Agent (Nachrichtendienst)

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Agent ist ein Begriff für einen hauptberuflichen Mitarbeiter eines Nachrichtendienstes. Als Rechtsbegriff werden Agenten in Deutschland von der Definition für Geheimdienstliche Agententätigkeit im § 99 des Strafgesetzbuches (StGB) erfasst.[1]

Agent im Objekt[Bearbeiten]

Nachrichtendienstliche Mitarbeiter, die sich im Operationsgebiet (bei Auslandseinsätzen) aufhalten und dort unter Ausschöpfung ihrer Zugangsmöglichkeiten Informationen beschaffen, werden als Agent im Objekt bezeichnet. Hierzu gehört auch, dass der Agent aufgrund seiner Lebensumstände und Legendierung im zu beobachtenden Objekt sozusagen legal ein- und ausgeht.

Agent Provocateur[Bearbeiten]

Als Agent Provocateur werden Mitarbeiter der Nachrichtendienste (oder auch der Polizei) genannt, welche in Untergrundorganisationen eindringen, nicht um dort Informationen zu sammeln, sondern die Gruppe oder Einzelpersonen zu Handlungen zu verleiten, die ein staatliches Eingreifen oder Gegenmaßnahmen ermöglichen. Es handelt sich also um einen politischen Agenten, der als Lockspitzel gegnerische Gruppen bzw. Einzelpersonen zu Tätigkeiten oder Äußerungen provoziert. Auch ein Mitarbeiter der Polizei, der im Polizeiauftrag einen anderen zu einer Straftat anstiftet, um ihn dann bestrafen zu können, wird so bezeichnet.

Agentennetz[Bearbeiten]

Eine Gruppe von Agenten, welche organisatorisch miteinander verbunden sind, wird als Agentennetz oder Spionagering bezeichnet. Die Mitglieder eines Agentennetzes müssen sich nicht persönlich kennen. Teilweise sind diese Verflechtungen auch hierarchisch gegliedert. Hierbei ist dann aber Voraussetzung, dass sich die Agenten desselben Netzes alle persönlich kennen.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Strafgesetzbuch § 99

Literatur[Bearbeiten]

  • Helmut Roewer, Stefan Schäfer, Matthias Uhl: Lexikon der Geheimdienste im 20. Jahrhundert. Herbig, München 2003, ISBN 3-7766-2317-9, S. 18 und 19
  • Wolfgang Krieger: Geheimdienste in der Weltgeschichte. Spionage und verdeckte Aktionen von der Antike bis zur Gegenwart. C. H. Beck, München 2003, ISBN 3-406-50248-2
  • Konrad Faber: Dubiose Persönlichkeiten aus dem Bereich der Spionage in Deutschland und ihre Motive 1880–1935 (19 Fallstudien), in: Jürgen W. Schmidt (Hg.): Geheimdienste in Deutschland: Affären, Operationen, Personen Ludwigsfelde 2013 (Geheimdienstgeschichte Bd. 4), S. 264–356, ISBN 978-3-933022-78-3

Weblinks[Bearbeiten]