Tjalling Koopmans

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Tjalling Koopmans

Tjalling Charles Koopmans (* 28. August 1910 in 's-Graveland, heute zu Wijdemeren; † 26. Februar 1985 in New Haven, Connecticut) war ein amerikanischer Ökonom und Physiker niederländischer Abstammung. Im Jahr 1975 erhielt er zusammen mit Leonid Witaljewitsch Kantorowitsch den Preis für Wirtschaftswissenschaften der schwedischen Reichsbank im Gedenken an Alfred Nobel für ihren Beitrag zur Theorie der optimalen Ressourcen-Verwendung.

Koopmans war der Sohn eines Lehrer-Ehepaars und ging in Hilversum zur Schule. Ab 1927 studierte er Mathematik und Physik an der Universität Utrecht, mit dem Abschluss 1932. Während des Studiums begann er sich für Ökonomie zu interessieren und studierte bei Jan Tinbergen in Amsterdam und Ragnar Frisch in Oslo. 1936 wurde er an der Universität Leiden mit der Arbeit Lineare Regressionsanalyse in der Ökonomie promoviert. Ab 1936 war er einige Jahre Kollege von Tinbergen an der Niederländischen Wirtschaftsschule in Rotterdam und danach ebenfalls mit Tinbergen beim Völkerbund in Genf, wo er an der Modellierung von Wirtschaftszyklen arbeitete. Nach der Besetzung Frankreichs und der Niederlande durch die Nationalsozialisten ging er in die USA ins Exil. Er forschte in Princeton (1940/41), war dann bei der Mutual Life Insurance Company in Philadelphia und bei der britischen Handelsschiff-Mission in Washington, D.C., wo er an der Optimierung der Schifffahrtsrouten zwischen den USA und England arbeitete. Seine Ergebnisse veröffentlichte er in einem Aufsatz 1944 (Exchange ratio between cargos on different routes, zuerst veröffentlicht 1970), der die Aktivitätsanalyse in der Produktionstheorie begründete. Seine Arbeiten aus dieser Zeit machten ihn auch neben Kantorowitsch und George Dantzig zu einem der Pioniere der Linearen Programmierung. 1944 trat er der Cowles Commission for Research in Economics an der Universität Chicago bei und 1955 ging er an die Yale University, wo er Alfred Cowles Professor of Economics wurde und 1980 in den Ruhestand ging.

Er war seit 1936 mit der Wirtschaftswissenschaftlerin Truus Wanningen verheiratet, mit der er zwei Töchter und einen Sohn hatte. 1946 nahm er die US-Staatsbürgerschaft an. Er war Mitglied der National Academy of Sciences und der American Academy of Arts and Sciences. Koopmans war Präsident der American Economics Association und der Econometric Society. 1962 war er Invited Speaker auf dem Internationalen Mathematikerkongress in Stockholm (Utility and time: an axiomatic discussion, mit Richard Williamson).

Weblinks[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • T. C. Koopmans: Activity Analysis of Production and Allocation. In: Cowles Commission Monograph. Nr. 13, New York, London 1951.
  • Koopmans, A. F. Bausch Selected topics in economics involving mathematical reasoning, 1959
  • Koopmans Three essays on the state of economic science, McGraw Hill 1957
  • Koopmans (Herausgeber) Statistical inference in dynamic economic models (Cowles Commission Research Staff and Guests), Wiley 1950
  • Koopmans, Wood (Herausgeber) Studies in econometric method (Cowles Commission Research Staff), Wiley 1953
  • Koopmans Tanker freight rates and tankship building; an analysis of cyclical fluctuations, Haarlem, London 1939
  • M. Beckmann, C. F. Christ, M. Nerlove (Herausgeber): Scientific papers of Tjalling C. Koopmans, Springer Verlag 1970