Östlicher Langschwanz-Schattenkolibri

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Östlicher Langschwanz-Schattenkolibri
Östlicher Langschwanz-Schattenkolibri

Östlicher Langschwanz-Schattenkolibri

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Seglervögel (Apodiformes)
Familie: Kolibris (Trochilidae)
Unterfamilie: Eigentliche Kolibris (Trochilinae)
Gattung: Schattenkolibris (Phaethornis)
Art: Östlicher Langschwanz-Schattenkolibri
Wissenschaftlicher Name
Phaethornis superciliosus
(Linnaeus, 1766)

Beschreibung[Bearbeiten]

Der Östliche Langschwanz-Schattenkolibri (Phaethornis superciliosus), auch Langschwanzeremit genannt, ist eine 15 Zentimeter große Art aus der Familie der Kolibris. Zur Nahrungssuche verwendet der Vogel seinen langen, abwärts gebogenen Schnabel.

Verbreitung und Lebensweise[Bearbeiten]

Diese Art kommt im Unterholz der tropischen Wälder von Venezuela bis Französisch-Guayana und Brasilien vor. Die Vögel besetzen kleine Reviere (Größe: 1 km²), meist in der Nähe von Flüssen, welche sie energisch gegen fremde Artgenossen verteidigen. Der Östliche Langschwanz-Schattenkolibri ernährt sich vom Nektar verschiedenster Pflanzen wie der Passionsblume u.a., daneben verschmäht er auch Spinnen und Insekten nicht.

Verbreitungskarte des Östlichen Langschwanz-Schattenkolibris

Brut[Bearbeiten]

Zur Brutzeit bauen die Männchen Balzplätze, wo sie zu mehreren einen Gesangswettbewerb um die Weibchen abhalten. Der beste Sänger hat das bevorzugte Recht zur Paarung mit den anwesenden Weibchen. Die Weibchen bauen ein napfförmiges Nest, welches sie an die Spitze von Baumblättern hängen.

Gefährdung[Bearbeiten]

Obwohl die Bestandszahlen dieser Art nicht bekannt sind, listet die IUCN diese Art als gering gefährdet (Least Concern) ein.

Unterarten[Bearbeiten]

Es wurden zwei Unterarten beschrieben:[1]

  • Phaethornis superciliosus superciliosus (Linnaeus, 1766)[2] - Die Nominatform ist im Süden Venezuelas, den Guyanas und dem nördlichen Brasilien, nördlich des Amazonas, verbreitet.
  • Phaethornis superciliosus muelleri Hellmayr, 1911[3] - Diese Unterart kommt im Norden Brasiliens, allerdings nur südlich des Amazonas, vor.

Etymologie und Forschungsgeschichte[Bearbeiten]

Carl von Linné beschrieb den Östlichen Langschwanz-Schattenkolibri unter dem Namen Trochilus superciliosus. Als Fundort nannte er Cayenne.[2] Später wurde die Art der Gattung Phaethornis zugeordnet. »Phaethornis« leitet sich aus den griechischen Worten »phaethōn Φαέθων« für »der Leuchtende, der Strahlende« und »órnis, όρνις« für »Vogel« ab.[4] Das Artepitheton »superciliosus« leitet sich vom lateinischen »supercilium« für »Augenbraue« ab.[5] »Muelleri« ist Lorenz Müller (1868–1953) gewidmet, der das Typusexemplar in Peixe-Boi im brasilianischen Bundesstaat Pará gesammelt hatte.[3]

Literatur[Bearbeiten]

  • Die große Enzyklopädie der Vögel. S. 190,193, ISBN 3-572-00810-7, dt. Übersetzung aus dem Englischen Verlag: Orbis Verlag, München 1996
  • Christopher M. Perrins: Die BLV Enzyklopädie der Vögel Seite: 356 , ISBN 3-405-16682-9, dt. Übersetzung aus dem englischen Verlag: BLV München 2004
  •  James A. Jobling: Helm Dictionary of Scientific Bird Names. Christopher Helm, London 2010, ISBN 978-1-4081-2501-4.
  •  Carl von Linné: Systema Naturae per Regna Tria Naturae, Secundum Classes, Ordines, Genera, Species, Cum Characteribus, Differentiis, Synonymis, Locis. 12 Auflage. Bd. 1, Imprensis Direct Laurentii Salvii, Stockholm 1766 (online, abgerufen am 15. Juni 2014).
  •  Carl Eduard Hellmayr: Mr. C. E. Hellmayr forwared descriptions of two new races of Humming-Birds. In: Bulletin of the British Ornithologists' Club. Bd. 27, 1911, S. 92–93 (online, abgerufen am 15. Juni 2014).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Östlicher Langschwanz-Schattenkolibri (Phaethornis superciliosus) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. IOC World Bird List Hummingbirds
  2. a b Carl von Linné, S. 189
  3. a b Carl Eduard Hellmayr, S. 93
  4. James A. Jobling, S. 301
  5. James A. Jobling, S. 374