Zuckerhut (Zucker)

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Zuckerhut (Iran, 2010)

Ein Zuckerhut, in der Schweiz auch Zuckerstock,[1][2] ist ein an der Spitze abgerundeter Kegel aus Zucker. Während diese Darreichungsform weltweit selten geworden ist, war sie im 19. und frühen 20. Jahrhundert, bedingt durch die Produktionsmethoden, eine Hauptgestalt des vertriebenen Zuckers.

Herstellung und Verwendung[Bearbeiten]

Zur Herstellung eines Zuckerhutes wurde im 19. Jahrhundert die heiße Melasse des Zuckerrohrs in einem Prozess der Raffination so lange gekocht, bis sie karamellisierte. Die heiße Masse goss man zum Auskristallisieren in einen Tiegel. Die Masse erstarrte und zog sich beim Abkühlen zusammen, löste sich dank Abrundung der Form als ein Ganzes von der Wandung und konnte herausgestürzt werden. Wird die Form bis zum Rand gefüllt, ergibt sich eine einheitliche Portionierung. Typisch ist das Einwickeln mit Papier: Wird die Spitze mit einem Blatt Zellophan abgedeckt bleibt die Qualität sichtbar, wird dann von hinten um die Mitte ein Blatt Papier herumgewickelt, ergibt sich wegen des Kegelwinkels vorne ähnlich wie an einem Hemdkragen eine V-Kontur, grafisch charakteristisch für viele Darstellungen von Zucker.

Der Hutzucker ist sehr hart und muss für die meisten Zwecke erst mühsam zerkleinert werden. Der Name leitet sich von der Ähnlichkeit mit einem hohen, steifen Hut (ohne Krempe) ab, wie er früher bei festlichen und förmlichen Anlässen getragen wurde. Sein Kegelwinkel kann etwa 10° bis 30° betragen. Heute erfüllt der Zuckerhut lediglich noch einen dekorativen Zweck. Insbesondere findet er noch Anwendung bei der Zubereitung von Feuerzangenbowle.

In der maghrebinischen Teekultur im Nordwesten Afrikas sind Zuckerhüte ein unverzichtbarer Bestandteil bei der Zubereitung von Grünem Tee mit Pfefferminze. Der Zucker wird mit einem speziellen, oft kunstvoll verzierten Zuckerhammer oder seltener mit einer Zange zerkleinert.

Entlehnungen[Bearbeiten]

Zu der Zeit, als Zuckerhüte noch mehr in Gebrauch waren, wurde das Wort auf unterschiedlichste Gebilde übertragen, deren Form an einen Zuckerhut erinnerte, etwa Berge (der Zuckerhut in Rio), Häuser (Umgestülpter Zuckerhut) oder Pflanzen (Zuckerhutfichte und Zuckerhut).

Als Ornament findet man ihn zusammen mit einer Zuckerrübe an der Villa des Zuckergroßhändlers Gerloff in Braunschweig.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Zuckerhut – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Online-Shop. In: zucker.ch. Schweizer Zucker AG, abgerufen am 31. Juli 2014.
  2. Zuckerhut 250g. In: zuckermuehle.ch. Zuckermühle Rupperswil AG, abgerufen am 31. Juli 2014.