Aktivitätsanalyse

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Die Aktivitätsanalyse ist ein auf Tjalling Koopmans zurückgehender Ansatz der Produktionstheorie.

Im Falle einer linear-limitationalen Produktionsfunktion (z. B. Leontief-Produktionsfunktion) ist eine Substitution der Produktionsfaktoren nicht möglich. Daher fasst die Aktivitätsanalyse als Modellvariable die Aktivitäten des Produktionsbereichs auf. Das heißt statt der Inputfaktoren werden zum Beispiel unterschiedliche Produktionsprozesse gegeneinander substituiert oder miteinander kombiniert. Dies führt bei geschickter Anwendung faktisch zu einer Substitution der Produktionsfaktoren. Durch Prozesskombinationen effizienter Verfahren ergibt dies eine Isoquante. Bei unendlicher Anzahl von Prozessen wird diese stetig.

Durch die Aktivitätsanalyse wurde die Konzeption linearer Modelle (lineare Optimierung) in die Wirtschaftstheorie eingeführt; sie ist jedoch grundsätzlich auch für nichtlineare Problemstellungen offen.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Aktivitätsanalyse wurde 1951 durch Tjalling Koopmanns in den USA begründet und in die Wirtschaftswissenschaften eingeführt. Bis 1959 wurde sie in den USA für mikroökonomische Fragen verwendet. Ab 1960 wurde sie in Deutschland zuerst in der Volkswirtschaft und ab 1968 von Wittmann auch in der Betriebswirtschaft eingeführt und unter anderem von Kistner, Fandel und Dyckhoff weiterentwickelt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Harald Dyckhoff: Produktionstheorie: Grundzüge industrieller Produktionswirtschaft. 5., überarb. Auflage. Springer, Berlin 2006, ISBN 3-540-32600-6
  • Koopmans, T.C. : Analysis of production as an efficient combination of activities. in: Koopmans, T.C. (Hrsg.): Activity Analysis of Production and Allocation, New York, 1951, S. 33-97
  • Wittmann, W.: Produktionstheorie, Heidelberg, 1968
  • Kistner, K.P. : Produktions- und Kostentheorie, 2. Aufl., Heidelberg, 1993
  • Fandel, G. : Betriebliche Produktion I, 3. Auflage., Berlin, 1991