Alex Shigo

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Alex Shigo (r.) erläutert während einer seiner letzten Fachtagungen eine Eichen-Stammscheibe.

Alex L. Shigo (* 8. Mai 1930 in Duquesne, Pennsylvania; † 6. Oktober 2006 in Barrington, New Hampshire) war ein US-amerikanischer Forstwissenschaftler.

Leben[Bearbeiten]

Bevor Alex Shigo sich der Biologie und den Bäumen widmete, war der Musik sehr zugetan. Als begabter Klarinettist spielte er vier Jahre in der Air Force Band in Washington, DC. In dieser Zeit fanden Tourneen bis nach Toronto und Ontario statt.

1952 heiratete er Marylin, mit der er zusammen zwei Kinder hatte.[1]

Alex Shigo studierte in Pennsylvania am Waynesburg College, wo er 1956 seinen Bachelorabschluss in Biologie erhielt. Von 1958 bis 1959 erwarb er ein Diplom und den Doktortitel in Pflanzenpathologie an der West Virginia University. In den nächsten 26 Jahren beschäftigte er sich in einem Pionierprojekt der US Forest Service und untersuchte den Zusammenhang zwischen Verfärbungen und Verfall der Waldbäume, das er als Chef-Wissenschaftler und Projektleiter begleitete.[2]

Alex Shigo starb am 6. Oktober nach einem Treppensturz in seinem Sommerhaus. Er hinterließ seine Ehefrau Marylin.

Wirken[Bearbeiten]

Shigo wurde als „der Vater der modernen Baumpflege“ bekannt.

Im Rahmen der Projekte der US Forest Service zerlegte er über 15.000 Bäume mit einer Kettensäge und hat Bäume in vielen Ländern untersucht. Diese Forschungen ergaben 270 Publikationen[3] und er erhielt zahlreiche Ehrungen und Auszeichnungen.[4]

Shigo bewirkte in Deutschland durch seine Vorträge 1984 auf dem ISA-Seminar in Heidelberg ein Umdenken in der Baumpflege.[5] Aufgrund seiner Erkenntnisse über die Wundreaktionen bei Bäumen, ging man von der reinen Baumchirurgie zu einer baumbiologisch begründeten Baumpflege über. Shigo warnte vor großen Schnittwunden an Gehölzen, da der Wundheilungsprozess anders verläuft, als bei Mensch und Tier. Nach seinen Untersuchungen werden Verletzungen an Bäumen von einer Kallusschicht überwachsen, das dahinter befindliche Gewebe wird abgekapselt und schließlich im Gehölz zersetzt. Wundverschlussmittel, die wie eine Haut auf die Schnittstelle aufgetragen werden, unterstützen das Wachstum pathogener Keime und hemmen den natürlichen Wundverschluss und die Selbstheilung der Gehölze. Je kleiner die Schnittfläche, desto leichter kann das Gehölz sie abkapseln.[6][7]

Unter Kritikern der neuen Art der Baumpflege kam es zu kontroversen Reaktionen, denn nicht jeder konnte diese neue Betrachtung der Bäume und die Rolle der Baumpflege sofort für sich und seine Arbeit übernehmen, da sie bisheriges Wissen und ihre Arbeit in Frage gestellt sahen.[5]

Schriften[Bearbeiten]

  • zusammen mit Klaus Vollbrecht und Niels Hvass: Tree Biology and Tree Care (dt. Biologie der Bäume und Baumpflege. Ein Foto-Lehrbuch, Ballerup und Mainz 1989, ISBN 87-982477-3-5)
  • A New Tree Biology (dt. Die neue Baumbiologie, 2 Bände, Braunschweig 1990, ISBN 3-87815-022-9)
  • Tree Pruning (dt. Baumschnitt, Braunschweig 1991, ISBN 3-87815-033-4)
  • Modern Arboriculture (dt. Moderne Baumpflege. Grundlagen der Baumbiologie, Braunschweig 1994, ISBN 3-87815-051-2)
  • Tree Anatomy (dt. Baum-Anatomie. Mikro-Bild-Atlas, Braunschweig 1995, ISBN 3-87815-075-X)

Ehrungen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Biografie auf legacy.com, abgerufen am 2. März 2014.
  2. Shigo auf ccil.org, abgerufen am 2. März 2014.
  3. Publikationsliste auf shigoandtrees.com, abgerufen am 2. März 2014.
  4. 20 Jahre Neue Baumpflege auf forstpraxis.de, abgerufen am 2. März 2014.
  5. a b Nachruf auf galk.de, abgerufen am 2. März 2014.
  6. Steve Nix Steve Nix über Alex Shigo auf forestry.about.com, abgerufen am 2. März 2014.
  7. Baumpflege nach Shigo auf treeland.de, abgerufen am 2. März 2014.
  8. Preisträger auf isa-arbor.com, abgerufen am 2. März 2014.