Zwischenmittel

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Zwei Vertikalschnitte durch das Schichtenkohlenflöz III, die horizontale Entfernung zwischen beiden Schnitten beträgt 18 m. Das Bild illustriert die unterschiedliche Ausbildung von Kohle (schwarz) und Zwischenmitteln (weiß) auf engem Raum.

Als Zwischenmittel (Mittel, Bergemittel) bezeichnet man im Bergbau dünne Schichten tauben Gesteins zwischen zwei abbauwürdigen Erzlagern, Flözen oder Partien eines Flözes.[1]

Entstehung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischenmittel entstehen bei der Sedimentation, der Ablagerung von organischem und nichtorganischem Material, auf dieselbe Weise wie das spätere Nutzmineral. Im Unterschied zu diesem besteht das Zwischenmittel aus nicht nutzbaren bzw. nicht bauwürdigen Mineralien. Da der Ablagerungsprozeß in geologischen Zeiträumen verläuft, kommt es durch veränderte Ablagerungsbedingungen (beispielsweise durch eine partielle Hebung des Sedimentationsbeckens) zu unterschiedlicher Ablagerung von Nutz- und taubem Mineral. Die Mächtigkeiten der Flöze können schwanken, dass Zwischenmittel kann räumlich begrenzt eine große Mächtigkeit aufweisen oder völlig verschwinden, umgekehrt kann auch das Nutzmineral vertauben, d. h. durch zunehmenden Bergeanteil unbauwürdig werden.

Vorkommen und Mineralisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischenmittel kommen in fast allen flözartigen Lagerstätten vor. Im Steinkohlebergbau bestehen sie aus nichtorganischen Bestandteilen, meistens Tonschiefer oder Sandstein, aber auch aus Toneisenstein oder Kohleneisenstein. Früher wurde gelegentlich ein solches Zwischenmittel als nutzbar mitgewonnen.[2]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Walter Bischoff, Heinz Bramann, Westfälische Berggewerkschaftskasse Bochum: Das kleine Bergbaulexikon. 7. Auflage, Verlag Glückauf GmbH, Essen, 1988, ISBN 3-7739-0501-7
  • Heinz Kundel: Kohlengewinnung. 6. Auflage, Verlag Glückauf GmbH, Essen, 1983, ISBN 3-7739-0389-8
  • Ernst-Ulrich Reuther: Einführung in den Bergbau. 1. Auflage, Verlag Glückauf GmbH, Essen, 1982, ISBN 3-7739-0390-1
  • Б. В. Бокий: Bergbaukunde. Technik, Berlin 1955, S. 647 (russisch: Горное дело. Übersetzt von R. Staepken).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hans Murawski, Wilhelm Meyer: Geologisches Wörterbuch. 10., neubearbeitete und erweiterte Auflage. Ferdinand Enke, Stuttgart 1998, ISBN 3-432-84100-0, S. 20.
  2. G. Leithold et al.: Taschenbuch Bergbau. Tiefbau. Hrsg.: Kammer der Technik, Fachverband Bergbau. Band III. Deutscher Verlag für Grundstoffindustrie, Leipzig 1962, S. 18.