Achselschnur

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Achselschnüre (Fangschnur, Feldachselstücke oder Achselband, eigentlich Schulterschnüre) sind Bestandteil der Uniform vornehmlich von Generalen, Admiralen, Offizieren und Adjutanten, aber auch Fähnrichen und Unteroffizieren. Sie werden an der Schulter von Uniformjacke oder Paraderock getragen.

Angehörige der Garde Républicaine mit den „Aiguillettes“ genannten Achselschnüren
Fleet Admiral William Daniel Leahy, Chief of Staff to the Commander in Chief, U.S. Army and Navy
Fourragéres

Geschichte[Bearbeiten]

Im 19. Jahrhundert waren Achselschnüre für Generale und Admirale in einem goldenen, für Flügel- und anderen Adjutanten in silbernem Geflecht gefertigt. Die Leibgendarmerie hatte weißleinene, mit Silberfäden und schwarzer Seide durchflochtene Achselschnüre.

In der deutschen Wehrmacht wurden am 29. Juni 1935 so genannte Schulterbänder eingeführt, die als Schmuck zu bestimmten Anlässen getragen wurden, wie z. B. Parade. Offiziere und höhere Militärbeamte (außer den Schreibtischbeamten) trugen ein Achselband aus Silbergespinst, Angehörige des Musikkorps hatten zusätzlich einen roten Faden im Schulterband. Generale des Heeres, Generalfeldmarschälle und ihnen gleichgestellte Militärbeamte hatten ein Achselband aus Goldgespinst. Die Achselbänder wurden wie die Achselschnüre mit einem kleinen Hornknopf unter dem Schulterstück und dann am zweiten und dritten Uniformknopf befestigt.

Adjutanten trugen Achselschnüre als ihr Tätigkeitsabzeichen. Diese wurden auch von Offizieren des Generalstabs bei Kommandobehörden (jedoch nicht von den Stabschefs und Generalstabsoffizieren) sowie von Offizieren bei Festungs-, Standort- und Truppenübungsplatzkommandanturen getragen.

Die Adjutantenschnüre wurden aus stumpfem Silberdraht gefertigt und sahen einfacher aus als die Achselbänder für Paraden. Adjutanten trugen die Achselschnüre zum Feld-, Dienst- und Meldeanzug. Die Adjutantenschnur wurde mit einem Knopf an einer Lasche unter dem rechten Schulterstück angebracht. Die Öse befestigte man am oberen zweiten Knopf.

Achselschnüre sollten nicht mit Achselstücken verwechselt werden.

Nationale Volksarmee[Bearbeiten]

Soldaten vom "Wachregiment Friedrich Engels" der NVA der DDR mit Achselschnur.

In der Nationalen Volksarmee, den Grenztruppen der DDR und der DDR Volksmarine wurde zu besonderen Anlässen ebenfalls eine silberfarbene Achselschur (siehe Abbildung) getragen. Die Achselschnur für Generale und Admirale war goldfarben.

Bundeswehr[Bearbeiten]

In der Bundeswehr wird die Achselschnur Fangschnur genannt. Sie wird von Attachés, Offizieren des Protokolls, Fahnenbegleitoffizieren, Begrüßungs- und Verbindungsoffizieren der Marine sowie (so diese Aufgaben durch Offiziere wahrgenommen werden) Totenwachen und Ordenskissenträgern getragen“ (Zentrale Dienstvorschrift (ZDv) 37/10, Anzugsordnung für die Soldaten in der Bundeswehr, Nr. 430).

Besonderheiten[Bearbeiten]

  • Die Schützenschnur der Bundeswehr wird ähnlich wie eine Achselschnur getragen.
  • Die französischen und belgischen Militärs benutzen die Bezeichnung Fourragére für die Achselschnur.
  • In den amerikanischen Streitkräften ist die Bezeichnung Honorcord oder Shoulder Cords geläufig.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Aiguilette – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Fourragère – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur[Bearbeiten]

  • Wilhelm P. B. R. Saris: Aiguillettes of the Third Reich. Bender Publishing, San Jose CA 2007, ISBN 978-1-932970-04-3.

Weblinks[Bearbeiten]