A Guide to the Project Management Body of Knowledge

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

A Guide to the Project Management Body of Knowledge (PMBOK Guide) ist ein weit verbreiteter Projektmanagement-Standard und zentrale Referenz des US-amerikanischen Project Management Institute, von dem er auch herausgegeben und unterhalten wird.

PMBOK zählt neben PRINCE2 (Projects In Controlled Environments) und IPMA Competence Baseline(IPMA, GPM) zu den führenden Projektmanagementmethoden weltweit.

In der Einführung bezeichnet sich das Werk als „Zusammenfassung des Wissens der Fachrichtung Projektmanagement“. Gemeint ist das Wissen über die Vorgehensweisen, die weiterhin als bewährte Praxis (PMBOK Guide: „best practice“) anerkannt wird. Die beschriebenen Methoden sind auf Projekte aus verschiedenen Anwendungsbereichen anwendbar, dazu gehören u.a. Bauwesen, Software-Entwicklung, Maschinenbau und Automobilindustrie.

Der PMBOK Guide ist prozessorientiert, d. h. er verwendet ein Modell, nach dem Arbeit durch Prozesse erledigt wird. Ein Projekt wird durch das Zusammenspiel vieler Prozesse durchgeführt. Anhand der Prozesse strukturiert der PMBOK Guide das gesammelte Methodenwissen. Für jeden Prozess werden Input, Output und Werkzeuge und Verfahren beschrieben.

Das American National Standards Institute (ANSI) und das Institute of Electrical and Electronics Engineers (IEEE)[1] haben den PMBOK Guide als Standard anerkannt (ANSI/PMI 99-001, IEEE Std 1490-2003). Es wurde (neben Englisch) in zehn Sprachen übersetzt. Der 2012 als ISO-Norm 21500 veröffentlichte Projektmanagement-Leitfaden baut unter anderem auf dem PMBOK Guide auf[2][3].

Der PMBOK Guide ist die Basis für die Zertifizierungsprüfung zum Project Management Professional (PMP) und für die Eingangslevel-Zertifizierung Certified Associate in Project Management (CAPM).

Entstehung[Bearbeiten]

Die Erstausgabe des PMBOK Guide wurde 1987 veröffentlicht. Sie war das Resultat von Workshops, die in den frühen 80er Jahren durch das PMI initiiert wurden. Parallel wurde ein Ethikkodex[4] entwickelt, dazu Richtlinien für die Akkreditierung von Schulungszentren und Zertifizierung von Personen.

Später wurde eine zweite Version des PMBOK Guide veröffentlicht, die auf den Anmerkungen der Mitglieder aufbaut (1996 und 2000). Der PMBOK Guide wurde 1998 vom American National Standards Institute (ANSI) und später vom Institute of Electrical and Electronics Engineers (IEEE) als Standard anerkannt.

Die dritte Version[5] des PMBOK Guides wurde 2004 mit Verbesserungen in der Struktur des Dokuments, Erweiterungen von Prozessen, Bezeichnungen und Gebieten des Programms und des Portfolios veröffentlicht.[6]

Ende 2008 erschien die vierte überarbeitete Ausgabe[7]. Wesentliche Änderungen waren Klarstellungen und Vereinheitlichungen in den Prozessnamen, Anpassungen an den Übersichtsdiagrammen und Wegfall bzw. Hinzufügung einiger Prozesse. Die deutsche Version steht seit Mitte 2010 zur Verfügung.

Auflage fünf[8] erschien im Januar 2013. In ihr wird das Stakeholder-Management als eigenes Wissensgebiet etabliert. Sie wird ab 31. Juli 2013 Grundlage aller Zertifizierungsprüfungen werden.

Inhalt[Bearbeiten]

Der PMBOK besteht aus drei Abschnitten:

  • PM-Rahmen, mit einer allgemeinen Einführung in Struktur des Buches und in Projektorganisation und -Lebenszyklus.
  • PM-Prozessgruppen
  • PM-Wissensgebiete, mit einer detaillierten Liste von Prozessen und Ergebnistypen im Projektmanagement

Darüber hinaus enthält der PMBOK Guide Anhänge mit Informationen zu PMI, Literaturliste und Änderungshistorie und ein Glossar zur Vereinheitlichung der Projektmanagementsprache.

Rahmen[Bearbeiten]

Der PM-Rahmen enthält eine Einführung in die Systematik des PMBOK Guides und erläutert dabei den gesamten Kontext des Projektmanagements (Organisationen, Unternehmen, Begriffe, usw.)

Prozessgruppen[Bearbeiten]

Es werden insgesamt 42 Prozesse definiert (vierte Ausgabe, 47 in Ausgabe fünf), die in die folgenden fünf Prozessgruppen eingeordnet werden:

  • Initiierung
Prozesse zur formalen Autorisierung des Projekts. Ergebnisse sind der Projektauftrag (Beauftragung des Projektleiters) und das vorläufige Scope Statement.
  • Planung
Festlegung des Projekt-Umfangs (Ergebnis: Scope Statement) und Festlegung, wie in den einzelnen Wissensgebieten geplant wird (Ergebnis Projektmanagementplan als „Meta-Plan“), dazu Durchführung der Planung (Ergebnisse: Projektstrukturplan, Terminplan, Kostenplan, Beschaffungsplan, Risikoplan, ...).
  • Ausführung
Sicherstellen, dass die Aktivitäten ausgeführt werden, wie sie geplant wurden. Wichtigstes Ergebnis ist natürlich der eigentliche Liefergegenstand des Projekts. Auch Prozesse wie Qualitätssicherung, Projektteam aufbauen und Anbieter auswählen zählen zu dieser Prozessgruppe.
  • Überwachung und Steuerung
Die zugehörigen Prozesse sammeln und bewerten Informationen zur Projekt-Performance entsprechend der Planung im Projektmanagementplan. Auch Risiko-Überwachung gehört zu dieser Prozessgruppe. Wichtige Ergebnisse sind Vorschläge für Korrekturmaßnahmen oder vorbeugende Maßnahmen.
Der Prozess Integrierte Änderungssteuerung regelt die Abwicklung von Änderungsanträgen (Change Requests, CRs).
  • Abschluss
Die beiden Prozesse dieser Gruppe sind Vertragsbeendigung (besonders Verträge mit Kunden und Lieferanten) und Projektabschluss (dabei wird der Projektauftrag als geschlossen erklärt).

Eine Matrix ordnet jeden Prozess eindeutig einer Prozessgruppe und einem Wissensgebiet zu. Dabei wurde für jeden Prozess die Prozessgruppe gewählt, in der der größte Teil der Aktivitäten des Prozesses stattfindet.

Wissensgebiete[Bearbeiten]

Der Abschnitt über die Wissensgebiete bildet den Schwerpunkt des PMBOK Guides. Jeweils ein Kapitel widmet sich einem Wissensgebiet. Alle Prozesse werden detailliert beschrieben. Dabei werden für jeden Prozess Eingangs- und Ausgangsartefakte sowie Methoden und Werkzeuge beschrieben.

Die Wissensgebiete, denen die Einzelprozesse aus den Prozessgruppen jeweils eindeutig zugeordnet sind, heißen:

Das Wissensgebiet Integrationsmanagement in Projekten umfasst die Prozesse und Vorgänge, die benötigt werden, um die verschiedenen Prozesse und Projektmanagementvorgänge in den Projektmanagementprozessgruppen zu identifizieren, zu definieren, zu kombinieren, zu vereinheitlichen und zu koordinieren. Im Projektmanagementkontext umfasst Integration Merkmale der Vereinheitlichung, Konsolidierung und Gliederung sowie integrative Aktionen, die entscheidend sind für den Abschluss von Projekten, die erfolgreiche Erfüllung der Anforderungen von Kunden und anderer Stakeholder und den Umgang mit Erwartungen.
Das Inhalts- und Umfangsmanagement in Projekten beinhaltet die erforderlichen Prozesse, um sicherzustellen, dass das Projekt alle erforderlichen Arbeiten, aber auch nur diese, umfasst, um es erfolgreich zu beenden. Hierbei geht es vorrangig um die Definition und Steuerung dessen, was im Projekt eingeschlossen ist und was nicht.
Zielt auf die Einhaltung des Zeitrahmens und sollte alle beteiligten Zielgruppen einbinden. Der Projektplan dient dabei v.a. auch als Kommunikationsmedium.
Zielt auf Budgeteinhaltung. Hierfür ist der Kostenverlauf zu erfassen. Gegebenenfalls sind Gegenmaßnahmen einzuleiten.
Erfordert Standardisierung von PM-Prozessen, Dokumentation der Arbeiten und Ergebnisse, sowie ein geeignetes Maßnahmenmanagement.
Personalmanagement in Projekten umfasst die Prozesse, die das Projektteam organisieren und managen. Das Projektteam besteht aus den Mitarbeitern, die zugewiesene Rollen und Verantwortlichkeiten haben, um das Projekt fertigstellen zu können.
Kommunikationsmanagement in Projekten ist das Wissensgebiet, in dem die Prozesse angewendet werden, die für das rechtzeitige und sachgerechte Erzeugen, Sammeln, Verteilen, Speichern, Abrufen und Verwenden von Projektinformationen notwendig sind.
Risikomanagement in Projekten umfasst die Prozesse bezüglich der Durchführung der Risikomanagementplanung, Identifizierung, Analyse, Maßnahmen sowie Überwachung und Steuerung bei einem Projekt; die meisten dieser Prozesse werden im Verlauf des Projekts aktualisiert. Ziele des Risikomanagements in Projekten sind die Steigerung der Wahrscheinlichkeit und der Auswirkungen positiver Ereignisse sowie die Verringerung der Wahrscheinlichkeit und der Auswirkungen von Ereignissen, die für das Projekt ungünstig sind.
Beschaffungsmanagement in Projekten beinhaltet die Prozesse für den Kauf oder Erwerb der Produkte, Dienstleistungen und Ergebnisse, die von außerhalb des Projektteams für die Durchführung der Arbeit benötigt werden. Beschaffungsmanagement in Projekten umfasst das Vertragsmanagement und die Prozesse zur Änderungssteuerung, die zum Managen der von autorisierten Projektteammitgliedern ausgegebenen Verträge oder Bestellungen erforderlich sind. Beschaffungsmanagement in Projekten umfasst außerdem die Verwaltung aller Verträge, die von einer externen Organisation (dem Käufer) ausgegeben wurden, der das Projekt von der Trägerorganisation (dem Verkäufer) erwirbt, sowie die Verwaltung vertraglicher Verpflichtungen, die dem Projektteam durch den Vertrag auferlegt werden.
Stakeholder sind die von einem Projekt oder seinem Ergebnis irgendwie berührten Individuen oder Kollektive. Auflage fünf stellt für diese nah oder fern am Projekt beteiligten eigene Prozesse zusammen, um die Auswirkungen der verschiedenen Interessen, Hoffnungen und Bedürfnisse der Stakeholder zu betonen und Projektleiter besonders auf sie aufmerksam zu machen. Die in Auflage fünf neu hinzugefügten bzw. in einer neuen Prozessgruppe gebündelten Prozesse umfassen die Identifizierung von Stakeholdern sowie die Vorgehensplanung, das aktive Management und Monitoring der Stakeholder.

Die einzelnen Aufgabenfelder treten im Projektverlauf an verschiedenen Stellen auf.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Institute of Electrical and Electronics Engineers, Inc.: IEEE Guide Adoption of PMI Standard a Guide to the Project Management Body of Knowledge. IEEE, Piscataway NJ (USA) 2004. Standard 1490-2003. Abgerufen am 13. Januar 2013.
  2. Project Management Institute, Inc.: Project Management Institute Commends ISO 21500 Standard for Alignment with PMBOKSM Guide. PMI, Newtown Square PA (USA) 6. September 2012. Abgerufen am 29. März 2013.
  3. Reinhard Wagner: ISO 21500 Guidance on Project Management. Für mehr Effizienz in der Zusammenarbeit. In: Projekt Magazin, Nr. 9, 2012, ISSN 1615-2689.
  4. Project Management Institute, Inc.: Code of Ethics and Professional Conduct. PMI, Newtown Square PA (USA) 2013. Deutsche Fassung Ethikrichtlinien und Maßstäbe für professionelles Verhalten. Abgerufen am 13. Januar 2013.
  5. Project Management Institute, Inc.: A Guide to the Project Management Body of Knowledge (PMBOKSM Guide). 3. Auflage. PMI, Newtown Square PA (USA) 2004. ISBN 978-1-930699-45-8. Deutsche Fassung. ISBN 978-1-930699-72-4.
  6. Jean-Michel de Jaeger: PMBOK-Standard (PMI). 12manage B.V., Bilthoven (Niederlande) 2013. Abgerufen am 13. Januar 2013.
  7. Project Management Institute, Inc.: A Guide to the Project Management Body of Knowledge (PMBOKSM Guide). 4. Auflage. PMI, Newtown Square PA (USA) 2008. ISBN 978-1933890-51-7. Deutsche Fassung. ISBN 978-1933890-66-1. Abgerufen am 13. Januar 2013.
  8. Project Management Institute, Inc.: A Guide to the Project Management Body of Knowledge (PMBOKSM Guide). 5. Auflage. PMI, Newtown Square PA (USA) 2013. ISBN 978-1935589-67-9. Abgerufen am 13. Januar 2013.

Weblinks[Bearbeiten]