Abomey

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Abomey
Abomey (Benin)
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Koordinaten 7° 11′ N, 1° 59′ O7.18333333333331.9833333333333Koordinaten: 7° 11′ N, 1° 59′ O
Lage
Basisdaten
Staat Benin

Departement

Zou
Höhe 219 m
Einwohner 62.852 (2005)
Gründung 1615
Abomey
Abomey

Abomey ist eine Stadt in der Republik Benin und die frühere Hauptstadt des Königreichs Dahomey.

Geographie[Bearbeiten]

Die Stadt liegt im Süden des Landes, im Departement Zou, dessen Hauptstadt sie ist.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Abomey hat 62.852 Einwohner (Stand 2005).

Bevölkerungsentwicklung:

  • 1979: 38.412 Einwohner (Zensus)
  • 1992: 51.000 Einwohner (Zensus)
  • 2002: 59.672 Einwohner (Berechnung)
  • 2005: 62.852 Einwohner (Berechnung)

Geschichte[Bearbeiten]

Abomey war die Hauptstadt des Königreiches von Dahomey, gegründet im frühen 17. Jahrhundert (um 1615/20) vom Volk der Fon. Es beherrschte den Sklavenhandel an der Küste bis in das späte 19. Jahrhundert.

Die königlichen Paläste von Abomey sind eine Gruppe von Lehmbauten, erbaut durch die Fon zwischen der Mitte des 17. und dem späten 19. Jahrhundert.

Die Stadt war durch eine Lehmmauer mit einem auf sechs Meilen geschätzten Umfang umgeben, durchbrochen durch sechs Tore. Der vorgelagerte 1½ m tiefe Graben war dicht mit dornigen Akazien bewachsen - eine traditionelle Verteidigungsmaßnahme westafrikanischer Festungen.

Innerhalb der Mauern befanden sich durch Felder getrennte Dörfer, mehrere Königspaläste, ein Markt und ein großer Platz mit Kasernen.

Im November 1892 wurde der letzte unabhängige König von Dahomey, Behanzin durch französische Kolonialtruppen besiegt. Er setzte Abomey in Brand und floh nach Norden. Die französische Kolonialverwaltung baute die Stadt wieder auf und baute eine Eisenbahn zur Küste.

Abomey wurde von den Franzosen zwischen 1892 und 1894 erobert. Seit 1960 ist es Teil des unabhängigen Staates Benin, der bis 1975 den Namen "Dahomey" trug.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die Ruinen der Paläste der ehemaligen Könige von Dahomey, auf deren Gelände sich auch das Museum befindet, gehören zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt. Als eine der berühmtesten und historisch bedeutsamsten Stätten Westafrikas gehören die Paläste zum UNESCO-Weltkulturerbe. Gleichzeitig mussten sie jedoch auch auf die Rote Liste des gefährdeten Welterbes gesetzt werden, da im März 1984 ein Tornado in Abomey starke Schäden angerichtet hatte. Unzureichende Vorkehrungen für Schutz und Erhaltung der Palastruinen durch die Regierung von Benin führten dazu, dass sie erst 2007 von der Roten Liste gestrichen wurden. Insbesondere wurde kritisiert, dass beim Wiederaufbau der zerstörten Gebäude zu wenig Rücksicht auf Originaltreue genommen wurde, und dass lange Zeit zwei Drittel der Paläste akut von weiterer Zerstörung bedroht waren.[1]

Als die UNESCO 1985 die Paläste zum Weltkulturerbe erklärte, stellte sie fest:

„Von 1625 bis 1900 folgten 12 Könige an der Spitze des mächtigen Königreichs Abomey. Mit Ausnahme von König Akaba, der einen eigenen Platz benutzte, ließen sie alle ihre Paläste in demselben umfriedeten Bereich erbauen, wobei sie die vorhandenen Paläste aus Sparsamkeitsgründen weiter benutzten. Die königlichen Paläste von Abomey sind ein einzigartiges Relikt dieses verschwundenen Königreiches.“

Seit 1993 wurden 50 der 56 Reliefs, die früher die Wände des Königs Glèlè schmückten (jetzt 'Salle des Bijoux' genannt), aufgefunden und an dem neu errichteten Bauwerk wieder angebracht. Die Reliefs zeigen in ikonografischen Darstellungen die Geschichte und Macht des Fon-Volkes.

Heute ist die Stadt weniger bedeutsam, aber eine touristische Sehenswürdigkeit und Zentrum des traditionellen Kunsthandwerks.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Sie ist das Handelszentrum in einem landwirtschaftlich genutzten Gebiet, in dem Getreide, Erdnüsse und Palmenprodukte verarbeitet werden.

Verkehr[Bearbeiten]

Die Stadt ist durch eine Eisenbahn mit Cotonou verbunden.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  1. State of conservation reports of the properties enscribed on the List of World Heritage in Danger (englisch) (PDF; 742 kB), Statusbericht im Sitzungsprotokoll des World Heritage Committee vom 8.–16. Juli 2006, S.57ff

Weblinks[Bearbeiten]