Ölzeug

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Ölzeug (1893)
Fischer in wasserfester Kleidung

Ölzeug (engl.: Oilskin) bezeichnet wetterfeste Oberbekleidung in der Seefahrt, die den Träger vor Nässe und Wind schützen soll.

Ursprünglich wurde diese Kleidung aus einem Leinenstoff hergestellt, dessen Oberfläche mit Öl, oftmals Leinöl, imprägniert wurde, um ihn wasserdicht zu machen. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts wurde auch Kautschuk zum Abdichten des Gewebes genutzt. Doch erst mit der Erfindung der Vulkanisation durch Charles Goodyear konnten erstmals 100 % wasserdichte und stabile Textilien gefertigt werden. Mit dem Aufkommen von synthetischen Kunststoffen wie PVC (Polyvinylchlorid) im 20. Jahrhundert kam das gummierte Gewebe allmählich aus der Mode, da es verhältnismäßig schwer und nicht hinreichend beständig gegen UV-Strahlung, Teer, Öl und Fett war. Obwohl die Kleidungsstücke für Seeleute heutzutage aus modernen synthetischen Stoffen wie zum Beispiel Gore-Tex oder Sympatex gefertigt werden, hat sich der alte Name Ölzeug erhalten.

Ölzeug wird in verschiedene Klassen unterteilt – man unterscheidet zwischen leichtem Ölzeug, das zwar wasserdicht, aber atmungsaktiv ist, und schwerem Ölzeug, das aus stärkeren Materialien gefertigt wird. Dabei werden auf eine Membran auf zwei Seiten Stoffe laminiert.

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