Zibarte

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Zibarte
Systematik
Familie: Rosengewächse (Rosaceae)
Unterfamilie: Spiraeoideae
Tribus: Steinobstgewächse (Amygdaleae)
Gattung: Prunus
Art: Pflaume (Prunus domestica)
Unterart: Zibarte
Wissenschaftlicher Name
Prunus domestica subsp. prisca
Bertsch ex H.L.Werneck

Die Zibarte (auch Ziparte und Zippate, alemannisch Zibärtle, Zibertle, Zibertl, Ziberl, Zwiferl und Seiberl sowie schweizerdeutsch Ziberli, Zyberli oder Zibelle) ist eine Unterart der Pflaume (Prunus domestica). Ob sie eher dem Formenkreis von Prunus domestica subsp. prisca oder dem Formenkreis von Prunus domestica subsp. insititia zuzuordnen ist, ist strittig.[1] Der heute gebräuchliche Vulgärname Kriechen für Prunus domestica subsp. insititia wurde das erste Mal schriftlich von Hildegard von Bingen erwähnt.[2] Kerne von Früchten beider Formenkreise wurden in jungsteinzeitlichen Siedlungen aufgefunden.[3]

Beschreibung[Bearbeiten]

Frucht der Zibarte
Frucht der Zibarte
Zibarte in gelb

Die Zibarte ist ein kleiner Baum, der meist Wuchshöhen von 3 bis 4 Meter erreicht. Ihre Zweige sind eher juvenil mit Dornen besetzt und zu Beginn grün.[4] Die Laubblätter sind kahl, lediglich auf der Unterseite sind längs der Blattnerven Haare vorhanden. [5] Die Blätter sind im Vergleich zu anderen Pflaumen eher klein, ebenso die Blüten.

Die fünf Kronblätter sind rein weiß.[5]

Die Frucht hat einen Durchmesser von 2 bis 3 (selten ab 1) Zentimeter. Sie ist kugelig und blau, schwarz, blaurot, grüngelb oder gelb gefärbt, mit rötlichen Wangen. Der Steinkern ist rundlich-eiförmig und runzelig, seine Dicke entspricht 73 bis 79 % der Länge. Die Kammfurche weist nur bei ostalpinen Sorten schräge Kammstriche auf. Der Kern löst sich bei Reife oder Überreife nur manchmal vom Fruchtfleisch. [5]

Anbau und Verarbeitung der Früchte[Bearbeiten]

Die Blüte erfolgt früh im Jahr, die Zibarte ist selbstfruchtbar und ertragreich. Die Früchte reifen von September bis Oktober. Das Fruchtfleisch ist weich und ausgesprochen gerbstoffhaltig, der Geschmack erinnert mehr an Schlehen als an Pflaumen. Der durchschnittliche Zuckergehalt der Früchte liegt bei 15,8 % (60 bis 70 Grad Oechsle).

Genutzt werden die Zibarten unter anderem in der Obstbrennerei. Der Zibartenbrand, im Schwarzwald Zibärtle genannt, ist eine Spezialität, die im Vergleich zu anderen Obstbränden hochpreisig ist. Dies liegt daran, dass die Zibarte eher selten angebaut wird und dass die Ausbeute aus den Früchten recht niedrig ist. Dafür entschädigt der Brand mit einem ausgezeichneten Geschmack und einem feinen Mandelton.[6][7] Im Entlebuch kennt man den schweizerdeutsch Zyberlisturm, eine süsse Dessertspezialität.[8]

Die Pflanze ist wenig anfällig für Krankheiten. Sie kann als Unterlage für andere Pflaumensorten dienen. Vor allem in Süddeutschland, Österreich und in der Schweiz kommt sie noch vereinzelt wurzelecht in Streuobstflächen vor.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Peter Schlottmann: Bestimmung wichtiger Sippen der Gattung Prunus, Sektion Prunus – mit besonderer Berücksichtigung der Primitivpflaumen. In: Kieler Notizen zur Pflanzenkunde. 39 (2013), S. 59.
  2. Hildegard von Bingen: Physica : liber subtilitatum diversarum naturarum creaturarum. Textkritische Ausgabe, herausgegeben von Reiner Hildebrandt. Berlin : de Gruyter 2010, S. 195 und 268.
  3. Heinrich L. Werneck: Die wurzel- und kernechten Stammformen der Pflaumen in Oberösterreich. In: Naturkundliches Jahrbuch der Stadt Linz. 1961, S. 13.
  4. Peter Schlottmann: Bestimmung wichtiger Sippen der Gattung Prunus, Sektion Prunus – mit besonderer Berücksichtigung der Primitivpflaumen. In: Kieler Notizen zur Pflanzenkunde. 39 (2013), S. 57.
  5. a b c Hildemar Scholz, Ilse Scholz: Prunus. In: Hans. J. Conert u. a. (Hrsg.): Gustav Hegi. Illustrierte Flora von Mitteleuropa. Band 4 Teil 2B: Spermatophyta: Angiospermae: Dicotyledones 2 (3). Rosaceae 2. Blackwell 1995, ISBN 3-8263-2533-8.
  6. http://www.winzerhof-huber.de/zibaertle.html Beschreibung des Zibartenbrands bei einem Brenner
  7. http://www.fiwimo.de/index.php?cl=details&anid=f824936df07c918d0.56134027&lang=0& Beschreibung des Zibartenbrands bei einer größeren Brennerei
  8. Bergmannli, Talherren und das Zyberli In: Berner Zeitung Online vom 4. Juni 2010, Zugriff: 18. Februar 2012.