Landkreis Mecklenburgische Seenplatte

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte Deutschlandkarte, Position des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte hervorgehobenKoordinaten: 53° 33′ N, 12° 59′ O
Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Verwaltungssitz: Neubrandenburg
Fläche: 5.468 km²
Einwohner: 261.733 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 48 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: MSE, AT, DM, MC, MST, MÜR, NZ, RM, WRN, (NB) Vorlage:Infobox Verwaltungseinheit in Deutschland/Wartung/Kfz enthält Kleinbuchstaben
Kreisschlüssel: 13 0 71
Kreisgliederung: 156 Gemeinden
Adresse der
Kreisverwaltung:
Platanenstraße 43
17033 Neubrandenburg
Webpräsenz: www.lk-mecklenburgische-seenplatte.de
Landrat: Heiko Kärger (CDU)
Lage des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte in Mecklenburg-Vorpommern
Polen Königreich Dänemark Schleswig-Holstein Niedersachsen Brandenburg Müritz Stettiner Haff Ostsee Schwerin Hansestadt Rostock Landkreis Mecklenburgische Seenplatte Landkreis Rostock Landkreis Vorpommern-Rügen Landkreis Nordwestmecklenburg Landkreis Vorpommern-Greifswald Landkreis Ludwigslust-ParchimKarte
Über dieses Bild

Der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte ist ein Landkreis und eine Planungsregion im Land Mecklenburg-Vorpommern. Kreisstadt und Oberzentrum ist Neubrandenburg. In Demmin, Neustrelitz und Waren (Müritz) befinden sich Außenstellen der Verwaltung. Es ist der flächengrößte Landkreis Deutschlands.

Das Gebiet des Landkreises ist identisch mit jenem des Regionalen Planungsverbandes Mecklenburgische Seenplatte, welcher als einer von vier Teilräumen für die regionale Landesplanung in Mecklenburg-Vorpommern fungiert.[2] Der Landkreis ist Mitglied im länderübergreifenden Bund der Euroregion Pomerania.[3]

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte setzt sich aus dem östlichen Teil des historischen Mecklenburgs sowie einem kleineren Teil des historischen Vorpommerns zusammen. Nachbarkreise sind im Westen der Landkreis Ludwigslust-Parchim und der Landkreis Rostock, im Norden der Landkreis Vorpommern-Rügen und im Osten der Landkreis Vorpommern-Greifswald. Im Süden grenzt der Landkreis an die brandenburgischen Landkreise Ostprignitz-Ruppin, Oberhavel und Uckermark. Mit einer Fläche von 5468 km² ist er aktuell der mit Abstand größte Landkreis in Deutschland. Der bis zum 3. September 2011 größte Landkreis, Uckermark, umfasst 3058 km², das kleinste Flächenland, das Saarland, hat eine Fläche von 2568 km².

Der Landkreis ist geprägt durch die Landschaften der Mecklenburgischen Schweiz, mit dem Naturpark Mecklenburgische Schweiz und Kummerower See und der namensgebenden Mecklenburgischen Seenplatte mit dem Müritz-Nationalpark. Die meisten der Seen sind durch natürliche oder künstliche Kanäle miteinander verbunden. Sechs der zehn größten Seen Mecklenburg-Vorpommerns gehören zum Kreisgebiet: der zweitgrößte See Deutschlands, die Müritz, Teile des Plauer Sees, der Kummerower See, Kölpinsee, Tollensesee und Malchiner See. Insgesamt beträgt die Gewässerfläche 51,906 ha (ca. 9,5 % der Kreisfläche), dazu gehören unter anderem 837 Seen mit einer Fläche von mindestens 0,01 km². Die dem Tollensesee entspringende Tollense fließt durch das Mecklenburgisch-Vorpommersche Grenztal, ein Urstromtal, das die historische Grenze zwischen Mecklenburg und Pommern bildet, und mündet bei Demmin in die Peene. Bei Ankershagen entspringt die Brandenburg und Berlin durchfließende und in Sachsen-Anhalt in die Elbe mündende Havel.

Höchste Erhebung im Landkreis sowie des gesamten Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern ist mit einer maximalen Höhe von 179,2 Metern über NHN der Höhenzug der Helpter Berge.

Stadthafen von Waren (Müritz)

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Juli 2010 wurde durch den Landtag des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern ein „Kreisstrukturgesetz“ zur Neuordnung der Landkreise und kreisfreien Städte im Rahmen einer Kreisgebietsreform beschlossen, die die Umstrukturierung des Bundeslandes in sechs Landkreise und zwei kreisfreie Städte vorsah. Unter dem Planungsnamen Landkreis Mecklenburgische Seenplatte sollte dabei aus der zuvor kreisfreien Stadt Neubrandenburg, dem Landkreis Müritz, dem Landkreis Mecklenburg-Strelitz sowie der Stadt Dargun, der Hansestadt Demmin und den Ämtern Demmin-Land, Malchin am Kummerower See, Stavenhagen und Treptower Tollensewinkel aus dem Landkreis Demmin ein neuer Landkreis entstehen. Zum Sitz der Kreisverwaltung wurde die Stadt Neubrandenburg bestimmt. Nachdem eine Klage der Landkreise Müritz, Ludwigslust, Ostvorpommern, Rügen und Uecker-Randow sowie der beiden kreisfreien Städte Wismar und Greifswald gegen die Kreisgebietsreform vor dem Landesverfassungsgericht in Greifswald scheiterte, wurden die zuvor bestehenden Landkreise mit Ablauf des 3. September 2011 aufgelöst und die neuen Landkreise gebildet.

Am 4. September 2011, dem Tag des Inkrafttretens der Kreisgebietsreform und zeitgleich mit der Landtagswahl, stimmten die Wähler über den neuen Kreistag und den Kreisnamen ab. Zur Wahl standen Landkreis Mecklenburgisch-Vorpommersche Seenplatte, vorgeschlagen vom Landkreis Demmin, und Landkreis Mecklenburgische Seenplatte, vorgeschlagen von den Landkreisen Müritz, Mecklenburg-Strelitz und der Stadt Neubrandenburg.[4] Letzterer Vorschlag konnte sich schließlich mit 83,8 Prozent der abgegebenen gültigen Stimmen durchsetzen.[5]

Städte und Gemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ämter und Gemeinden im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte

Die größte Stadt des Landkreises ist die Kreisstadt Neubrandenburg, die als Oberzentrum fungiert. Die nächstgrößeren Städte sind Waren (Müritz), Neustrelitz und Demmin, die ihrerseits Mittelzentren sind.[6]

Laut dem Regionalen Raumentwicklungsprogramm von 2011 sind zudem folgende Grundzentren im Landkreis definiert: Altentreptow, Burg Stargard, Dargun, Feldberger Seenlandschaft, Friedland, Malchin, Malchow, Mirow, Penzlin, Rechlin, Stavenhagen, Röbel/Müritz, Wesenberg und Woldegk. Gut 69 Prozent der Einwohner der Region lebten 2011 in diesen 18 zentralen Orten.[7] Die Region kann zudem durch ihre zentrale Lage zwischen den Metropolregionen von Berlin, Hamburg und Kopenhagen-Malmö profitieren, ebenso durch die Regiopole Rostock und das nahe Stettin mit seinem grenzübergreifenden Ballungsraum.

Auflistung der Städte und Gemeinden mit den Einwohnerzahlen am 31. Dezember 2011:[8]

Amtsfreie Gemeinden

  1. Dargun, Stadt (4433)
  2. Demmin, Hansestadt * (11.342)
  3. Feldberger Seenlandschaft [Sitz: Feldberg] (4399)
  4. Neubrandenburg, Große kreisangehörige Stadt (63.311)
  5. Neustrelitz, Stadt * (20.476)
  6. Waren (Müritz), Stadt * (21.042)

Ämter mit amtsangehörigen Gemeinden und Städten
* Sitz der Amtsverwaltung

  1. Beggerow (520)
  2. Borrentin (823)
  3. Hohenbollentin (122)
  4. Hohenmocker (460)
  5. Kentzlin (202)
  6. Kletzin (724)
  7. Lindenberg (234)
  8. Meesiger (235)
  9. Nossendorf (736)
  10. Sarow (707)
  11. Schönfeld (378)
  12. Siedenbrünzow (524)
  13. Sommersdorf (238)
  14. Utzedel (492)
  15. Verchen (415)
  16. Warrenzin (406)
  1. Datzetal (875)
  2. Friedland, Stadt * (6796)
  3. Galenbeck (1117)
  4. Genzkow (133)
  1. Basedow (709)
  2. Duckow (239)
  3. Faulenrost (638)
  4. Gielow (1124)
  5. Kummerow (579)
  6. Malchin, Stadt * (7617)
  7. Neukalen, Stadt (1779)
  1. Alt Schwerin (536)
  2. Fünfseen (1061)
  3. Göhren-Lebbin (581)
  4. Malchow, Stadt * (6591)
  5. Nossentiner Hütte (695)
  6. Penkow (297)
  7. Silz (342)
  8. Walow (462)
  9. Zislow (204)
  1. Mirow, Stadt * (4041)
  2. Priepert (323)
  3. Wesenberg, Stadt (2992)
  4. Wustrow (705)
  1. Blankensee (1667)
  2. Blumenholz (778)
  3. Carpin (865)
  4. Godendorf (216)
  5. Grünow (301)
  6. Hohenzieritz (487)
  7. Klein Vielen (648)
  8. Kratzeburg (538)
  9. Möllenbeck (698)
  10. Userin (646)
  11. Wokuhl-Dabelow (609)
  1. Beseritz (120)
  2. Blankenhof (709)
  3. Brunn (1059)
  4. Neddemin (335)
  5. Neuenkirchen (1109)
  6. Neverin * (1012)
  7. Sponholz (729)
  8. Staven (410)
  9. Trollenhagen (890)
  10. Woggersin (498)
  11. Wulkenzin (1457)
  12. Zirzow (315)
  1. Ankershagen (574)
  2. Kuckssee (501)
  3. Möllenhagen (1530)
  4. Penzlin, Stadt * (4252)
  1. Altenhof (378)
  2. Bollewick (639)
  3. Buchholz (142)
  4. Bütow (439)
  5. Fincken (503)
  6. Gotthun (324)
  7. Grabow-Below (108)
  8. Groß Kelle (117)
  9. Kieve (128)
  10. Lärz (521)
  11. Leizen (496)
  12. Ludorf (477)
  13. Massow (192)
  14. Melz (347)
  15. Priborn (345)
  16. Rechlin (2038)
  17. Röbel/Müritz, Stadt * (5095)
  18. Schwarz (367)
  19. Sietow (617)
  20. Stuer (259)
  21. Vipperow (408)
  22. Wredenhagen (474)
  23. Zepkow (197)
  1. Grabowhöfe (1377)
  2. Groß Plasten (707)
  3. Hohen Wangelin (585)
  4. Jabel (617)
  5. Kargow (706)
  6. Klink (1083)
  7. Klocksin (321)
  8. Moltzow (859)
  9. Peenehagen (1082)
  10. Schloen-Dratow (847)
  11. Torgelow am See (444)
  12. Varchentin (299)
  13. Vollrathsruhe (438)
  1. Burg Stargard, Stadt * (5377)
  2. Cölpin (770)
  3. Groß Nemerow (1142)
  4. Holldorf (798)
  5. Lindetal (1142)
  6. Pragsdorf (492)
  1. Bredenfelde (194)
  2. Briggow (311)
  3. Grammentin (212)
  4. Gülzow (443)
  5. Ivenack (884)
  6. Jürgenstorf (793)
  7. Kittendorf (295)
  8. Knorrendorf (638)
  9. Mölln (518)
  10. Ritzerow (405)
  11. Rosenow (932)
  12. Stavenhagen, Reuterstadt * (5629)
  13. Zettemin (297)
  1. Altenhagen (301)
  2. Altentreptow, Stadt * (5394)
  3. Bartow (485)
  4. Breesen (521)
  5. Breest (138)
  6. Burow (986)
  7. Gnevkow (371)
  8. Golchen (301)
  9. Grapzow (398)
  10. Grischow (247)
  11. Groß Teetzleben (689)
  12. Gültz (545)
  13. Kriesow (305)
  14. Pripsleben (261)
  15. Röckwitz (277)
  16. Siedenbollentin (607)
  17. Tützpatz (582)
  18. Werder (541)
  19. Wildberg (564)
  20. Wolde (586)
  1. Groß Miltzow (1034)
  2. Kublank (175)
  3. Neetzka (222)
  4. Petersdorf (154)
  5. Schönbeck (440)
  6. Schönhausen (232)
  7. Voigtsdorf (108)
  8. Woldegk, Stadt * (4413)

Gebietsänderungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wahlkreiseinteilung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Kreisgebiet gehört nach dem Bundeswahlgesetz (Stand 2008) den drei Wahlkreisen Greifswald–Demmin–Ostvorpommern (Wahlkreis 16), Bad Doberan–Güstrow–Müritz (Wahlkreis 17) und Neubrandenburg–Mecklenburg-Strelitz–Uecker-Randow (Wahlkreis 18) an. Gemäß dem Landes- und Kommunalwahlgesetz von Mecklenburg-Vorpommern ist das Bundesland Mecklenburg-Vorpommern für die Wahl des Landtages in 36 Wahlkreise eingeteilt. Davon liegen sieben im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte: Neubrandenburg I (Wahlkreis 2), Neubrandenburg II (Wahlkreis 3), teilweise Demmin I (Wahlkreis 13), Demmin II (Wahlkreis 14), Müritz I (Wahlkreis 20), Mecklenburg-Strelitz I (Wahlkreis 21) und Mecklenburg-Strelitz II/Müritz II (Wahlkreis 22).

Für Kommunalwahlen ist der Kreis in 13 Wahlbereiche mit insgesamt 395 Wahlbezirken eingeteilt[9]:

Nr. Wahlbereich für Kommunalwahl
1 Neubrandenburg I
2 Neubrandenburg II
3 Neubrandenburg III
4 Stadt Dargun, Amt Malchin am Kummerower See, aus dem Amt Stavenhagen
die Gemeinden Bredenfelde, Briggow, Grammentin, Gülzow, Ivenack, Jürgenstorf,
Kittendorf, Ritzerow, Zettemin
5 Stadt Demmin, Amt Demmin-Land
6 Amt Treptower Tollensewinkel, aus dem Amt Stavenhagen
die Gemeinden Mölln, Rosenow, Knorrendorf und die Stadt Stavenhagen
7 Amt Neverin, Amt Friedland
8 Amt Stargarder Land, Amt Woldegk, Gemeinde Feldberger Seenlandschaft
9 Stadt Neustrelitz I, Amt Neustrelitz Land
10 Stadt Neustrelitz II, Amt Mecklenburgische Kleinseenplatte
11 Stadt Waren (Müritz)
12 Amt Penzliner Land, Amt Seenlandschaft Waren, aus dem Amt Malchow
die Gemeinden Alt Schwerin, Nossentiner Hütte, Silz, Göhren-Lebbin, Penkow, Walow
13 Amt Röbel-Müritz, aus dem Amt Malchow die Stadt Malchow und die Gemeinden
Fünfseen, Zislow

Kreistag[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wahl des Kreistags der Mecklenburgischen Seenplatte 2014
Stimmen (%)[10]
 %
40
30
20
10
0
35,1
21,3
20,3
5,4
4,1
3,3
3,3
2,9
4,3
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2011[11]
 %p
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
+6,4
+0,4
-9,4
-1,4
+4,1
-1,2
-1,5
-0,5
+3,2
Expression-Fehler: Unerwartete schließende eckige Klammer
Sitzverteilung im
Kreistag der Mecklenburgischen Seenplatte 2014
          
Von 77 Sitzen entfallen auf:

Der Kreistag des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte besteht gemäß § 60 des Landes- und Kommunalwahlgesetzes von Mecklenburg-Vorpommern aus 77 Abgeordneten und wird in einer mit der Personenwahl verbundenen Verhältniswahl für fünf Jahre gewählt. Jeder Wahlberechtigte verfügt über drei Stimmen, die er auf ein, zwei oder drei Kandidaten verteilen kann.[12] Gemäß dem Ergebnis der Wahl vom 25. Mai 2014 setzt sich der Kreistag wie folgt zusammen:

Parteien und Wählergemeinschaften Prozent
2014
Sitze
2014
Prozent
2011
Sitze
2011
Prozent
2009
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 35,1 27 28,7 22 33,9
DIE LINKE. DIE LINKE. 21,3 16 20,9 16 24,6
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 20,3 16 29,7 23 20,8
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 5,4 4 6,8 5 4,4
AfD Alternative für Deutschland 4,1 3 - - -
FDP Freie Demokratische Partei 3,3 3 4,5 3 8,9
NPD Nationaldemokratische Partei Deutschlands 3,3 2 4,8 4 1,2
Freie Wähler MSP Freie Wähler Landkreis Mecklenburgische Seenplatte 2,9 2 3,4 3 -
AB gegen WK-Ausbau Aktionsbündnis gegen unkontrollierten Windkraftausbau 1,1 1 - - -
PIRATEN Piratenpartei Deutschland 1,1 1 - - -
WGLR Wählergemeinschaft Ländlicher Raum 0,8 1 1,0 1 1,1
Bauern Bauern - - - - 1,6
MUG Müritzer Unternehmensgruppe - - - - 1,1
WPL Wählergemeinschaft Penzliner Land - - - - 0,5
EB Einzelbewerber 1,3 1 0,1 - 1,8
Gesamt 100 77 100 77 100
Wahlbeteiligung in Prozent 45,7 50,3 45,9

[13] [14] [15]

  • Einzelbewerber: 2014: Andreas Grund (1,0 %), Marko Kardetzky (0,2 %), Hans-Ullrich Hoffmann (0,1 %) und Stefan Meincke (0,0 %); 2011: Marko Kardetzky (0,1 %) und Siegmund Boes (0,0 %); 2009: k.A.
  • Das Ergebnis der Kreistagswahl 2009 wurde umgerechnet auf das Wahlgebiet 2011.

Im Kreistag haben sich folgende Fraktionen gebildet: CDU (incl. WGLR, 28 Mitglieder), DIE LINKE. (16 Mitglieder), SPD (16 Mitglieder), AfD-FW (incl. 1 FDP-Mitglied, 6 Mitglieder), FDP/PIRATEN/AB/EB (5 Mitglieder), GRÜNE (4 Mitglieder). Die beiden Kreistagsmitglieder der NPD sind fraktionslos.

Landrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Landrat wird gemäß § 67 des Landes- und Kommunalwahlgesetzes von Mecklenburg-Vorpommern in Mehrheitswahl für eine Amtsdauer von sieben Jahren gewählt. Um gewählt zu werden, benötigt ein Kandidat mehr als die Hälfte aller gültigen Stimmen. Sollte das im ersten Wahlgang niemandem gelingen, wird eine Stichwahl zwischen den beiden Kandidaten mit den meisten Stimmen durchgeführt. Der Kandidat, der dabei die meisten Stimmen auf sich vereinen kann, ist gewählt.[16]

Für die Übergangsphase von der Bildung des Landkreises im September 2011 bis zum Amtsantritt des ersten Landrates im Oktober 2011 wurde vom Innenministerium Mecklenburg-Vorpommerns auf Vorschlag der Kreistage der aufgelösten Landkreise Demmin, Mecklenburg-Strelitz und Müritz und der Stadtvertretung Neubrandenburg die ehemalige Landrätin des Landkreises Müritz, Bettina Paetsch (CDU), zur Beauftragten für den Landkreis bestellt. Die Wahl des Landrates fand gleichzeitig mit der Land- und Kreistagswahl am 4. September 2011 statt. Zur Wahl standen fünf Kandidaten: Heiko Kärger (CDU, ehemaliger Landrat von Mecklenburg-Strelitz), Siegfried Konieczny (Linke, ehemaliger Landrat von Demmin), Michael Löffler (SPD), Enrico Komning (FDP) und Kathrin Grumbach (Grüne). Da keiner der Kandidaten im ersten Wahlgang die notwendige absolute Mehrheit der gültigen Stimmen erringen konnte, wurde 14 Tage später eine Stichwahl durchgeführt, bei der sich Heiko Kärger gegen Siegfried Konieczny durchsetzte.

Kandidat 1. Wahlgang (4. Sept. 2011)[17] Stichwahl (18. Sept. 2011)[18]
Stimmen Anteil Stimmen Anteil
Heiko Kärger (CDU) 43.661 38,5 % 36.218 54,5 %
Siegfried Konieczny (Linke) 28.483 25,1 % 30.214 45,5 %
Michael Löffler (SPD) 26.603 23,5 %
Kathrin Grumbach (Grüne) 9.888 8,7 %
Enrico Komning (FDP) 4.804 4,2 %
Mögliche Stimmen 234.394 100,0 % 233.989 100,0 %
  davon abgegebene Stimmen 117.556 50,2 % 67.054 28,7 %
  davon gültige Stimmen 113.439 96,5 % 66.432 99,1 %

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das vom Schweriner Heraldiker Heinz Kippnick entworfene Wappen wurde am 2. Dezember 2013 von Kreistag beschlossen, am 11. März 2014 durch das Innenministerium des Landes Mecklenburg-Vorpommern genehmigt und in der Wappenrolle unter der Nr. 351 registriert.[19]

Blasonierung: „Gespalten und durch Wellenschnitt halbgeteilt; vorn in Gold ein halber hersehender, golden gekrönter schwarzer Stierkopf am Spalt mit geschlossenem Maul, ausgeschlagener roter Zunge und silbernem Horn; hinten oben in Silber ein aufgerichteter, golden bewehrter roter Greif mit aufgeworfenem Schweif, unten in Blau sieben silberne Wellenfäden.“[20]

Werlischer Stierkopf und Pommerscher Greif sind als Wappenbild im Landkreis weit verbreitet. Der Stierkopf nimmt Bezug auf die frühere Zugehörigkeit großer Teile des heutigen Landkreises zur Herrschaft Werle; er fand sich bereits in den Wappen der Vorgängerlandkreise Müritz, Mecklenburg-Strelitz und Demmin. Der Greif symbolisiert die Zugehörigkeit von Teilen des heutigen Landkreises zum Herzogtum Pommern, er findet sich unter anderem in den Wappen der Städte Altentreptow und Demmin. Die sieben Wellenfäden symbolisieren die wasserreiche Landschaft und die früheren Altkreisstädte Altentreptow, Demmin, Malchin, Neustrelitz, Röbel und Waren sowie die vormals kreisfreie Stadt Neubrandenburg.

Die Gemeindewappen des Landkreises sind in der Liste der Wappen im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte aufgeführt.

Flagge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Flagge des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte ist gleichmäßig und quer zur Längsachse des Flaggentuchs von Blau und Gelb gestreift. In der Mitte des Flaggentuchs liegt, auf jeweils ein Drittel der Länge des blauen und gelben Streifens übergreifend, das Landkreiswappen. Die Höhe des Flaggentuchs verhält sich zur Länge wie 3:5.[21]

Verwaltungsstandorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Juni 2011 wurde durch den Kooperationsstab für den Landkreis eine Verteilung der Verwaltungsaufgaben auf vier Standorte beschlossen. Neben dem Kreissitz Neubrandenburg erhielten die ehemaligen Kreisstädte Neustrelitz, Demmin und Waren folgenden Fachbereiche:[22]

Neubrandenburg
u.a. Dezernat I
Waren
Dezernat II
Neustrelitz
Dezernat III
Demmin
Dezernat IV
  • Landrat
  • Stab/Büro Landrat
  • Zentrale Dienste/ Schulverwaltungsamt
  • Personalamt
  • Rechnungsprüfungsamt
  • Amt für Finanzen
  • Rechts- und Kommunalaufsichtsamt
  • Amt für Wirtschaft, Kultur, Tourismus
  • Bauamt
  • Kataster- und Vermessungsamt
  • Umweltamt
  • Sozialamt
  • Jugendamt
  • Gesundheitsamt
  • Ordnungsamt
  • Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt

Bürokratieabbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte ist seit dem 6. Juni 2013 „Modellregion für weniger Bürokratie“. Er soll damit Vorreiter beim Bürokratieabbau werden. Vorgeschlagen wird u. a. eine bürgernähere Verwaltung z. B. durch Formen der E-Regierung, sowie der Einsatz von Auslaufklauseln, welche Gesetze und Verordnungen schon bei ihrer Einführung zeitlich befristet oder zumindest regelmäßig auf ihre Notwendigkeit überprüft.[23][24]

Kreiseinrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schulen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemäß Schulgesetz Mecklenburg-Vorpommern ist der Landkreis Träger der Gymnasien, beruflichen Schulen, Förderschulen und Gesamtschulen. Hier besteht im weiträumigen Landkreis ein vielfältiges Angebot. Die Kreismusikschulen Müritz und Kon.centus sowie die Volkshochschule, alle drei ebenfalls in Trägerschaft des Kreises, runden das Bildungsangebot ab.

Krankenhäuser[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte ist Träger des Kreiskrankenhauses Demmin.

Sparkassen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Müritz-Sparkasse und Sparkasse Mecklenburg-Strelitz befinden sich in Trägerschaft des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte. An der Sparkasse Neubrandenburg-Demmin ist der Kreis über einen Zweckverband mit einem Anteil von 40 % beteiligt - die übrigen 60 % hält die Stadt Neubrandenburg.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wirtschaft des Landkreises wird stark durch den Tourismus sowie verschiedene meist mittelständische Unternehmen geprägt.

Größere Betriebe sind unter anderem

Die Arbeitslosenquote betrug im April 2016 12,9 Prozent.[25]

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Region Mecklenburger Seenland gehört neben den Inseln Rügen und Usedom sowie der mecklenburgischen Ostseeküste zu den tragenden Urlaubsregionen des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Tourismusschwerpunkträume im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte sind:[26]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bundesautobahn 20 durchquert den Landkreis: aus Norden kommend führt sie zunächst von Bartow südlich in Richtung Neubrandenburg, ab der Anschlussstelle Neubrandenburg-Ost nach Osten bis Schönhausen und verlässt den Landkreis in Richtung Pasewalk. Die Bundesautobahn 19 verbindet die Stadt Rostock mit der Bundesautobahn 24 bei Wittstock/Dosse in Brandenburg. Des Weiteren verlaufen die Bundesstraßen 96, 104, 108, 110, 122, 192, 193, 194, 197, 198 und 199 durch das Kreisgebiet.

Zentrale Eisenbahnknoten sind Neubrandenburg und Neustrelitz. Durch den Landkreis verlaufen die Bahnstrecken Berlin-Stralsund, Bützow–Stettin, Parchim–Neubrandenburg und Neustrelitz–Warnemünde. Züge des Fernverkehrs halten in Neustrelitz und Waren.

Im Öffentlichen Personennahverkehr verkehren Buslinien verschiedener regionaler Verkehrsunternehmen, wobei sich die Fahrpläne in der Regel an den Bedürfnissen des Schülerverkehrs orientieren. In den Städten Neubrandenburg, Neustrelitz, Waren und Demmin gibt es spezielle Stadtbus-Linien mit täglichem Verkehrsangebot. Größtes Verkehrsunternehmen ist die kreiseigene MVVG.

Als Bundeswasserstraßen klassifiziert sind die dem Wasser- und Schifffahrtsamt Stralsund zugeordnete Peene sowie die zum Wasser- und Schifffahrtsamt Eberswalde gehörende Müritz-Havel-Wasserstraße und Obere Havel-Wasserstraße. Einziger Verkehrsflughafen im Kreis ist der Flughafen Neubrandenburg-Trollenhagen.

Die Radfernwege Berlin–Kopenhagen, Elbe-Müritz, Hamburg–Rügen, die Eiszeitroute Mecklenburgische Seenplatte, der Havelradweg und der Mecklenburgische Seen-Radweg dienen insbesondere der touristischen Erschließung.

Bildung und Forschung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gymnasium Carolinum in Neustrelitz

Bedeutende Gymnasien des Landkreises sind unter anderem das als Eliteschule des Sports anerkannte Sportgymnasium Neubrandenburg, das Albert-Einstein-Gymnasium Neubrandenburg, das Gymnasium Carolinum in Neustrelitz, das musikalisch orientierte Goethe-Gymnasium Demmin und das naturwissenschaftlich ausgerichtete Richard-Wossidlo-Gymnasium in Waren. Das Internatsgymnasium Schloss Torgelow bei Waren gehört zu den angesehensten Schulen Deutschlands.[27]

Einzige Hochschule des Kreises ist die 1991 gegründete Hochschule Neubrandenburg mit den Fachbereichen Lebensmittelwissenschaften und Agrarwirtschaft, Landschaftsarchitektur, Geoinformatik, Geodäsie und Bauingenieurwesen, Soziale Arbeit, Bildung und Erziehung, Gesundheit, Pflege und Management.

Zudem unterhält das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Neustrelitz Zweigstellen des Deutschen Fernerkundungsdatenzentrums sowie der Institute für Kommunikation und Navigation bzw. für Methodik der Fernerkundung.

Kfz-Kennzeichen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 4. September 2011 wurden dem Landkreis die Unterscheidungszeichen DM (Demmin), MST (Mecklenburg-Strelitz) und MÜR (Müritz) der drei Altkreise zugewiesen. Die Kreisstadt Neubrandenburg behielt ihr Kürzel NB und gibt es bis heute aus.

Seit dem 18. März 2013 sind auch die Unterscheidungszeichen AT (Altentreptow), MC (Malchin), NZ (Neustrelitz), RM (Röbel/Müritz) und WRN (Waren) erhältlich.

Am 22. Juli 2013 wurde das neue Unterscheidungskennzeichen MSE freigegeben. Die Kürzel DM, MST und MÜR sind ebenfalls weiterhin erhältlich.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Landkreis Mecklenburgische Seenplatte – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt M-V – Bevölkerungsentwicklung der Kreise und Gemeinden 2014 (XLS-Datei) (Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Regionaler Planungsverband Mecklenburgische Seenplatte
  3. Euroregion Pomerania - Gebiet und Partner (Memento vom 17. November 2015 im Internet Archive), abgerufen am 13. November 2015
  4. Namensvorschläge für die Benennung der neuen Landkreise in Mecklenburg-Vorpommern
  5. Ergebnis des Bürgerentscheids über den Namen des Landkreises (PDF; 8 kB)
  6. Haushaltsplan 2012: Landkreis Mecklenburgische Seenplatte, abgerufen am 8. Juli 2015
  7. Landesraumentwicklungsprogramm MV 2015 - ländliche Räume mit besonderen demografischen Herausforderungen, abgerufen am 8. Juli 2015
  8. Mecklenburg-Vorpommern Statistisches Amt – Bevölkerungsentwicklung der Kreise und Gemeinden 2010 (PDF; 522 KB)
  9. Bekanntmachung der Wahlbereichseinteilung des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte durch die Kreiswahlleitung
  10. Die Landeswahlleiterin Mecklenburg-Vorpommern, abgerufen am 22. September 2014
  11. Die Landeswahlleiterin Mecklenburg-Vorpommern, Endergebnis der Kreistagswahl 2011, abgerufen am 22. September 2014
  12. § 60 Landes- und Kommunalwahlgesetzes von Mecklenburg-Vorpommern
  13. [1] Ergebnis der Kreistagswahl 2014
  14. [2] Ergebnis der Kreistagswahl 2011
  15. [3] Auf Wahlgebiet 2011 umgerechnetes Ergebnis der Kreistagswahl 2009
  16. § 67 Landes- und Kommunalwahlgesetzes von Mecklenburg-Vorpommern
  17. Landratswahl: Ergebnisse vom 4. September 2011
  18. Landratswahl: Ergebnisse vom 18. September 2011
  19. regierung-mv.de: Wappen und Flagge für Landkreis Mecklenburgische Seenplatte:Innenminister Caffier übergab Genehmigungsurkunde
  20. lk-seenplatte.de: Wappen und Flagge des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte
  21. Wappen und Flagge des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte
  22. Pressemitteilung: Sitze der Amtsleiter stehen fest (25. Juni 2011)
  23. Hamburger Abendblatt. 4. Juni 2013, S. 14.
  24. http://www.regierung-mv.de/cms2/Regierungsportal_prod/Regierungsportal/de/jm/?&pid=50245
  25. Statistik der Bundesagentur für Arbeit, abgerufen am 23. Mai 2016: https://statistik.arbeitsagentur.de/Navigation/Statistik/Statistik-nach-Regionen/Politische-Gebietsstruktur/Mecklenburg-Vorpommern-ab-09-2011-Nav.html
  26. Regionales Raumentwicklungsprogramm Mecklenburgische Seenplatte 2011, Gesamträumliche Entwicklung - 3.1.3 Tourismusräume, Regionaler Planungsverband, abgerufen am 13. Juli 2015
  27. Deutsche Internate mit Spitzen-Renommee, Die Welt World’s Luxury Guide, 7. Oktober 2012, abgerufen am 6. November 2014