Addis Ababa Fistula Hospital

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Das Addis Ababa Fistula Hospital

Das Addis Ababa Fistula Hospital ist ein seit 1974 bestehendes Krankenhaus in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba, das ausschließlich auf die Behandlung von geburtsbedingten Fisteln bei Frauen spezialisiert ist und sich seit seiner Entstehung als weltweit führendes Krankenhaus auf diese Aufgabe konzentriert.[1] Es gilt darüber hinaus als bedeutendes Ausbildungszentrum für die praktische Fistelchirurgie. Gegründet wurde es vom australischen Ärzteehepaar Reginald Hamlin und Catherine Hamlin, die seit dem Ende der 1950er Jahre in Äthiopien tätig waren und für ihr langjähriges Wirken zugunsten von Frauen mit Fisteln mehrfach ausgezeichnet wurden. Unterhalten wird das Krankenhaus durch die in Australien registrierte gemeinnützige Organisation Hamlin Fistula Welfare and Research sowie die in Äthiopien ansässige Stiftung Hamlin Fistula Welfare and Research Trust.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Entwicklung

Im Addis Ababa Fistula Hospital, in dem alle Patientinnen kostenfrei behandelt werden, sind in den ersten 30 Jahren seines Bestehens rund 24.000 Frauen erfolgreich operiert worden. Die Erfolgsrate des Krankenhauses liegt bei rund 93 Prozent. In den 1990er Jahren erfolgten ein Ausbau und eine Modernisierung der Klinik, die seitdem auch über ein Labor für pathologische Untersuchungen, eine Röntgenabteilung und ein Physiotherapiezentrum verfügt. Seit 1998 sind auch mobile Teams im Einsatz, die in abgelegenen Regionen des Landes an örtlichen Krankenhäusern tätig sind. Mit der Errichtung von mehreren „Hamlin Fistula Centres“ in verschiedenen regionalen Kliniken in den Jahren 2005/2006 hat sich die Zahl der Operationen stark erhöht. Darüber hinaus sind in den letzten Jahren auch in anderen Ländern, insbesondere in Afrika, unabhängige Abteilungen und Krankenhäuser entstanden, die sich der Fistelchirurgie widmen. Ab dem Jahr 2000 wurde außerdem unter dem Namen „Desta Mender“ ein Dorf errichtet, in welchem Frauen, bei denen keine Heilung möglich ist, ein Leben in Gemeinschaft und mit angemessener medizinischer Versorgung ermöglicht wird. Im Bereich der Ausbildung kooperiert das Krankenhaus mit der Universität Addis Abeba.

[Bearbeiten] Geburtsbedingte Fisteln

Geburtsbedingte Fisteln können als Folge von unzureichend versorgten Geburtskomplikationen beziehungsweise Fehlgeburten entstehen. Bei den langdauernden Geburtsvorgängen, die in den Entwicklungsländern oft ohne medizinische Hilfe ablaufen, sind Komplikationen häufig. Auch durch die verlängerte Dehnung der Vagina oder Geburtshindernisse kann es zu Einrissen von Haut, Schleimhaut und Muskelstrukturen zwischen Vagina und Darm kommen, welche teilweise nur mit Defekten unterschiedlicher Größe heilen. Diese Defekte, die im Verlauf auch epithelialisieren können, bilden weite oder auch röhrenartige Verbindungen zwischen der Vagina und meist dem Darm oder auch der Harnblase. Diese Verbindungen können durch chronische Entzündungen komplexe Gänge bilden, deren vollständige Entfernung hohe Anforderungen an die Chirurgie stellt. Wenn keine qualifizierte Behandlung erfolgt, kommt es zu unkontrollierten Austritt von Urin oder Exkrementen aus der Scheide. Die betroffenen Frauen werden als verschmutzt angesehen, in der Folge oft von ihren Partnern verlassen, von ihrem Umfeld gemieden und aus ihrer sozialen Gemeinschaft ausgeschlossen.

[Bearbeiten] Literatur

  • Catherine Hamlin: The Hospital by the River: A Story of Hope. Monarch Books, Oxford 2004, ISBN 1-85-424673-9
  • John Little: Catherine's Gift. The Extraordinary World of Dr Catherine Hamlin. Macmillan Australia, Sydney 2008, ISBN 1-40-503882-9

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. The Fistula Foundation: Where we help (zuletzt abgerufen am 13. Mai 2012)

[Bearbeiten] Weblinks

9.025138.7544Koordinaten: 9° 1′ 30″ N, 38° 45′ 16″ O

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