auf der Zeche wurden Fettkohlen abgebaut.[2] Die ersten Förder- und Belegschaftszahlen stammen aus dem Jahr 1872, es wurden mit 260 Bergleuten rund 49.000 Tonnen Steinkohle gefördert. Im Jahr 1875 wurden mit 460 Bergleuten 109.340 Tonnen Steinkohle gefördert. Im Jahr 1880 wurden mit 304 Bergleuten 118.264 Tonnen gefördert. 1885 stiegen die Förderung und Belegschaftszahlen erneut an, es wurden mit 624 Bergleuten 149.990 Tonnen gefördert. Im Jahr 1900 nochmaliger Anstieg, mit 819 Mitarbeitern wurden 153.503 Tonnen Steinkohle gefördert. 1905 wurden mit 923 Bergleuten 167.491 Tonnen gefördert. Im Jahr 1910 wurden mit 956 Bergleuten 220.774 Tonnen gefördert.[1] Im Jahr 1913 erneuter Anstieg der Zahlen, mit 1036 Bergleuten wurden über 254.000 Tonnen Steinkohle gefördert.[2] Im Jahr 1915 sanken sowohl die Belegschaftszahlen als auch die Förderung, es wurden mit 705 Bergleuten 178.801 Tonnen gefördert. 1920 stieg die Belegschaft auf 1055 Bergleute an, es wurden 193.909 Tonnen gefördert. Die höchste Belegschaftsstärke hatte das Bergwerk mit 1536 Bergleuten im Jahr 1925. In diesem Jahr wurden 376.118 Tonnen gefördert. 1926 wurden mit 1394 Bergleuten 418.394 Tonnen Steinkohle gefördert, dies war die höchste Förderung in der gesamten Bergwerksgeschichte. Die letzten Zahlen stammen aus dem Jahr 1928, mit 953 Beschäftigten wurden 282.827 Tonnen Steinkohle gefördert.[1] Für den Versand der geförderten Kohle wurde 1872 eine Anschlussbahn an die südlich vorbeiführende Strecke Bochum – Dortmund der Bergisch-Märkischen Eisenbahn-Gesellschaft (BME) in Betrieb genommen. Die Verbindung an die nördlich vorbeiführende Strecke Bochum-Nord – Dortmund-Süd der Rheinischen Eisenbahn-Gesellschaft (RhE) wurde mit ihrer Fertigstellung am 19. November 1874 hergestellt[4].

Spurensuche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Schachtanlagen der Zeche Caroline sind restlos verschwunden, da das Areal der einstigen Zeche heute zur Zentralmülldeponie Kornharpen gehört (deren Betriebsgebäude befinden sich an der Kornharpener Straße ungefähr dort, wo einst die Übertageanlagen standen). Lediglich der Karolinenbach erinnert an den Standort des Bergwerks.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f g h Joachim Huske: Die Steinkohlenzechen im Ruhrrevier. Daten und Fakten von den Anfängen bis 2005. (= Veröffentlichungen aus dem Deutschen Bergbau-Museum Bochum. 144). 3. überarbeitete und erweiterte Auflage. Selbstverlag des Deutschen Bergbau-Museums, Bochum 2006, ISBN 3-937203-24-9.
  2. a b c d e f g Wilhelm Hermann, Gertrude Hermann: Die alten Zechen an der Ruhr. 4. Auflage. Verlag Karl Robert Langewiesche, Nachfolger Hans Köster, Königstein i. Taunus 1994, ISBN 3-7845-6992-7.
  3. Ministerium für Handel und Gewerbe (Hrsg.): Zeitschrift für das Berg-, Hütten-, und Salinen-Wesen im preussischen Staate. 46. Band, Verlag von Wilhelm Ernst & Sohn, Berlin 1898.
  4. Gerhard Knospe: Werkeisenbahnen im deutschen Steinkohlenbergbau und seine Dampflokomotiven, Teil 1 - Daten, Fakten, Quellen. 1. Auflage. Selbstverlag, Heiligenhaus 2018, ISBN 978-3-9819784-0-7, S. 426.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]