Adoro te devote
Adoro te devote ist einer von fünf Hymnen, die anlässlich der Einführung des Hochfestes Fronleichnam (Corpus Domini) 1264 durch Papst Urban IV. von Thomas von Aquin verfasst wurden. Der Hymnus ist seit Jahrhunderten Bestandteil des Missale Romanum und im Katechismus der Katholischen Kirche als Lehrgut fest verankert.
Katholiken glauben, dass das Brot während der Heiligen Messe in den Leib Christi gewandelt (Transsubstantiation) wird und folglich verehrt und angebetet werden kann. Im sieben Strophen umfassenden Hymnus Adoro te devote beschreibt Thomas von Aquin, wie man sich diesem Mysterium des in Realpräsenz gegenwärtigen Leibes Jesu Christi geistig nähern kann.
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[Bearbeiten] Text und deutsche Übersetzungen
| Latein | Übersetzung | Übertragung im Schott-Messbuch von 1921 |
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[Bearbeiten] Analyse
Von der in der ersten Strophe noch im Allgemeinen tief verborgenen Gottheit, führt Thomas von Aquin gemäß aristotelischer Deduktion zum Besonderen in der siebten Strophe, in der Jesus Christus als die tiefverborgene Gottheit erkannt wird.
Das Bild des Pelikans in der sechsten Strophe bezieht sich auf einen Mythos, demzufolge der Pelikan sich die Brust aufreißt und die Jungen mit seinem eigenen Blut nährt.
Papst Johannes Paul II. rief das 27. und letzte Jahr seines Pontifikates als „Jahr der Eucharistie“ aus.
Seine Weihnachtspredigt 2004 widmete er dem Thema: „Adoro te devote“ und selbst auf der im Internet veröffentlichten Weihnachtskarte (vgl. Weblinks) schrieb er in zittriger Schrift, aus tiefster Glaubensüberzeugung und als Vermächtnis für die Nachwelt: „Adoro te devote … In Nativitate Domini 2004“
Adoro te devote ist somit zur letzten Weihnachtspredigt geworden, die Papst Johannes Paul II. noch eigenständig vortragen konnte, dessen Stimme im Februar 2005 krankheitsbedingt verstummte, und der am Vorabend des von ihm in Jahre 2000 zum Barmherzigkeitssonntag erklärten Sonntag nach Ostern (traditionell Weißer Sonntag genannt) desselben Jahres verstarb.
Ursprünglich lautete die in dieser Form nicht zum übrigen Text passende (eine Silbe zuviel!) Zeile »Te laudo deuote, latens ueritas, / [Te que sub his formis uere latitas]«; vgl. Robert Wielockx, »Adoro te deuote. Zur Lösung einer alten crux«, in: Annales theologici 21 (2007) 101-138.
Die heute bekannteste Übersetzung Gottheit tief verborgen, betend nah ich ich dir (Gotteslob Nr. 546) stammt von der Nonne Sr. Maria Petronia Steiner OP (1908–1995) und entstand 1951.