Alibeyuşağı

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Das Dorf Alibeyusagi (kurdisch: Olibagon) ist ein Dorf im Landkreis Pazarcik in der Provinz Kahramanmaras.

Alibeyuşağı ist ein Dorf mit ca. 500 Einwohnern im Süd-Osten Anatoliens in der türkischen Provinz Kahramanmaraş, nahe der Stadt Adiyaman und Gaziantep (30 Minuten). Die Stadt Kahramanmaraş ist ungefähr 20 km von Alibeyusagi entfernt.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In dem Ort leben ausschließlich alevitische Kurden, die neben kurdisch auch teilweise türkisch sprechen. Die Dorfbewohner leben fast ausschließlich vom Ertrag der Landwirtschaft (Wassermelonen, Feigen, Granatäpfel und Trauben). Alibeyusagi ist in Pazarcik das einzige Dorf, das dem Hayadraan-Asiret (Stamm) angehört. Die anderen Dörfer in Pazarcik gehören der Sine Milli, Kilis oder der Atma-Asiret an.

In der Diaspora sind die Bewohner des Dorfes hauptsächlich in drei Ländern zu finden: Schweiz, Deutschland und Frankreich.

Vereinzelt findet man auch Familien in Kanada, USA, Österreich, England und den Niederlanden. In Deutschland haben sich zwei Gemeinden gebildet. In der Umgebung von Moers (Köln und Hagen mit eingeschlossen) und in der Umgebung von Mannheim (Ludwigshafen mit eingeschlossen). Die Gemeinde in der Schweiz versteht sich durch die kleine Geographie als eigene Community; in Frankreich gibt es in Paris eine kleine Community. In der Türkei gibt es in Mersin eine große Gemeinschaft neben kleineren in Adana und Antep. In Deutschland leben ca. 1500 Mitglieder/Familienangehörige dieses Dorfes. In der Schweiz leben etwa 400 Mitglieder und in Frankreich rund 200 Mitglieder dieses Dorfes. Die Bevölkerung dieses Dorfes spricht Kurmanci (kurdischer Dialekt). Das Dorf ist politisch kurdisch ausgerichtet stimmte bei Wahlen für die kurdisch-demokratische Partei HDP.

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorf hat vier kleine Geschäfte für die wichtigsten Lebensmittel sowie eine Grundschule. Im Dorf befindet sich auch eine Fabrik. Wasserleitungen gibt es erst seit wenigen Jahren in jedem Haushalt. Erst um 1990 wurden Telefonanschlüsse eingeführt. Seit 2008 gibt es auch ein Internetcafé.

Pogrom von Maras[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Pogrom von Maras hatte auch Opfer aus Alibeyusagi.

Dazu gehörten ausschließlich nur Familien, die in Maras lebten. Das Dorf selbst wurde nicht angegriffen. Einige Tage nach dem Pogrom ließen die Einwohner von Alibeyusagi ihr Dorf von jungen Männern mit Waffen aus den eigenen Reihen beschützen, da sie einen Angriff befürchteten.

Das Dorf Alibeyuşaği brach nach dem Pogrom alle Beziehungen – seien es wirtschaftliche, geschäftliche oder politische – mit der Stadt Kahramanmaraş ab. Sie widmeten sich Narli, Pazarcık und Antep, welche vom Maras-Boykott der Aleviten profitierten.

Langsam versuchen die Aleviten sich den Sunniten anzunähern und betreiben Geschäfte in der Stadt.

Gemeinsame Treffen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Dorfmitglieder treffen sich meist zusammen auf Hochzeiten oder Beerdigungen. Oft versammeln die Mitglieder sich in den jeweiligen Wohnorten (Umgebung Mannheim, Umgebung Moers und der Umgebung rund um Basel) zusammen auf zusammen-organisierten Grillfesten.