Alexander Dietz

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Alexander Wilhelm Dietz (* 30. Juli 1864 in Frankfurt am Main; † 14. Januar 1934 in Bad Homburg v.d.H.) war ein Rechtsanwalt und Notar sowie Wirtschafts- und Sozialhistoriker.

Dietz erwarb sich besondere Verdienste durch das in seiner Art einmalige Stammbuch der Frankfurter Juden (1907)[1], ebenso durch die fünfbändige „Frankfurter Handelsgeschichte“(1910–1925).[2]

Leben und Werk[Bearbeiten]

Deckblatt des Stammbuches der Frankfurter Juden von 1907

Alexander Dietz war Nachfahre einer seit Mitte des 17. Jahrhunderts in Frankfurt ansässigen Handels- und Juristenfamilie, die zuvor in Worms, Odenheim, Darmstadt und Marburg ansässig war.

Sein Vater Friedrich Wilhelm Dietz (1833–1897) übte die Berufe eines Violinisten und Komponisten aus und brach damit mit den tradierten Berufen seiner Vorfahren. Zusammen mit einer ebenfalls künstlerisch veranlagten Mutter Emma Suppius (1841–1928) förderte dieses Elternhaus den jungen Alexander so sehr, dass er bereits mit 15 Jahren das Violinkonzert von Mendelssohn auswendig spielen konnte.

Dennoch widmete sich Alexander Dietz auf Wunsch der Eltern einem juristischen Studium in Marburg, Berlin und Leipzig. Im Jahre 1886 promovierte er in Göttingen zum Dr. jur. und ließ sich 1892 als Rechtsanwalt in Frankfurt nieder.

Da ihn sein Beruf nicht befriedigte, widmete er sich der Musik und der Geschichtswissenschaft. Als Kaufmannsenkel wandte er sich der Geschichte des Frankfurter Bürgertums zu. Neben mehrbändigen Hauptwerken schuf er zahlreiche Veröffentlichungen zur Frankfurter Familiengeschichte, vor allem auch über den Kreis um Goethe. Zudem arbeitete Dietz gelegentlich für verschiedene Frankfurter Zeitungen (Frankfurter Zeitung, Frankfurter Nachrichten). [3]

Alexander Dietz war mit Emilie Lejeune verheiratet (Tochter des Großkaufmanns Julius Lejeune 1836–1905) und war der Vater eines Sohnes (Herrmann Dietz) und dreier Töchter. In seinem 65. Lebensjahr 1929 entschloss sich Dietz seinen Sohn in Amerika zu besuchen und verweilte dort zu einem längeren Aufenthalt. Ihm widmete er sein letztes Werk 'Alt-Sachsenhausen'.

Werke[Bearbeiten]

  • „Der Superintendent und erste Hofprediger Magister Johannes Hektor Dietz., seine Vorfahren und Nachkommen. Ein Familienbuch“,(Die Geschichte der eigenen Stammfolge im Deutschen. Geschl.-B., Bd. 2), 1889
  • „Gelegenheitsgedichte aus dem Goethe-Textorischen Familienkreise“ (1894)
  • „Frankfurter Bürgerbuch. Geschichtliche Mittheilungen über 600 bekannte Frankfurter Familien aus der Zeit vor 1806“ (1897),
  • „Rechtsverhältnisse der deutschen Druckereien” (um 1900)
  • „Das Intelligenz-Blatt, Frankfurter Frag- und Anzeigungs-Nachrichten : 1722-1900“ (um 1900)
  • „Stammbuch der Frankfurter Juden. Geschichtliche Mitteilungen über die Frankfurter jüdischen Familien von 1349-1849 nebst einem Plan der Judengasse“ (1907), (Erweiterungen in Bd. 32 (1920) und in den Frankf. Bll. F. Fam’gesch., 1, 151 ff. (1908))
  • „Frankfurter Handelsgeschichte“ (5 Bde., 1910–1925)
  • „Geschichte des Frankfurter Pferdemarktes“ (1910),
  • „Franz Wirth und der Frankfurter Friedensverein. Festschrift zur Feier seines 25jährigen Bestehens“ (1911),
  • „Bestimmungen und Geschichte des Altgeld-Rasor’schen Familienstipendiums“(Darmstadt 1912)
  • „Zur Geschichte der Frankfurter Büchermesse 1462–1792“ (1921)
  • „Frankfurter Nachrichten und Intelligenz-Blatt. Festschrift zur Feier ihres 200jährigen Bestehens 1722-1922“ (1922)
  • „Geschichte der Familie Andreae, Frankfurter Zweig“ (1923)
  • „Alt-Sachsenhausen“ (1935 posthum erschienen, herausgegeben von Fried Lübbecke).

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. H. F. Friederichs: Hessische Familienkunde Bd. 3, Hefte 1–12 sowie 1 Registerheft, Arbeitsgemeinschaft der familienkundlichen Gesellschaften in Hessen (Hrsg.), 1954–1956, S. 645 http://wiki-de.genealogy.net/Hessische_Familienkunde/Band_3
  2. H. F. Friederichs: Hessische Familienkunde Bd. 3, Hefte 1–12 sowie 1 Registerheft, Arbeitsgemeinschaft der familienkundlichen Gesellschaften in Hessen (Hrsg.), 1954-1956, S. 645. Zitat: „Ein Standardwerk, das erst die große Bedeutung dieser Handelsstadt seit dem Mittelalter zum Bewußtsein bringt: eine unübersehbare Fülle von Personen und Familien mit biographischen und genealogischen Daten, die freilich der Nachprüfung bedürfen, aus dem Kaufmanns- und Handwerkertum, die Entwicklung des Handels überhaupt und der Vermögen, das Wirken der Handelsleute im Staatswesen hat Justizrat D. in 30jährigen Studien verarbeitet und die Ergebnisse hier niedergelegt.“
  3.  Wolfgang Klötzer (Hrsg.): Frankfurter Biographie. Personengeschichtliches Lexikon. Erster Band. A–L (= Veröffentlichungen der Frankfurter Historischen Kommission. XIX, Nr. 1). Waldemar Kramer, Frankfurt am Main 1994, ISBN 3-7829-0444-3.

Weblinks[Bearbeiten]