Zwenzow

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Luftbild von Zwenzow aus dem Jahr 2004
Blick an der Hauptstraße entlang nach Norden
Ehemaliges Forsthaus und ehemalige Schule
Blick auf den Labussee

Zwenzow ist ein Ortsteil der Gemeinde Userin im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte mit etwa 100 Einwohnern und liegt direkt am Nordufer des Großen Labussee, angrenzend an den Müritz-Nationalpark.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vor mehr als eintausend Jahren ließen sich die Wenden am Labussee nieder und gründeten ein Fischerdorf. Die Ortsbezeichnung Zwenzow stammt von dem Wort sveca, was in etwa Wohnsitz der heiligen Familie bedeutet. 1275 wird Zwenzow als Swenza und 1568 als Tzuuentze erwähnt. Nachdem die Pest um 1350 in der Gegend gewütet hatte, hielt sich der Name allein 400 Jahre lang als Flurbezeichnung – Einwohner hatte Zwenzow nicht mehr.

Erst gegen Ende des 18. Jahrhunderts entstand eine neue Siedlung mit einer Teerschwelerei und Holzwärterei. Die 1878 eingerichtete Schule wurde bis 1958 genutzt.

Aufschwung brachten dann zur Jahrhundertwende die so genannten Sommerfrischler, die aus den Großstädten in die unberührte Natur kamen. Für sie wurde am Waldrand das Haus am See errichtet, das mit einer großen Glasveranda mit Blick auf den Labussee aufwartete. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde aus diesem Haus ein Müttererholungsheim, nach der Wende das Badehus.

Die Zwenzower Schleuse entstand 1934 als Verbindung zwischen dem Useriner See und dem Großen Labussee, um Langholz zu flößen. Sie ist mit 80 Metern die längste Schleuse in der Mecklenburgischen Seenplatte und auch die einzige, welche direkt vom See aus befahren wird.

Am 1. Juli 1950 wurde Zwenzow nach Userin eingemeindet.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Walter Karbe und Walter Gotsmann: In das Land Turne. Über Zwenzow bis zur Grünen Hütte. Natur- und Heimatfreunde, Neustrelitz 1957
  • Klaus Ridder und Heinz Sensenhauser: Wesenberger Umgebung. sehen und entdecken. Lenover Verlag, Neustrelitz 1997, ISBN 3-930164-32-9
  • Ursula Schmidt: Wann unsere Dörfer entstanden. In: Volker Schmidt (Hrsg.): Neubrandenburger Mosaik, 1992

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Koordinaten: 53° 19′ N, 12° 57′ O